Larry MacCloud – Kämpfer gegen das Unfassbare

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Genre: Horror-Trash Autor: „Mephistro“ Länge: ca. 50min/Folge Tonstudio Braun Der Geisterjäger John Sinclair gehört zu den erfolgreichsten Hörspiel-Figuren der 80er und 90er Jahre. Sage und schreibe 110 Hörspiele entstehen beim Tonstudio Braun in Wiesbaden, bevor aufgrund eines Rechtsstreits mit dem Bastei-Verlag die Produktion erlischt. Nr. 107 erscheint als letztes vom Tonstudio Braun hergestelltes Sinclair-Hörspiel. Mangels kreativer Köpfe, schlauer Strategen und interessanter Ideen fällt den Hessen nichts Besseres ein, als John Sinclairs Erbe von einem ziemlich gesichtslosen Nachfolger antreten zu lassen. Sein Name: Larry MacCloud. Sie beschließen, die alten Sprecher und das vorhandene Equipment für diese neue Produktion zu nutzen und einfach zur Tagesordnung überzugehen.

Mein Name ist John-Larry Sinclair-MacCloud

Doch genau da liegt das Problem. Larry MacCloud ist eben nicht John Sinclair – auch wenn beide Männer Geister jagen und innerhalb der Serien identische Stimmen zum Einsatz kommen. Die Sprecher werden auf den Kassetten und CDs übrigens überhaupt nicht namentlich erwähnt und der Autor nennt sich „Mephistro“ – tolles Synonym! Es scheint, als ob keiner was mit dem armen Larry zu tun haben will. Insgesamt fällt vielen Hörern die Identifikation mit dem „neuen“ Titelhelden schwer. Einige stören sich gemeinhin an der „billigen“ Kopie, andere sind speziell und ausschließlich Sinclair-Nerds. Zwar gibt es treue Fans der Serie. Diese sind jedoch vielmehr Anhänger der vertrauten Synchronsprecher, als Freunde des neuen Protagonisten. Trotzdem bringt das Tonstudio Braun insgesamt immerhin 25 Folgen heraus, die bis zum heutigen Tage letzten Episoden erscheinen im Jahr 2005. Die Abenteuer von Larry MacCloud unterscheiden sich in Setting und Dramaturgie nur unwesentlich von denen des Geisterjägers John Sinclair. Qualitativ sind die Hörspiele zwar nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Was an hochwertiger Soundkulisse fehlt, macht die berühmt-berüchtigte Braun´sche Blut-Orgel wieder wett – sofern Du auf Orgeln stehst. Die etwa 50 Minuten dauernden Folgen sind halbwegs spannend erzählt, treffen aber nicht jedermanns Geschmack. Begeisterung für unheimliche, magische Abenteuer vorausgesetzt, wird Dir auch Larry MacCloud gefallen. Sprecher (u.a.): Marianne Mosa Helmut Winkelmann Karl-Heinz Staudenmayer Wolfram Weniger
Text: Sascha Adermann

Gabriel Burns

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Gerne: Mystery-Horror Autor: Autor: Raimon Weber (Folge 1-16), Andreas Gloge (seit Folge 17) Wenn eine Hörspielserie für Erwachsene in den letzten Jahren für Begeisterung gesorgt hat, dann ist es “Gabriel Burns“. Die von Volker Sassenberg produzierte Reihe erhielt eine  Vielzahl von Hörspiel-Awards und brilliert durch erstklassige Besetzung. Nicht nur das Stammpersonal gehört zur Sprecher-Elite, sondern auch namhafte Gaststars wie Bela B (Folge 6), Smudo (Folgen 10 und 11) und Jimmy Pop (Folge 15) geben sich die Ehre.

Mr. Burns brennt auf Antworten

Alle bisher erschienenen Folgen hängen inhaltlich miteinander zusammen und bauen aufeinander auf. Protagonist der Serie ist der völlig erfolglose Schriftsteller Steven Burns, der seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer bestreitet. Eines Tages begegnet er einem Mann, der sich mysteriös Mr. Bakerman nennt. Der geheimnisumwobene Fremde überredet Steven Burns, als Detektiv einem ungewöhnlichen und unheimlichen Fall nachzugehen. Allerdings verrät er nicht, was für eine Reihe ominöser Vorkommnisse an dem Fall hängen. Ähnlich wie bei TV-Serien a là “Akte X“ oder “Lost“ liegt die vollständige Auflösung des Falls in weiter Ferne. Von der ersten Folge an forscht die Hauptfigur unablässig nach der Wahrheit und sucht Antworten auf brennende Fragen. Meistens, ohne aufklärende Antworten zu erhalten oder erhellende  Einsichten zu erlangen. Sogar nach knapp 30 “Gabriel Burns“-Folgen sind endgültige Erkenntnisse nach wie vor Mangelware.

Flüsterer, Zauberer und andere Baustellen

Ein flüssiges Etwas im Zentrum der Erzählungen scheint der Schlüssel zur Unsterblichkeit zu sein. Es geht dabei um ein Elixier namens Ila al Khalf, was soviel bedeutet wie Elixier der Rückkehr. Genaueres wollen wir nicht verraten. Überhaupt gibt es ständig andere, große und kleine Baustellen, an denen Steven Burns arbeitet. Welche Rolle spielt der Flüsterer? Wer versteckt sich hinter dem Namen Mr. Bakerman? Und wie zum Teufel hat Steven seinen vierjährigen Bruder Daniel bei einem Zaubertrick vor Beginn der Erzählung verschwinden lassen? Fragen über Fragen, deren erhoffte Beantwortung Dich von einer Geschichte zur nächsten ziehen soll. Leider musst Du dafür sehr, ja wirklich sehr, geduldig sein. Alles in Allem ist “Gabriel Burns“ ein rundum perfekt gelungener Ohrenschmaus. Ein Muss für Freunde unheimlicher Hörspiel-Serien. Fantastische, Film erprobte Sprecher verleihen den Personen ihren ganz eigenen Charakter und jagen Dir in Verbindung mit klug gesetzten Effekten ein ums andere Mal neue Schauer über den Rücken. Die etwa einstündigen Hörspiele sind dramaturgisch klasse. Allerdings fehlt es an zufriedenstellenden Zugeständnissen an den Hörer – zumindest was die Klärung brennender Fragen betrifft. Je nachdem wie ungeduldig Du bist, wird die Wartezeit auf neue Abenteuer so unter Umständen zur nervlichen Belastungsprobe. Obwohl die Atmosphäre eher düster ist und die Gewaltszenen in ihrer akustischen und gesprochenen Darstellung recht deutlich sind, erhält die Reihe durchgängig die Altersfreigabe ab 12 Jahren. Das gilt inzwischen selbst innerhalb der Fan-Szene als Running Gag. Okay, 15- oder 16-Jährige sind ja über 12 Jahre alt. Für jüngere Kinder ist es nämlich wegen der genannten Gründe nur bedingt geeignet. Länge: ca. 60min / Folge (variiert) FSK 12 Universal Music Sprecher: Jürgen Kluckert (u.a. Synchronstimme v. Morgan Freeman) als Erzähler Bernd Vollbrecht (u.a. Synchronstimme v. Antonio Banderas) als Steven Burns Ernst Meincke (u.a. Synchronstimme v. Patrick Steward) als Mr. Bakerman Björn Schalla (u.a. Synchronstimme v. Josh Hartnett) als Larry Newman Bianca Krahl (u.a. Synchronstimme v. Charlize Theron) als Joyce Kramer Trailer: http://www.gabriel-burns.net/
Text: Sascha Adermann

Bram Stoker: Draculas Gast – Horrorgeschichten (2 CDs)

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Wenn ich hier unterkommen kann, wird mir nichts mehr zu meinem Glück fehlen. (Malcolm Malcolmson) Autor: Lars Peter Lueg Genre: Klassischer Grusel Achtung! Der Titel “Draculas Gast“ führt den Hörer etwas in die Irre. Das macht aber nichts, sofern Du nicht selbst im Mantel mit Stehkragen herumläufst und dich ausschließlich NUR mit Dracula-Geschichten befasst. In erster Linie geht es bei den Erzählungen auf dieser CD nämlich gar nicht um den obersten aller Knoblauch-Hasser. Die drei Anekdoten sind  inhaltlich völlig verschiedenen. Sie sind aber alle gleichsam gruselig und  entstammen alle der Feder von Bram Stoker. Die beiden Kurzgeschichten “Im Haus des Richters“ und “Die Squaw“ kommen ohne “Dracula“ im Titel aus und beweisen, dass Hr. Stoker auch abseits seines legendären Hämoglobin-süchtigen Grafen zu gruseln weiß. Die titelgebende Episode “Draculas Gast“ ist ebenfalls sehr empfehlenswert, handelt es sich doch um ein Fragment aus dem “Dracula“-Roman, welches in der offiziellen Fassung nicht mehr enthalten ist. Der Grund: Der Fürst der Finsternis hat die Passage ultimativ weggebissen! Obwohl…, vielleicht hat Bram Stoker die betreffende Stelle auch selbst gestrichen. draculasgast1

Story-Block

“Draculas Gast“ beschreibt die Reise des engagierten Immobilienmaklers Jonathan Harker zu einem zukünftigen Mandanten seiner Kanzlei. Über Wien führt ihn der Trip in Richtung Karpaten bis nach Transsilvanien. Dabei stellt der junge und abenteuerlustige Brite fest, dass sein Geschäftspartner weit reichende Kontakte und Beziehungen pflegt… “Im Haus des Richters“ geht es um einen Mathematik-Studenten namens Malcolm Malcolmson. Weil der junge Mann Ruhe braucht, um für seine Abschluss-Prüfung zu lernen, begibt er sich in die Abgeschiedenheit eines öden Dorfes und bezieht nach einer Nacht im Gasthaus das verwegene, von den Anwohnern einfach nur “Haus des Richters“ genannte Anwesen. Dort muss er erleben, dass in jeder noch so alten Legende ein Fünkchen Wahrheit steckt… “Die Squaw“ erzählt von einem englischen Pärchen, das seine Hochzeitsreise in Deutschland verbringt. Die beiden lernen einen zuvorkommenden und sympathischen Amerikaner kennen, der sie anschließend begleitet. Als der Amerikaner in Nürnberg versehentlich (!) eine junge Katze vor den Augen der Katzen-Mutter durch einen Steinwurf tötet, nimmt der Schrecken seinen Lauf. Die Atmosphäre der Stories lebt von der Stimme Lutz Riedels. Er liest und betont die drei Erzählungen so stimmungsvoll, dass er es schafft, den Zuhörer über den Text wortwörtlich in die unterschiedlichen Kulissen zu ziehen – auch ohne jegliche akustische Untermalung. Ob diese Grusel-Geschichten klassischer Machart besonders unheimlich sind, ist zwar eher Geschmackssache. Sie bleiben aber auf jeden Fall bis zuletzt spannend. Länge: ca. 132 min (CD1: 67min; CD2: 65min) Sprecher: Lutz Riedel (die Stimme von Timothy Dalton)
Text: Sascha Adermann

H. G. Francis – Die Gruselserie (Teil 1-18)

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Autor: H. G. Francis Genre: Grusel-Trash

Neonfarben sollen ja wieder “in“ sein

Bist Du ein Hörspiel-Nostalgiker? Dann wartet hier auf Dich ein besonderer Leckerbissen. Die wahren Gruselfans unter uns kennen natürlich die quietschneonfarbene Europa Horror Serie von H.G. Francis, mit dem populären Logo des grinsenden Totenschädels auf dem Cover – schlicht und einfach “Die Gruselserie“ genannt. Ab 1981 verschafft diese Reihe dem ein oder anderen Hörspiel-Junkie erfolgreich eine Gänsehaut nach der anderen, und zwar durch eine fantastische Sprecherauswahl, sowie für diese Ära hervorragenden Soundeffekten und der beeindruckenden, wenn nicht sogar besten Musik, die die Welt des hörbaren Kopf-Kinos je vernommen hat.

Grusel-Zeitreise

Erinnere Dich… und sei ehrlich…  Anfang der 80er Jahre – der deutsche Westen – Tatort Kinderzimmer – der Kassettenrekorder spielt: Es ist bereits schon dunkel draußen oder Du hast einfach mit zugezogenen Gardinen nachgeholfen. Immer wieder schielst Du nach der Bettdecke. Du willst Dich am liebsten darunter verkriechen, aber bitte so, dass Du auch weiterhin gebannt der schneidenden Stimme Graf Draculas (Charles Régnier) lauschen, oder bei den Abenteuern des Reporterpaares Tom Fawley (Horst Frank) und Eireen Fox (Brigitte Kollecker) mitfiebern kannst. Ich, für meinen Teil, sitze zu dieser Zeit gerne unter dem Schreibtisch. Aber lassen wir das. Zurück in das Zeitgeschehen …

 

„Trash as Trash can“ oder „Auch Werwölfe sind kitzlig“

Bereits in den 70er Jahren erscheinen bei Europa einzelne Hörspiele des Grusel-Genres, welche in den 80ern wieder aufgegriffen werden, um mit weiteren neuen Geschichten “die Gruselserie“ zu komplettieren. Mannigfaltige Vorlagen bieten berühmte Hollywood Horror-, Grusel- und Science-Fiction Kinoklassiker der 50er und 60er Jahre, literarische Vorlagen sowie Sagen und Mythen aus der alten Welt. Der deutsche Buch- und Hörspielautor H.G. Francis, im wahren Leben eigentlich Hans Gerhard Franciskowsky, setzt in dieser Zeit jedes Thema geschickt in ca. 50 Minuten Ohrengrauen um, wobei einzelne Folgen überwiegend aus abgeschlossenen Geschichten bestehen.

Aus heutiger Sicht vielleicht ein wenig altbacken, sprühen die Dialoge in fröhlicher 80er-Jahre-Manier vor amüsantem Wortwitz und zweideutigen Anspielungen. Auch an Situationskomik spart man nicht. Wo sonst wird einem das Vergnügen zuteil, zwei betagten Ladies beim Erlegen eines Werwolfs zuzuhören oder Horst Franks groteske Waffe gegen solche Vollmond-Dämonen zu bewundern: das Kitzeln! Gerne lacht man auch über Szenen, die in ihrer Überzogenheit und Unglaubwürdigkeit einer gewissen Albernheit nicht entbehren können. Hysterisch kreischende Girls oder einfach zu häufig quietschende Türen leiten unter Umständen schon mal die Pipipause ein. Nichtsdestotrotz wird der Zauber des Gruselns in dieser Hörspiel-Serie überzeugend eingefangen. Wenn nämlich eine hysterisch brüllende Marianne von Klippstein-Kehlau als “Gräfin Dracula – Tochter des Bösen“ ihre potentiellen Opfer aus ihrem Versteck herausbrüllt, bleibt dem Zuhörer mit Sicherheit noch heute das Popcorn im Halse stecken! Apropos Hals … fassen wir zusammen … ob Dracula, Vampir, Teufel, Werwolf, Zombie, Horror-Ameise, Monsterspinne, Frankenstein, Mumie, Nessie & Co – sie, die Stars der berühmtesten internationalen Horrorszenarien, werden von Europa in der Ära der Steghosen, Netz-Hemden, Synthesizer-Musik und Fönfrisuren zu leicht bekömmlichen und vor allem unterhaltsamen Lauschhappen verwurstet. Lassen wir die Neuauflage der Serie von 1987 mit neuer Musik, geschnittenen Szenen sowie anderen Covern einmal außer acht, handelt es sich um absolut empfehlenswerten Hörspiel-Trash mit Kultstatus, der bis heute nichts an Hörfreude einbüßt. Also ab auf den Flohmarkt! Webseite: www.natuerlichvoneuropa.de 1981 ca. 50 Min. pro Folge FSK 12 EUROPA | Sony BMG Music Entertainment
Text: Cornelia Weidmann

Dr. Frankensteins Monster: Hintergrund, Verfilmung und Verkleidungstipps

Dr. Frankensteins Monster – die Hintergründe

Frankenstein oder der moderne Prometheus“ ist sicherlich eine der bekanntesten Horrorerzählungen aller Zeiten. Geschrieben wird sie 1816 von der 18-jährigen Mary Godwins (später Shelley) während eines längeren, verregneten Aufenthaltes am Genfer See. Anlass ist eine Abendgesellschaft mit ihrem Mann Percy Shelley, Lord Byron und dessen Leibarzt John Polidori. Angeregt durch die Lektüre zahlreicher Geistergeschichten entsteht die Idee, jeder der Anwesenden solle selbst eine gruselige Erzählung verfassen. Mary Shelley schreibt später, dass Gerüchte über galvanische Experimente Charles Darwins mit toter Materie, in Form eines Wurms, sie zu der Erzählung inspirierten. Der Roman wird erstmals 1818 (vorerst anonym) veröffentlicht. Der Wissenschaftler Victor Frankenstein erschafft aus Leichenteilen einen neuen Menschen. Entsetzt von seiner Schöpfung flieht er daraufhin und lässt seine verwirrte Kreatur zurück. Als Dr. Frankenstein beschließt, seine Schöpfung zu vernichten, hat diese sich bereits sprachliche und geistige Fähigkeiten erlangt. Frankensteins Monster fordert nun von Victor ein weibliches Gegenstück. Der Erschaffer willigt ein, vernichtet aber die halbfertige weibliche Kreatur wieder, aus der Befürchtung, die beiden könnten Nachkommen zeugen. Daraufhin nimmt die Kreatur Rache und tötet die frisch Angetraute seines Schöpfers in der Hochzeitsnacht.

„Es bewegt sich – es lebt – es lebt! ES LEBT … Nun weiß ich, wie Gott sich fühlt.“ (Victor Frankenstein)


 

Erscheinung

Heute ist die Kreatur und sein Schöpfer in der öffentlichen Wahrnehmung längst zu einer Person verschmolzen und wird vor allem mit der Darstellung und Maske von Boris Karloff – in der Verfilmung von James Wahle (1931) assoziiert. Mit hoher Stirn, hängenden Augenlidern und Stahlbolzen im Hals taumelt er bis heute durch Trickfilme, Comics, Werbung und Rockposter. Dabei ist die Kreatur in Mary Shelleys Roman ein fast überlebensgroßes, athletisches Geschöpf mit dichtem schwarzen Haar und perfekten Zähnen. Für die Augen orientierte man sich eher an einem Stich von Goya, dessen Darstellung eines Irren erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Monster der karloffschen Darstellung hat. Natürlich bleibt die Frage offen, wo in aller Welt der gute Victor Leichen mit so plattem Kopf und so hoher Stirn gefunden hat. Die berühmten Bolzen im Hals sind Überbleibsel der kurzlebigen Idee, die Kreatur als eine Art mechanischen Menschen darzustellen.

 Frankenstein Verfilmungen

Das Motiv von Frankensteins Monster wurde in unzähligen Verfilmungen immer wieder aufgegriffen. Der erste Film kommt 1910 in die Kinos und gilt bis in die 70er Jahre als verschollen. Am Bekanntesten sind sicherlich die Verfilmungen mit Boris Karloff als Frankensteins Monster und die Umsetzungen der Hammer Studios, wie “Frankensteins Fluch“ (1957) oder “Frankenstein schuf ein Weib“ (1967). Auch Robert De Niro versuchte sich 1991 an der Darstellung des Frankensteinschen Monsters. Leider haben die verantwortlichen Maskenbildner zu wenig Humor, um seine Stirn eindrucksvoll in die Länge zu ziehen oder Stahlbolzen in seinen Hals zu bohren. Auf diese Art und Weise kann sich De Niro mit einigen Narben verziert, ganz auf die ursprüngliche Shelleysche Intention der leidenden und ausgestoßenen Kreatur konzentrieren.

Frankenstein Verkleidung

Als Halloween-Verkleidung ist das Monster von Victor Frankenstein einer der Klassiker schlechthin. Allerdings ist das eigenständige Anbringen von Stahlbolzen im Halsbereich nicht zu empfehlen (habt ihr gehört, liebe Kinder: der Onkel hat NEIN gesagt), da es ein wirklich unangenehmes Zwicken im Kehlkopfbereich auslöst. Und auch das wochenlange schmerzhafte Abplätten oder Abschleifen der Kopfdecke ist nicht jedermanns Sache. Eine bewährte Möglichkeit ist dagegen, die Benutzung einer entsprechenden Ganzkopfmaske. Am Besten kombinierst Du diese charmante Gesichtsverkleidung mit einem schlichten schwarzen Jacket, wie es Boris Karloff in seinen Filmen trägt. Die Zweite Möglichkeit ist eine realistischere Version ohne Maske, dafür mit vielen Narben und leichter Verwesungs-Schminke. Das vermittelt den Eindruck, dass für Dein Gesicht wenigstens drei Menschen als Organspender tätig waren. In Lumpen gehüllt, evtl. die Arme und Beine unterschiedlich lang, gibst Du eine überzeugende Vorstellung eines Wesens, welches von seinem Schöpfer verlassen wurde, und seit mehreren Wochen orientierungslos durch die Alpen taumelt.  Frankenstein's Monster Maske aus Schaumlatex Schminkanleitung Frankensteins MonsterFrankensteins Braut Kostüm Bei Möglichkeit Nummer 3 solltest Du Dich an die originalgetreue Buchvorlage halten. Gehe als nackter, athletischer Zwei-Meter-Mann mit glasigen Augen auf die Party. Niemand wird wissen, was Du darstellst, aber alle werden Dein Kostüm toll finden. Als Verhaltenskodex gelten drei Regeln: 1. Der unsichere Gang. 2. Das Zerdrücken von Gläsern mit der Hand (Liebe Kinder! Siehe oben) und 3. Ab und zu dem Nebenmann die Hand auf die Schulter legen und dann gepresst stöhnen: „Mach mir einnneee FFRAAUHH!“. Bei einer Nebenfrau empfiehlt sich alternativ: „Giihhhbb mmirr LLIEEHBE!“. Wenn Dir das alles zu blöd erscheint, kannst Du auch einfach tierisch abtanzen – das sieht immer witzig aus. Egal in welcher der drei Variationen!
Text: Andreas Hartung

Dracula

Mythos und Charakteristik des berühmtesten Vampirs aller Zeiten

„Willkommen hier in meinem Hause! Treten sie frei und freiwillig herein!“ (Graf Dracula)

Hintergrund

Lange Zeit gelten Vampire nicht als die eleganten Herrscher der Nacht, sondern werden vom einfachen Volk eher als dumme plumpe Blutsauger beschrieben. Das ändert sich erst, als der junge Dr. John Polidori eine von Lord Byron verfasste Kurzgeschichte ohne dessen Wissen überarbeitet. Die Geschichte entspringt jenen geselligen Nächten, in denen auch “Frankenstein“ zum ersten Mal erzählt wird und ist ursprünglich Byrons Beitrag zu den nächtlichen Schauerrunden.

The Vampyre

Heimlich schreibt jedoch Byrons Leibarzt Polidori die Geschichte fast völlig um und gibt ihr den Titel “The Vampyre“. In der 20-seitigen Erzählung wütet ein attraktiver adliger Vampir voller Charme und Intellekt durch die feine Londoner Gesellschaft. Die Vampirfigur des Lord Ruthven ist eine Parodie auf Lord Byron selbst. Im Jahr 1819 wird das Büchlein unauthorisiert im New Monthly Magazine veröffentlicht – und wird sofort zum Bestseller. Das Werk wird Lord Byron zugeschrieben und sein eigentlicher Urheber bleibt unerkannt. Als John William Polidori im August 1821 im Alter von 25 Jahren stirbt, stellt der Leichenbeschauer eine natürliche Todesursache fest. Das Gerücht, Polidori hätte sich aufgrund von Depressionen und Spielschulden selbst mit Blausäure vergiftet, hält sich jedoch bis heute. Der Siegeszug des eleganten Vampirs ist nun nicht mehr aufzuhalten. In Frankreich entsteht ein zweibändiger Fortsetzungsroman (“Lord Ruthwen ou les Vampires“) und zahlreiche Theaterstücke folgen (u.a. von Alexandre Dumas). Im erfolgreichen Vampir-Fortsetzungsroman “Varney, the Vampire or The Feast of Blood“, sind bereits viele Elemente enthalten, die später bei “Dracula“ wieder auftauchen.

Inspiration im Traum

Den Auslöser für den “Dracula“-Roman markiert ein Traum, den Bram Stoker am 7. März 1890 geträumt haben soll. Junge Frauen wollen ihn darin auf den Hals küssen. Er leidet Todesängste, bis ein alter Graf wütend dazwischen geht. „Dieser Mann gehört mir!“ Er beginnt, sich Aufzeichnungen zu machen, sammelt in seinem Sommerurlaub auf Whitby erste Notizen über Schiffsunglücke und Folklore. In der Bibliothek macht er sich Notizen über den walachischen Beinamen Dracula und die Feldzüge des Woiwoden Vlad Tepes gegen die Türken. Stoker sammelt Inspirationen und Geschichten für eine Horrorgeschichte, weiß sie aber noch nicht zusammenzubringen. Als Assistent und Manager des berühmten Shakespeare-Mimen Henry Irving findet Stoker nur kurze Pausen, um an seinen Notizen zu arbeiten. Während seiner  Sommerurlaube in Whitby, an der Nordostküste Schottlands, lässt er sich von dem noch bewohnten Slains Castle inspirieren. Es wird die Vorlage für das Schloss Dracula. Weiter in den Osten dringt er nicht vor. Entsprechend frei geht er mit der Darstellung Rumäniens und der Vorlage des historischen Vlad Draculas um.

Lebendige Leichen?

Während Schreiber Stoker an der Lucy-Passage arbeitet, hört er eine Geschichte über seinen ehemaligen Nachbarn, den Maler und Dichter Dante Gabriel Rossetti. Dieser lässt siebeneinhalb Jahre nach dem Tod seiner Frau den Sarg öffnen, um ein beigefügtes Buch mit Liebesgedichten zu entnehmen und es zu veröffentlichen. Zu seinem Erstaunen stellt er dabei fest, dass der Leichnam noch gut erhalten, das Gesicht schön und die Haare voll und golden sind. Viele Berichte über gut erhaltene, geradezu frisch und lebendig aussehende Leichen nähren jahrzehntelang Gerüchte im einfachen Volk und den Glauben an die Wiedergänger. Zu dieser Zeit wird die Bevölkerung von Epidemien und Tuberkulose hinweggerafft. Beim Öffnen der Gräber vermeintlicher Wiedergänger infizieren sich tapfere Bürger auf Vampirjagd immer weiter mit den langlebigen und hoch ansteckenden Tuberkulosebakterien. Man sah ausgezehrte Verstorbene plötzlich fett und wohlgenährt in ihren Gräbern liegen. Was der einfache Mann nicht wusste: Wegen der Zersetzung des Körpers durch Fäulnisbakterien bläht sich der Körper auf. Die Oberhaut löst sich durch von Gasen ausgepresste Flüssigkeit vom Körper ab. Die Lederhaut wird sichtbar und wirkt frisch und neu – der Leichnam scheint  lebendig. Verwesungsprozesse im Inneren erzeugen so genannte schmatzende Geräusche. Während der Fäulnis tritt Flüssigkeit über den Mund aus den Atemwegen heraus, die wie frisches Blut erscheint. Die Erdbestattung mit ihrer fehlenden Sauerstoffzufuhr sorgt dafür, dass der Leichnam acht Mal langsamer verwest, als an der Oberfläche. In Verbindung mit ausreichend Feuchtigkeit können die Körperfette zu Wachs erstarren und den toten Körper dauerhaft konservieren. In Amerika wurde 1892 – fünf Jahre vor dem Erscheinen von Dracula – der letzte “Vampir“ exhumiert.

Die Story

Der Maklerangestellte Jonathan Harker besucht den rumänischen Grafen Dracula, um mit ihm über Immobiliengeschäfte in London zu verhandeln. Bald schon merkt er, dass es auf dem Schloss des Grafen nicht mit rechten Dingen zugeht. Dracula hält Harker fortan im Schloss gefangen und begibt sich an dessen Stelle nach London. Dort zieht er die schöne Lucy in seinen Bann und macht sie zu einer der seinen. Auch der herbei eilende Dr. Van Helsing kann sie nicht mehr retten. Gemeinsam mit Lucys Freunden nimmt der Arzt den Kampf gegen den Grafen auf, der sich nun Mina, der Verlobten von Harker, zuwendet.

Dracula ist da

Die Entscheidung für den endgültigen Titel “Dracula“ fällt erst in letzter Minute. Zur Auswahl stehen ebenfalls die Titel “Der Untote“, “Der untote Untote“ oder “Count Wampyr“. Im Juni 1897 erscheint schließlich die Erstauflage von Dracula mit 3000 Exemplaren. Zu Stokers Lebzeiten folgen noch acht weitere englische Ausgaben, auch wenn das Buch kein nennenswerter kommerzieller Erfolg wird. Selbst nach Strokers Tod kann seine Frau Florence Balcombe nicht vom mittlerweile großen Erfolg des Werkes profitieren. Sie versucht 1922 vergeblich, ihre Rechte an der ersten Verfilmung des Romans („Nosferatu – Symphonie des Grauens“) geltend zu machen.

Erscheinung

Bei seinem ersten Erscheinen beschreibt Jonathan Harker Dracula als „ganz in Schwarz gekleideten, großen alten Mann mit einem langen weißen Schnurrbart“. Mina schreibt später von harten, grausamen aber zugleich sinnlichen Gesichtszügen, sowie auffallend roten Lippen im Kontrast zu strahlend weißen Zähnen. Noch spricht niemand von schwarzen Umhängen mit aufgestelltem Kragen und rotem Innenfutter. Später notiert Mina, dass offensichtlich ein paar Naturgesetze für den Grafen nicht gelten. So wirft er keinen Schatten, besitzt kein Spiegelbild und kann Räumlichkeiten nur nach ausdrücklicher Einladung durch einen Bewohner betreten. Dafür hat die Kräfte, sich in einen Wolf oder eine Fledermaus zu verwandeln, kann Nebel materialisieren und sich so klein machen, dass keine verschlossene Tür ihn aufhält. Am Tage jedoch ist er machtlos. Außerdem kann er fließendes Wasser nur bei eintretender Ebbe und Flut passieren. Bei der Konfrontation mit Knoblauch oder geheiligten Dingen verliert er seine Macht. Ein Zweig wilder Rosen auf seinen Sarg gelegt, hindert ihn am Herauskommen. Und wenn man dann noch mit einer geweihten Kugel in den Sarg schießt, ist man ihn endgültig los.

Verfilmungen

Es existieren zahlreiche mehr und weniger gelungene Verfilmungen zum Thema Dracula. Eine der originalgetreuesten ist “Nosferatu – Symphonie des Grauens“ aus dem Jahr 1922. Zwar verändert man, um das Copyright zu umgehen, den Namen des Grafen und verlegt die Handlung von London nach Bremen, trotzdem bewegt sich diese Umsetzung sehr nah an der Roman-Vorlage. Die erste Verfilmung unter dem Namen “Dracula“ (mit dem legendären Bela Lugosi in der Hauptrolle) stammt aus dem Jahre 1933. Es folgen zahlreiche Crossover-Filme, wie “The House of Frankenstein“ (1944) oder “Abott & Costello meet Frankenstein“ (1948). Aber erst die farbkräftigen Verfilmungen der legendären Hammer Studios, wie  “Horror of Dracula“ (1958) oder “Dracula – Prince of Darkness“  bzw. “Blut für Dracula“ (Werbung: „Story? Was noch keiner sah! Thema? Blut für Dracula Mit Horror! Schock mit Sex hoch drei! Sorry, erst ab 16 frei!“) von 1965 mit Christopher Lee als Dracula setzen neue Maßstäbe. Die letzte prägende Verfilmung ist die eng an das Original angelehnte von Francis Ford Coppola. Gary Oldman spielt darin einen besonders feingeistigen, melancholischen Dracula. Diese Verfilmung von 1992 rückt wieder mehr den sinnlich-erotischen Kontext der Draculageschichte in den Vordergrund.

Verkleidung

Das klassische Dracula-Outfit hat Stil. Abendgarderobe ist angesagt. Zur allergrößten Not ein Regencape mit albern aufgestellten Kragen und leuchtend roter Innenfarbe. Aber würde sich ein jahrhundertealtes, ehrwürdiges rumänisches Adelsgeschlecht mit Hang zu exzentrischer Ernährung so kleiden? Vermutlich ja. Dank Filmen wie der neuen Dracula-Version von Coppola und Anne Rice’s Zyklus um das “Interview mit einem Vampir“, bist Du aber auch in eleganter Abendgarderobe passend gekleidet. Allerdings sind dann Accessoires, wie Zylinder und Sonnenbrille Pflicht.

Nosferatu Kostüm

Vampir Kostüm

Vampirfürst Maske aus Latex

Darüber hinaus lautet Regel Nummer eins: Achte auf Deine Zähne. Vampirgrafen, deren schlecht sitzendes Gebiss ständig in der Bowle landet, wirken schnell wenig Furcht einflößend. Ein ausgeprägter Sprachfehler auf Grund eines überdimensionalen Plastikgebisses vermindert ebenso deutlich die Chance, am Hals ihres bezaubernden Gegenübers zu saugen. Sonst heißt die Devise: Benimm Dich! Du entstammst einem uralten, rumänischen Adelsgeschlecht und nicht der Gummibärenbande. Leiste Dir leichte exzentrische Ticks, wie ein zuckendes linkes Auge oder eine seltsame Handbewegung, aber tanze keinen Twist! Versuche,  mit Akzent zu sprechen. Wenn das mehr nach Exilrussisch als Rumänisch klingt, ist das auch okay. Im Regelfall merkt das eh keiner. Und Klugscheißer werden normalerweise sowieso nicht zu Partys eingeladen. Natürlich musst Du Dich nicht an den eleganten Dresscode halten. Du kannst auch einen pubertierenden Vampir von der Straße spielen, wie er aus dem Film “Near Dark“ bekannt ist. Aber sei darauf gefasst, falls Du sabbernd und lallend über die Anwesenden herfällst, ganz flugs von der Party entfernt zu werden. Und wenn Frankensteins Monster dann noch den Rausschmeißer mimt, gibt das ein lustiges Bild ab. Nur nicht für Dich. Ach und denke daran: Vampire essen nicht! Na dann, eine gute Nacht!
Weitere und ausführliche Informationen rund, um die Kleidung des Vampirs, sein Wesen und seine zahlreichen Veränderungen, findest Du hier. www.maskworld.com/german/news/vampirkostuem Und eine große Auswahl an Vampirkostümen und Accessoires findest Du hier: www.maskworld.com
Text: A. Hartung

Die Nacht der reitenden Leichen

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(Aka: La Noche del Terror Ciego, Tombs of the Blind Dead, The Night of the Blind Terror) 1971 | 90min | FSK Keine Jugendfreigabe Gar grausig treiben es die alten Templer auf ihrer Ordensburg. Anstatt sich im Gebet zu vertiefen und sich um die Befreiung Jerusalems zu kümmern, wie es sich für gute Christenritter gehört, ergehen sich die Ordensbrüder in unheiligen Ritualen und führen sich auf, wie der Gottseibeiuns persönlich. filme-die-reitenden-leichen-2008-10-15-003Jungfrauen werden entführt, ihrer Kleider entledigt, grausam gequält und anschließend wird auch noch ihr Blut getrunken. Das kann ja nicht lange gut gehen. Schon bald steht ein tapferer bewaffneter Mob vor der Ordensritterburg und macht den wenig tugendhaften Treiben ein grausames Ende, indem es die Templer zeitgemäß auf dem Scheiterhaufen entsorgt. Doch so einfach ist den unfrommen Rittern nicht bei zu kommen. So erheben sie sich bis zum heutigen Tage, Nacht für Nacht aus ihren Gräbern und Gruften (welche die lynchenden Dorfbewohner freundlicherweise für die verhassten Ritter angelegt haben), um auf ihre Pferde zu steigen (die anscheinend direkt neben den Rittern oder mit ihnen begraben wurden) und durch die Gegend zu reiten. So sind sie wieder auf der Suche nach unvorsichtigen jungen Frauen, die halbnackig in der alten Ordensburg übernachten und denen sie alsbald das Blut aussaugen.

Zornige Zeitlupen-Zombies

Mehrere Elemente machen die spanisch/portugiesische „Reitenden Leichen“-Tetralogie einzigartig und zu einem Filmerlebnis der besonderen Art. Da sind zum Ersten die “Haupthelden“, welche anmuten, als wären sie auf einer insolventen Rummel-Geisterbahn gecastet worden. Die Leichen sehen aus wie verstaubte Knochengerippe mit Kapuzenumhängen, rein äußerlich in einem attraktiven Graubraun gehalten. Zum Zweiten: die toten Ordensritter bewegen sich in Zeitlupe! Sie reiten auch in Zeitlupe. Selbstverständlich holen sie trotzdem (fast) alle ihre Opfer ein. Das liegt auch daran, dass diese es oft vorziehen, sich schreiend in eine Ecke zu stellen, anstatt die alten Staubritter einfach umzutreten und gemütlich davonzuschlendern. Beim Tempo der untoten Templer könnten sich viele der jungen Damen vorher sogar noch etwas anziehen. Tun sie aber nicht. Zumal die Ritter, wie der englische Titel schon besagt, blind sind und sie ihre Opfer nur hören können. Drittes Highlight der “Reitenden Leichen“-Filme ist der Soundtrack, welcher aus einem amtlichen okkulten Chor besteht, wie ihn sonst nur die Italiener derart atmosphärisch zaubern können. Nun ist es recht einfach, sich über die “Die Nacht der reitenden Leichen“ lustig zu machen. Der erste Teil nervt beispielsweise mit einigen, sinnfreien Dialogen, die den Fluss des Filmes doch arg stören. Teilweise werden die Opfer völlig sinnlos zu Zombies mit Vampir-Ambitionen. Aber nicht alle. Sprich, ein schöner verquarkter Murks, wie ihn sich selbst Meister Fulci nicht sinnloser hätte erdenken können. Entspannt man sich aber und legt das Bedürfnis ab, immer krampfhaft über alles ironisch ablästern zu müssen, entsteht sogar eine gruselige Atmosphäre. Der Trick mit der Zeitlupe, nur unterlegt von den Hufgeräuschen der untoten Pferde, erweist sich (wenn man es zulässt) als äußerst wirkungsvoll und bedrohlich. Wahrscheinlich ist es hilfreich, den Film ein wenig mit kindlichem Gemüt zu betrachten, anstatt lässig den Bodycount runter runterzuzählen, um seine Kumpels zu beeindrucken. Natürlich kann man die Filme (insbesondere 2-4) auch einfach als Partyspaß schauen und ordentlich ablachen. filme-die-reitenden-leichen-2008-10-15-004filme-die-reitenden-leichen-2008-10-15-001

Vier Filme für ein Halleluja

“Höhepunkt“ der Reihe ist sicherlich der dritte Teil: Das Geisterschiff der schwimmenden (!) Leichen. Herzlichen Glückwunsch! Bei der Geburt dieser Idee, wäre ich gern dabei gewesen. Auf die Fortsetzungen: “Der Heißluftballon der fliegenden Leichen“, “Die Eisenbahn der reisenden Leichen“, “Die fliegenden Leichen fliegen zum Mond“ und “Die reitenden Leichen hauen den Lukas“ warten wir leider bis heute vergebens. Dennoch ist die von Amando de Ossario “Reitende Leichen“-Reihe eine der absonderlichsten und charmantesten Filmreihen des Horrorfilms. Eigentlich schade, dass solch ein kruder naiver Mix aus ernst gemeintem liebevollen Trash, Horror, Geisterbahn und einem Hauch von Gore heute nicht mehr möglich ist. Aufgrund seiner mitunter doch recht expliziten Szenen, existieren vom ersten Teil diverse geschnittene Versionen, teilweise fehlen bis zu 14 Minuten. Dabei fallen nicht nur Blut und Sex der Schere zum Opfer, auch die “Handlung“ ist gestrafft. 1971: Die Nacht der reitenden Leichen (La noche del terror ciego) 1973: Die Rückkehr der reitenden Leichen (El ataque de los muertos sin ojos) 1974: Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen (El buque maldito) 1975: Das Blutgericht der reitenden Leichen (La noche de las gaviotas) Trailer: Trailer: „Die Rückkehr der reitenden Leichen“ Trailer: „Das Blutgericht der reitenden Leichen“ Text: Andreas Hartung

Die Geständnisse des Grafen Dracula

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cover4(Orginaltitel: “The Dracula Tape“) Genre: Parodie Autor: Fred Saberhagen Verlag: Festa Im Dezember 1975 trifft das Ehepaar Arthur Harker (Nachfahre des berühmten Jonathan Harker) und Janet Harker, während eines Schneesturmes, völlig entkräftet und dem Kältetod nahe, im All Saints Hospital bei Plymouth ein. Ihr Auto wird wenig später, ca. 30 Meilen entfernt, mit steckendem Schlüssel und halbvollem Tank gefunden. Auf die Frage hin, warum sie ihr Auto verlassen haben und was es mit dem Tonbandgerät auf dem Rücksitz des Wagens auf sich hat, verweigern sie vehement die Auskunft.

Totgeglaubte reden länger

Nicht ohne Grund, denn das Tonband weiß die Antwort. Darauf erzählt ein zu Unrecht Totgeglaubter seine Geschichte. Sein Name, Vlad III. Drăculea, besser bekannt als Graf Dracula! Naja, eigentlich erzählt er nicht seine ganze Lebensgeschichte. Vielmehr unternimmt der Fürst der Dunkelheit den ersten und letzten Versuch, einige Halbwahrheiten ins rechte Licht zu rücken. Insbesondere wurmt ihn die Darstellung jener Ereignisse in dem Tagebuch-& Brief-Roman, welcher Bram Stoker als Autor weltberühmt macht. So beschreibt Dracula, wie er versucht nach London überzusiedeln. Leider scheitert er mit dem Versuch, sich mit dem Kanzleiangestellten Jonathan Harker anzufreunden. Leider kann er ihn auch nicht vor drei blutrünstigen Vampir-Damen gleichzeitig beschützen. Der in Panik verfallene Harker versucht sich in diesem heiklen Moment, durch das hohe Fenster aus dem Staub zu machen, während vor dem Tore eigentlich, eine von Dracula bereit gestellte, luxuriöse Kutsche mit uniformiertem Ziegeuner-Fahrer, auf ihn wartet um ihn zum Bahnhof zu fahren. Draculas Bemühen steht auch weiterhin unter keinem guten Stern. Die Mannschaft seines Schiffes meuchelt sich auf der Überfahrt nach England vor lauter abergläubischer Furcht selbst, während der verzweifelte Graf versucht, den Kapitän zur Kooperation zu bewegen. Er fürchtet auf Grund zu laufen und dabei seine Kisten voller Heimaterde zu verlieren. Doch damit nicht genug, heftet sich auch noch der sadistische und nicht mal richtig englisch sprechende – ein Umstand, der anscheinend in keiner deutschen Dracula-Übersetzung Berücksichtigung fand – Dr. Van Helsing an Draculas Fersen.

Dracula, der Frauen-Versteher

Dracula
Wir haben es immer geahnt: Dracula ist ein Frauenversteher!
Mit den Frauen läuft es hingegen viel besser. Lucy ist froh, dass sie endlich einen Liebhaber gefunden hat, der ihr nicht mit ausufernden Wort-Eskapaden einen Heiratsantrag macht. Harkers frisch Angetraute Mina erweist sich gar als Draculas große Liebe. Gemeinsam schmieden Mina und er einen Plan, Draculas Tod vorzutäuschen und somit seinen fanatischen Feinden zu entkommen. “Die Geständnisse des Grafen Dracula“ erzählt Stokers berühmten Roman aus der Sicht des obersten aller Vampire. Da sich der erzählerische Ablauf sehr eng an der Vorlage orientiert, hält sich der Spannungsaufbau zwangsläufig in Grenzen. Dafür ist es sehr amüsant zu lesen, wenn Dracula versucht, sein in eigenr Person sein nicht vorhandenes Personal zu ersetzen und zivilisiert zu wirken. Harkers dreckiges Geschirr wirft er einfach aus dem Fenster, in der Überzeugung, dass die goldenen Teller in einigen Jahren von allein sauber werden. Von der Leerung des Nachttopfes ganz zu schweigen. Süffisant verweist er auf die fehlenden, medizinischen Kenntnisse des “führenden Mediziners“ Dr. Van Helsing, der Lucy mit wahllosen Bluttransfusionen zu Tode kuriert. Zudem sinniert er darüber, ob ihn allein seine sexuelle Sprunghaftigkeit (wenn man das so bezeichnen darf) zum Hassobjekt der tapferen Männer werden lässt. Ein unterhaltsamer Lesespaß!
Text: Andreas Hartung

Baltimore, oder Der standhafte Zinnsoldat und der Vampir

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Baltimore-Cover

(Originaltitel: “Baltimore, Or The Steadfast Tin Soldier And The Vampire“) Genre: Vampir-Roman mit düsteren märchenhaften Elementen Autor: Mike Mignola / ChristopherGolden Verlag: Crosscult

  Europa ist am Boden. Die Hessenkriege, ein dem 1.Weltkrieg ähnliches Szenario, sind praktisch vorbei. Aber nicht Sieg und Niederlage führten wie sonst üblich zum Kriegsende. Nein, die graue Pest wütet mit verheerenden Auswirkungen in ganz Europa. Angesichts der tödlichen Krankheit desertieren Freund und Feind, um zu ihren Liebsten zu eilen. In dieser Zeit treffen sich, in einer vom Verderben gezeichneten Stadt, drei seltsame Gestalten.


Triebfeder der Pest

Grund für das Treffen an diesem unwirtlichen Ort ist die Bitte eines gemeinsamen Freundes, namens Lord Henry Baltimore. Nach einem erschreckenden Erlebnis auf dem Schlachtfeld weiß er als einer der wenigen Menschen, um die wahre Herkunft der Pest. Nicht Bakterien sind die Krankheitserreger, sondern Vampire! Wie Heuschrecken überziehen sie die Landstriche und lassen nichts Lebendes zurück. Nachdem seine Familie den Todbringern zum Opfer gefallen ist, schwört Baltimore Rache und wird zum unerbittlichen Jäger der nächtlichen Blutparasiten. Dazu benötigt er jedoch die Hilfe seiner drei potentiellen Mitstreiter. Der Seemann Demetrius Aischos, der verstümmelte Chirurg Lemuel Rose und der adlige Jugendfreund Thomas Childress folgen dem Ruf ihres Freundes. Sie sind bereit, der Geschichte Baltimores Glauben zu schenken und ihn in seinem Kampf zu unterstützen. Schließlich haben sie selbst  bereits erschütternde Erfahrungen mit dem Bösen gemacht. Zunächst aber warten die Drei vergeblich in einer öden Spelunke, bis endlich ein Bote eintrifft und ihnen das Tagebuch von Lord Baltimore übergibt. Von da an wissen die drei skurrilen Helden, wie sie ihrem Freund helfen können. Baltimore-4Baltimore-3Baltimore-2

Vom Comic zum Buch

“Baltimore“ ist ursprünglich als Comic geplant. Als Hellboy-Schöpfer Mike Mignola aber merkt, dass die Geschichte den Rahmen sprengen würde, holt er Christopher Golden als erfahrenen Mitautor ins Boot. Das Ergebnis ist ein über 300 Seiten starker Roman. Die Kombination des Märchens vom einbeinigen Zinnsoldaten (Titelheld Baltimore verlor im Krieg ein Bein), klassischen Vampir-Geschichten und düsterer Folklore funktioniert hervorragend. Genau wie in seinen Comics (“Hellboy“) benutzt Mignola Motive aus der Welt der Sagen und Märchen, die er in seine Rahmengeschichte kunstvoll einbindet. So lesen wir in “Baltimore“ von verwunschenen Städten, indianischen Wasserdämonen und einem Gestalten-Wandler in Form eines Werwolfes.

Vom Buch zum Film

BaltimoreEine Verfilmung der Geschichte ist ebenfalls geplant. Die Regie soll David S. Goyer  führen, der bereits u.a. bei “Blade Trinity“ als Regisseur und bei “Dark Knight“ als Drehbuchautor fungierte. Das Drehbuch schreiben Mike Mignolia und Christopher Golden zusammen. Obwohl man den Eindruck hat, dass Mignola den Kern der folkloristischen Versatzstücke relativ unberührt lässt und diese “nur“ stimmig in sein Gesamtkonzept integriert, entsteht eine dichte, düstere und geheimnisvolle Atmosphäre. Seine Leistung besteht vorrangig darin, viele dieser Mythen und Geschichten in ein zeitgemäßes Gewand zu kleiden. “Baltimore“ ist in sofern keine Neuerfindung des Genres. Aber es ist ein unglaublich spannendes Buch und schauriges Gruselmärchen. Das Buch enthält darüber hinaus zahlreiche Illustrationen von Mignola, die größtenteils wie Embleme wirken. Noch mehr großflächige Bilder wären zwar schön gewesen, dafür hat das Buch aber das schönste Cover der letzten Jahre. Und als Zugabe gibt es das Original-Märchen “Der standhafte Zinnsoldat“ von Hans Christian Andersen.
Text: Andreas Hartung Alle Illustrationen sind von Mike Mignola und wurden dem Buch entnommen.

Halloween Rezept: Würstchen-Finger

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Halloween Rezept Würstchenfinger - Ideal für Kinderparty Lecker Halloween Rezept Würstchenfinger
Was gibt es Schöneres, als genüsslich an den Fingernägeln zu kauen? Klar, ganze Finger zu essen! Am besten die von anderen Leuten … Unser Wölfchen zeigt Dir, wie Du mit ein bisschen Bastelei leckere Würstchen-Finger zaubern kannst.

Zutatenliste



Wiener Würstchen oder schmale Bockwürste – ganze Mandeln, die Du dann noch halbieren kannst – eine leckere rote Sauce, also z.B. Ketchup, Schaschlik-Soße etc.

Zubereitung


Halloween Rezept Würstchenfinger: AusgangsmaterialNimm ein Würstchen und ein kleines scharfes Messer zur Hand.
Halloween Rezept Würstchenfinger: Das NagelbrettAls Erstes schnitzen wir ein schönes „Nagelbett“ für unseren Finger. Dazu machst Du einen flachen Einschnitt an einem Ende der Wurst. Er sollte ungefähr 1 cm breit und 2,5 cm lang sein.
Halloween Rezept Würstchenfinger: Präparierung des FingersDen gerade gemachten Einschnitt trennst Du jetzt nicht komplett ab – wenn Du zwei, drei Millimeter davon übrig lässt, entsteht nämlich ein kleiner Spalt, in den Du dann den Nagel einklemmen kannst.
Halloween Rezept Würstchenfinger: Präparierung des Fingers 2Das abgeschnittene Stück steckst Du als Snack für zwischendurch in den Mund.
Halloween Rezept Würstchenfinger: Anbringen des FingernagelsHalbiere eine ganze Mandel der Breite nach, damit sie nicht zu dick ist. Ganz hart Gesottene können übrigens auch eingelegte Knoblauchzehen verwenden! Schiebe die Mandel als Fingernagel auf das ausgeschnittene „Nagelbett“ und drücke sie ein bisschen in die geschnittene Spalte hinein, damit sie hinten festklemmt.
Halloween Rezept Würstchenfinger: fertig!Schon ist der wichtigste Teil vom Würstchen-Finger fertig! Du kannst jetzt noch einige Falten in den Finger schnitzen, damit er noch realistischer aussieht. Ein paar Beispiele siehst Du auf dem dem ersten Bild.
Halloween Rezept Würstchenfinger: Auf dem Teller!Die so gebastelten Finger ordnest Du in einem schicken Rund an …
Halloween Rezept Würstchenfinger: Ketchup-Blut … und versiehst das mit Hilfe der roten Sauce mit jeder Menge „Blut“!
Halloween Rezept WürstchenfingerFertig ist ein schönes Finger-Food – im wahrsten Sinne des Wortes!

 Guten Appetit und ein gutes Fingerspitzengefühl!



Halloween Rezept: Pyramiden-Kuchen

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Halloween Rezepte Pyramidenkuchen 2

Sogar simpler Blechkuchen lässt sich mit einfachen Mitteln zur schicken Halloween-Dekoration machen! Unsere maskworld.com-Mumie zeigt Dir, wie das geht…

 

Zutatenliste

– Für dieses Halloween Rezept benötigst Du ungefähr ein Backblech voll mit flachem Blechkuchen. Am besten einfachen Zuckerkuchen oder trockenen Streuselkuchen. Selbstgebackener Kuchen ist natürlich leckerer aber die Mumie hat schlicht zu viel Angst vor unserem Gasherd … wohl wegen der offenen Flamme und der Mullbinden-Wicklung und so… – ein paar Palmen aus Pappe oder Pfeifen-Reiniger (oder von Playmobil oder aus dem Modelleisenbahnladen) eignen sich perfekt als Dekoration. Falls Du im Gegensatz zu uns keine Lifesize-Mumie hast, schneide ganz einfach eine aus Papier aus. – Als brennend heißen Wüstensand empfehlen wir Dir Puderzucker.
 

Zubereitung

Halloween Rezept Pyramidenkuchen: Streuselkuchen als GrundlageAls erstes muss die große Pyramidenbasis aufs Tablett. Die Mumie hat einfach zwei rechteckige Streuselkuchen aus dem Supermarkt zusammen geschoben und hatte Glück – denn es müssen sauber geschnittene Quadrate sein!
Jetzt musst Du die nächsten Kuchenstücke ca. 5 cm kürzer schneiden als die Basis.
Halloween Rezept Pyramidenkuchen: Bau der PyramideSo geht das immer weiter, bis Du bei einem kleinen Stück als Spitze der Pyramide angekommen bist.
Halloween Rezept Pyramidenkuchen: ArbeitspauseWas heißt hier langweilig? Antike, ägyptische Pyramiden-Arbeiter hatten es deutlich schwerer!
Halloween Rezept Pyramidenkuchen: Einsanden der PyramideÜber die ganze Pyramide und das Tablett wehst Du nun ordentlich „Sand“.Mit den Palmen und der schlurfenden Mumie bekommt die schmackhafte Pyramide einen würdigen Rahmen.
Halloween Rezepte PyramidenkuchenLecker!

 

Guten Appetit und viel Spaß beim Bauen!

 

Text: Gregor Knape

Orgelmusik

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Stimmungsvolle Orgelmusik verleiht Deiner Halloween-Party zusätzliches Flair! Bild: Joergens.mi/Wikipedia Denke dabei nur an das bedauernswert entstellte “Phantom der Oper“, dass diese Sparte der Musik sogar in die Pop-Charts bringt. Da Orgelmusik allerdings nur bedingt tanzbar ist, eignet sich das Lied eher für den stilvollen Auftritt des Gastgebers oder als Hintergrundmusik zum Buffet. Als einer der bedeutendsten Komponisten widmet sich Johann Sebastian Bach ausgiebig der Komposition von Musikstücken für Orgeln. Seine Kompositionen werden im “Bach Werke Verzeichnis“ (BWV) unter den Nummern 525-771 geführt.

Hier unsere Top 3:

Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565)

Die wohl berühmteste und eingängigste aller Orgel-Kompositionen. Fast jeder (er)kennt die markante Melodie, die bereits den Auftakt prägt. Während das Lied läuft, kannst Du Dir sehr gut einen verrückten Professor oder einen anderen Wahnsinnigen vorstellen, der in die Tasten haut.

Passacaglia und Fuge c-Moll (BWV 582)

Die „Passacaglia BWV 582 in c-Moll“ kommt langsam aber stetig in Fahrt. In der Folge ufert das Werk immer mehr aus, bis es schließlich zu einem grandiosen Finale führt, bei dem scheinbar so viele Tasten wie möglich gleichzeitig betätigt werden.

Fantasie und Fuge g-Moll (BWV 542)

Die „Fantasie und Fuge in g-Moll“ wird von Kritikern als kühn und harmonisch beschrieben. Insgesamt nicht so spektakulär wie die beiden anderen Schöpfungen. Text: Sascha Adermann

Zombie

Ein absolut kultverdächtiger Klassiker, funktioniert ganz ohne Voodoo!

Der Zombie kommt nie aus der Mode, selbst nach einer globalen, atomaren Katastrophe wäre dieser Look absolut tragbar und zeitgemäß. Der große Vorteil des Wiedergängers ist seine universelle Einsetzbarkeit, er fühlt sich schließlich nahezu überall wohl: auf dem Friedhof, in der Nachbarschaft, im Einkaufszentrum! Das vollständige Set besteht aus vier asbestfreien Teilen, die Dich in Kürze in einen Untoten verwandeln. Mithilfe der zerfetzten Hose und des zerfledderten Hemds zeigst Du Dich und Deine, in den Stoff eingesäumten, Zombie-Körperteile von der schönsten Seite. Da schaut schon mal das ein oder andere Stückchen Skelett aus diversen Fleischwunden raus. Für das perfekte Finish sorgen die Hände, deren offene, blutige Stellen jeden noch so aufdringlichen Charmeur sicher vom obligatorischen Handkuss abhalten. Text: Sascha Adermann

Schwarze Witwe

Schwarze Witwen sind giftig und gelten deshalb gemeinhin als gefährlich.

Aber wer würde unserer aparten und attraktiven Arachniden-Braut nicht gerne freiwillig ins Netz gehen? Natürlich niemand! Mit diesem aufsehenerregenden Dress lassen sich mannigfaltige Formen von Arachnophobie im Handumdrehen heilen. So schnappst Du Dir jeden smarten Spinner – wenn Du es willst! Das Kostüm ist einteilig und in verschiedenen Größen verfügbar. Die kafkaesk anmutenden Spinnenbeine sind mit Schnüren an den Handschuhen vernäht, dadurch lassen sie sich auch mithilfe der Arme bewegen. Anhand der Schnürung im Taillenbereich wird das Kleid individuell und figurbetont angepasst. Den oberen Tüllstoff zieren grazile Spinnennetzmuster. Vergiss Thekla, mit diesem Suit wirst Du zur Spinnenkönigin! Sei Dir sicher: mancher Insektenfreund wird sich wünschen, Du hättest wirklich acht Beine. Text: Sascha Adermann

Miss Dracula

Kennst Du „dem Dracula seine Frau“?

Nie gehört, geschweige denn gesehen? Dann hast Du definitiv was verpasst! Schau Dir selber mal diesen schicken Dress an. Nicht nur, dass es ziemlich machomäßig und politisch inkorrekt wäre, die Existenz einer Miss Dracula anzuzweifeln. Es wäre auch ein herber Verlust für die große weite Party- und Männerwelt! Das Kostüm in zeitlosem rot-schwarz setzt sich aus drei Elementen zusammen. Der hinten spitz zulaufende, schwarze Samtmantel mit den todschicken Trompeten-Ärmeln wird von frechen, diagonalen Hakenverschlüssen zusammengehalten und dabei von dem asymetrisch geschnittenen, roten Unterkleid sinnlich betont. Da lässt sich jeder gerne beißen! Text: Sascha Adermann

Michael Myers

Michael Myers KostümWeiße Maske mit starrem, debilem Gesichtsausdruck, blauer Anzug aus der Irrenanstalt, blutverschmiertes Küchenmesser… aaaaargh… Michael Myers!

Korrekt. John Carpenters personifizierter Halloween-Killer macht immer mächtig Eindruck, egal ob im Keller oder im Fahrstuhl. Da wird selbst die große Schwester vor ihrem Schminkspiegel sofort blass vor Schreck – oder vor Neid. Michael Myers Maske Unser Komplett-Set besteht aus Maske, Anzug, Messer und Kunstblut. Der Kopfschmuck selbst betont auf unheimliche Art und Weise Deine Augen. Durch die starre Mimik und die trendresistente Frisur wirkst Du im Nu wie ein unmenschliches Ungeheuer. Natürlich fühlt sich der wahre Psycho-Schlitzer erst dann wohl in seiner Haut, wenn selbige im bequemen, blauen Anstalts-Dress steckt. Last but not least braucht der Metzel-König auch stilechtes Schneidwerkzeug. Dazu gibt es noch etwas Kunstblut, denn wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Unser Küchenmesser ist übrigens aus ungefährlichem Plastik, damit nachher keiner heult…
Michael Myers Maske
Bild 1
Michael Myers Maske
Bild 2
Michael Myers Maske
Bild 3
  Bild 1: Wer lieber etwas kaputter und älter aussehen möchte, dem empfehlen wir die Original Michael Myers Maske aus dem „Halloween“-Remake von Rob Zombie! Bild 2: In Zusammenarbeit mit Senator Filmverleih haben wir – anlässlich des Rob Zombie Remakes – für alle Fans eine beeindruckende, handbemalte Michael Myers-Maske angefertigt. Ob als Sammlerstück im Regal oder auf der nächsten Halloween-Party, mit dieser Maske holst Du Dir das Grauen nach Hause! (Special Edition in limitierter Auflage) Bild 3: In der Fortsetzung des „Halloween“-Remakes zieren nicht nur schlimme Kerben, sondern auch blutige Wunden und graue, verfilzte Haare die Maske. Text: Sascha Adermann

Die Stunde, wenn Dracula kommt

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blacksunday1(Original Titel: Black Sunday, The Demons Mask, The Mask of Satan) 1960 | 84min | FSK 16 Jahrelang arbeitet der Italiener Mario Bava als Kameramann. Häufig springt er als Regisseur bei den Dreharbeiten ein, weil die eigentlichen Regisseure die Klappe hinwerfen. Bava erwirbt sich dadurch aber den Ruf eines Mannes, der mit wenigen Mitteln viel erreicht. 1960 ist es dann soweit: Mario Bava darf seinen ersten eigenen Film drehen. Er entscheidet sich für einen Stoff, der (sehr frei) an Motive des russischen Schriftstellers Nikolai Gogol angelegt ist. Im Jahre 1630 sollen die adlige Asa Vaida und ihr Liebhaber Javutich als Hexe und Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Vorher wird ihnen eine, auf der Innenseite mit langen Nägeln bestückte, Maske (die im Originaltitel erwähnte Dämonenmaske) aufs Gesicht gezimmert. Bevor es aber dazu kommt, findet Asa noch die Kraft, den Inquisitor, ihren eigenen Bruder, und seine Nachkommen zu verfluchen sowie ihre eigene Wiederauferstehung anzukündigen. Aufgrund plötzlich einsetzenden Regens, können die Leichen jedoch nicht verbrannt werden und die tapferen Satanistenlyncher wollen nicht auf das Ende des Regens warten. So liegen Asa und ihr Liebhaber Javutich auch noch zweihundert Jahre später nahezu unversehrt in ihren Gräbern und sinnen auf Rache!

Mordendes Ringelreihen im gotischem Gemäuer!

Die Möglichkeit zur Vergeltung bietet sich gut 300 Jahre später, als Prof. Krubajan und sein Assistent Dr. Gorobec aufgrund einer Reifenpanne die Gruft derer von Vaida, besichtigen. Bei dem Versuch, sich gegen eine überdimensionale Fledermaus zu wehren, zerstört Dr. Krubajan das bannende Steinkreuz, welches die Hexe bisher von ihrem Rachefeldzug abgehalten hat. Da Asa selbst noch zu schwach ist, um sich aus dem Grabe zu erheben, erweckt sie erstmal ihren Liebhaber zu neuem Leben. Dieser beginnt nun, als vampirähnliches Wesen, die Abrechnung für die Geliebte in die Tat umzusetzen. Insbesondere die junge Tochter des Fürsten Vaida, die Asa wie ein Ei dem anderen gleicht, soll für die vergangenen Taten büßen und ihrer satanistischen Vorfahrin endgültig zu neuem Leben verhelfen. Es beginnt ein lustig, mordendes Ringelreihen, in dem viele Protagonisten zu Untoten werden, ständig Leute durch Kamintüren in düstere Geheimgänge stolpern und steinerne Sarkophage explodieren.

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“Die Stunde, wenn Dracula kommt“ ist ein schauerliches, optisches Meisterwerk der alten Schule und so etwas, wie der künstlerische Höhepunkt des gotischen Schauerfilms mit dezenten Ekeleinlagen. Schlichtweg eine wahre Augenweide. Mit Dracula hat der Film im Übrigen rein gar nichts gemein. Der Vampirismus als solcher nimmt ebenfalls nur eine Nebenrolle ein. Text: Andreas Hartung Trailer (englisch):

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Der Schrecken vom Amazonas

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(Original Titel: Creature From The Black Lagoon) 1954 | 79min | FSK 12 Der Wissenschaftler Dr. David Reed findet bei einer Expedition im Amazonas Überreste einer unbekannten Amphibienart, welche lustig aus einem Felsen ragen (ja, damals war Wissenschaft noch einfach und jeden zweiten Tag hat es in der Wüste Gobi Dinosaurierknochen geregnet). Als er mit einem eiligst zusammengerufenen Forschungsteam in sein Lager zurückkehrt, findet er dieses verwüstet und seine einheimischen Assistenten ermordet vor. Nach erfolgloser Forschungsarbeit beschließen sie, in der benachbarten, geheimnisvollen Schwarzen Lagune weiterzusuchen. Anstatt jedoch Knochenfunde zu entdecken, begegnet den Forschern ein quicklebendiges Exemplar.

Die Kreatur aus der Schwarzen Lagune

“Der Schrecken vom Amazonas“ ist der letzte der großen Monsterfilme, der sich dauerhaft ins kollektive Bewusstsein gebrannt hat. Ähnlich wie bei Frankensteins Monster, handelt es sich bei dem Kiemewesen vor allem um eine einsame und missverstandene Figur, deren Mordtaten meist aus Gegenwehr erfolgen. Wie bei “King Kong“ verliebt sich das Monster in die “weiße Frau“ des Expeditionsteams. Allerdings trägt sie kein Kleid, sondern einen weißen Badeanzug, als sie räkelnd durch die schwarze Lagune (ganz offensichtlich ein Schwarzweiß-Film) schwimmt. Das Biest beobachtet sie fasziniert und folgt ihr mit einigen Metern (manchmal auch nur Zentimetern) Abstand, was zu einigen schönen Synchronschwimmszenen führt. Die Unterwasseraufnahmen sind bemerkenswert und sogar heute noch wunderschön und atmosphärisch anzuschauen, auch wenn man meistens einen Stuntman im Gummianzug wahrnimmt, der offenbar recht lange die Luft anhalten kann.

Kopfschmerz-Kino

“Der Schrecken vom Amazonas“ wurde als erster 3D-Film mit Unterwasseraufnahmen vermarktet. Noch heute kann man sich bei der Eröffnungssequenz und dem Strecken und Greifen des Monsters gut vorstellen, wie eindrucksvoll der Film in einer 3D-Vorführung gewirkt haben muss. Allerdings war die korrekte Vorführung schwierig zu handhaben und vielen Kinos gelang es nicht, die zwei notwendigen Projektoren synchron laufen zu lassen. Die Folge: Schon bei einer Verschiebung von lediglich drei Bildern pro Sekunde geht der Zuschauer mit kräftigen Kopfschmerzen nach Hause. So werden schon für die Fortsetzung (“Die Rache des Ungeheuers“ 1955) nur noch wenige 3D-Kopien ausgeliefert, zumal es große Probleme bei den 3D-Aufnahmen gibt und sich immer wieder die Kameras als nicht ausreichend wasserdicht erweisen. Bekommt die sympathische Gummiamphibie im zweiten Teil ein wesentlich breiteres Gesicht verpasst, wird es im dritten Teil (“Das Ungeheuer ist unter uns“ 1956) nach starken Verbrennungen und Notoperationen noch menschlicher. So steht es am Ende unverstanden und voller Sehnsucht am Meeresufer und kann doch – wie die kleine Meerjungfrau – nie wieder in sein Element zurückkehren. Ein spannender Film, der von seiner stimmigen Atmosphäre lebt. Wunderschöne Schwarzweiß-Bilder und gelungene Unterwasseraufnahmen fesseln den Zuschauer auch noch 50 Jahre nach Erscheinen des Films. Und mit der Kreatur ist Jack Arnold ein Volltreffer gelungen. Der Kiemenmensch ist heute zu Recht eine Ikone des klassischen Horrorfilms. Text: Andreas Hartung
  Trailer: The Creature of the Black Lagoon Revenge of the Creature The Creature Walks Among
 

Hocus Pocus

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1993 | 92min | FSK 12 Anno 1693, Salem, Amerika. Die drei Sanderson Schwestern, Winifred, Mary und Sarah, sind Hexen wie aus dem Bilderbuch. Vorwiegend hässlich und abgrundtief böse. Einzig die jüngste des Hexentrios, Sarah (gespielt von Sarah Jessica Parker) besitzt ein verführerisches Puppengesicht. Sie vermag es, dem Rattenfänger von Hameln ebenbürtig, kleine Kinder mit Hilfe ihres engelsgleichen Lockgesangs zu ködern und in das Haus der Schwestern zu führen. Dort wird ihnen die Lebenskraft, zugunsten der Unsterblichkeit der Hexen, ausgesaugt.

Come little children

Eine lange Zeit zelebrieren sie unbehelligt ihre finsteren Machenschaften, bis eines Tages auch die kleine Emily von den Sandersons entführt wird. Thackery Binx, Emily’s äterer Bruder, stellt sich ihnen mutig in den Weg und wird von den Hexen zur Strafe zum ewigen Leben als schwarzer Kater verdammt. Trotzdem decken die Bewohner Salems die Tat der Teufelsweiber auf und so sollen die Hexen unverzüglich gehängt werden. Bevor sie jedoch ihr Leben aushauchen, spricht Winifred, die fieseste der drei Sandersons (gespielt von Bette Midler), noch eine absichernde Verwünschung aus: Sollte an Halloween eine jungfräuliche Kreatur die schwarzflammige Kerze anzünden, werden die Hexen wiederauferstehen und Rache an ganz Salem nehmen.

I put a spell on you

Dreihundert Jahre später wird diese düstere Prophezeiung – wer hätte das gedacht – natürlich Wirklichkeit. Die Kerze wird aus Unwissenheit und Übermut entzündet. Bei der orakelten Jungfrau handelt es sich um Max Dennison, einen frisch nach Salem zugezogenen Teenager aus Los Angeles, mit kleiner Schwester, leutseligen Eltern und Kontaktproblemen. Die Schwestern aber treiben nun wieder ihr Unwesen und haben sich vorgenommen, sämtlichen Kindern von Salem an Halloween die Lebenskraft zu entziehen und die Stadt in ihre Gewalt zu bringen. Doch Max, seine Schwester Dani, der sprechende Kater Binx sowie Max’s heiß umworbene Flamme Allison und ein kauziger Zombie (Winifreds Ex-Verlobter) sagen ihnen den Kampf an. Wie die Sache ausgeht, ist sicher nicht so schwer zu erraten, oder? 1993 erhält der Film zum Kinostart zunächst eine Freigabe ab 6 Jahren, da Disney auf eine geschnittene Leinwandfassung besteht. Seit der Veröffentlichung auf DVD ist der Streifen jedoch glücklicherweise als ungekürzte FSK 12-Version zu genießen. „Hocus Pocus“ ist daher ein im Grunde familienfreundlicher Hexenspaß der schrillen Sorte, der den Zauber Halloweens in liebevoller Weise einfängt und im Spiel mit den Klischees dieses Festes fabelhaft zu unterhalten weiß, auch wenn die ganz kleinen Halloween-Geister sich noch nicht an ihm erfreuen können. Man sinkt gemütlich in die Couchkissen, schmunzelt über den ein oder anderen gelungenen Gag, lässt sich vielleicht für das nächste Halloween durch die bunten, sowie fantasievollen Kostüme inspirieren und wippt bei den unterhaltsamen Songeinlagen à la Midler & Co mit dem Fuß. Der Film ist turbulent, witzig, nicht allzu tiefgründig, jedoch mit guter Musik und netten Kulissen. Spannend, aber harmlos! Very Charming!
Text: Cornelia Weidmann

Aktion Mutante

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1993 | 91min | FSK Keine Jugendfreigabe Es gibt Filme, die sind einfach anders. „Aktion Mutante“ ist so ein Streifen. Da wird dem wohlwollenden Betrachter allein schon mittels eines komplett kranken Handlungsstrangs das Gehirn aufgeweicht. 1993 bringt Regisseur Alex de la Iglesia („Perdita Durango“) dieses extrem eigenwillige Werk heraus. Es ist sein erster Film in Spielfilmlänge.

aktionmutante_coverVon irrelevanten IQ’s, fanatischen Freimaurern und bedrohlichen Brustimplantaten

Die Story musst man sich auf der Zunge zergehen lassen. Im Jahr 2012 schließt sich eine Gruppe militanter Freaks zur „Aktion Mutante“ zusammen. Der entstellte Ramon, dessen Gesicht zur Hälfte von einer schmucken Ledermaske verdeckt wird, ist der Anführer der Terrorzelle. Unterstützt wird er von den siamesichen Zwillingen Alex und Juan, sowie dem 50-fach vorbestraften Mechaniker José. Auch Cesar Ravenstein (was für ein Name) ist dabei, der ein 5-Kilo-Sprengstoff-Implantat in seiner Brust trägt. Dazu kommen noch der taube Gonzales, mit dem niedrigsten IQ der Welt, und Montero. Letzterer ist nicht nur homosexuell, bucklig und zwergwüchsig, sondern auch Jude, Freimaurer und Kommunist in Personalunion. Bisher begnügte sich die Horror-Horde mit Anschlägen auf Spermabanken und Fitness-Studios. Doch der nächste und zugleich größte Coup dieses kuriosen Kollektivs ist schon geplant: Die schöne Patricia, Tochter des überaus reichen Bäckermeisters Orujo, soll entführt werden. Dass es die Truppe im Verlauf des Films auf einen entlegenen Planeten voller Triebtäter verschlägt, stellt nur die Spitze des Eisbergs dar. Zugegeben, die darstellerischen Leistungen sind allenfalls durchschnittlich. Die Schauspieler sind hierzulande allesamt weitgehend unbekannt. Gut gefallen tun jedoch die Masken und Kostüme. Die düsteren Dekorationen und das abgefahrene Ambiente der Drehorte gehen in Ordnung. Ein Lob auch für die Musik. Die zumeist rockige Mucke von „Def con dos“ fetzt über weite Teile ganz ordentlich. Besonders cool: Das berühmte Mission Impossible-Theme (von Lola Schifrin) kommt im Film bereits nach der ersten Szene zum Einsatz. Irgendwie lustig, wenn man dabei an Tom Cruise denkt… Trailer (spanisch): Text: Sascha Adermann