(The Witches)
1990 | 91 Minuten | FSK 6
Wenn die lieben Kleinen nachts nicht schlafen können, weil sich unter dem Bett die Monster regen, aus der Jacke über dem Stuhl ein böser Clown wird und aus dem knorrigen Baum vor dem Fenster eine alte Hexe… dann kann sich das verängstigte Kind meist darauf verlassen, dass ein sicher wirkendes Erwachsenenteil etwas halbherzig unter dem Bett nachschaut und überzeugend versichert Monster, Hexen und Horrorclowns würde es nicht geben. Und wenn, dann bestimmt nicht hier in der Gegend.
Liebe Kinder, nun kommt die schlechte Nachricht: Hexen gibt es wirklich. Und zwar vermutlich in eurer unmittelbaren Nachbarschaft!
Wenn Du jetzt zum Beispiel diesen Artikel, beim Warten auf dem Bus auf einem dieser hypermodernen Tablets liest, dann schau doch mal verstohlen nach links. Sitzt da vielleicht eine ältere Dame? Mit Handschuhen? Die sich verstohlen die Hände vor die Nase hält und ab und zu am Kopf kratzt, weil die offensichtliche Perücke juckt? Tja… das ist eine Hexe! „Wie?“, sagst Du jetzt. „Das ist doch die Frau Giesenmeier. Die wohnt drei Straßen weiter und bietet mir immer Schokolade an.“ Da siehst Du es: Ich habe doch gesagt, Hexen wohnen in der unmittelbaren Nachbarschaft. Und nun sei mal froh, dass Du die Schokolade nicht angenommen hast, weil deine Eltern Dir beigebracht haben, nichts von Fremden anzunehmen.
Sonst wäre es Dir vermutlich wie Luke ergangen. Der hat auch nicht an Hexen geglaubt. Bis seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Anschließend zieht er zu seiner Großmutter, die sich unerwarteterweise als eine Art Hexenjägerin entpuppt und sich gut auskennt. Gottseidank. Denn eines Tages muss Luke feststellen, dass in dem Hotel, wo sich die Großmutter eigentlich nur bei einem angenehmen Kuraufenthalt erholen wollte, ein Hexenkongress statt findet. In dessen Mittelpunkt steht nichts anderes, als die Beseitigung aller Kinder, die zu diesem Zweck in Mäuse verwandelt werden sollen, auf dass ihre eigenen Eltern die lieben Kleinen als vermeintliches Ungeziefer totschlagen. Viel Zeit hat Luke jedoch nicht, seine Entdeckung zu verbreiten. Er wird entdeckt und – wie der fette Bruno zuvor – in eine Maus verwandelt. Gut nur, dass seine Großmutter keine Angst vor Mäusen hat. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen die fiese Oberhexe und ihren Hexenkongress auf.
Hexen Hexen ist ein Buch von Roald Dahl, welches 1990 von Nicolas Roeg (“Wenn die Gondeln Trauer tragen“) kongenial verfilmt wurde. Das liegt zu einem nicht unwesentlichen Teil an der großartigen Anjelica Huston (“Die Addams Family“) als fies verschlagene Oberhexe. In der Rolle als schmieriger gestresster Hoteldirektor gestikuliert ein junger Rowan Atkinson (alias Mr. Bean) durch die Hotelflure. Desweiteren punktet der Film durch seine extrem beeindruckenden Special Effects, welche vom legendären Jim Henson’s Creature Shop zu verantworten sind. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Ist die Grundidee von Roald Dahl von den alten netten Damen, die ihre körperlichen Absonderlichkeiten mit Accessoires wie kratzenden Perücken und Handschuhen verstecken müssen, schon recht perfide, so legt der Film in der Szene, wenn sich die Hexen im Kongress-Saal seufzend ihrer Tarnung entledigen, noch einen drauf. So mancher minderjährige Zuschauer wird nach dem Schauen des seltsamerweise mit FSK 6 eingestuften Filmes mindestens ein halbes Jahr Probleme mit dem Einschlafen haben und im Bus keiner freundlich schauenden älteren Dame mehr einen Sitzplatz anbieten. Auch die Darstellung der Mäuse ist äußerst gelungen und weit entfernt von dem heutzutage üblichen, sterilen CGI-Mittelmaß.
Ein tolles Filmvergnügen für Jung (naja… vielleicht nicht zuuu jung) und Alt, der seine jungen Zuschauer ernst nimmt und sich auch mal traut ordentlich auf die Pauke zu hauen. Da kann man auch das etwas überzogen schmierige Happy-End in Abwandlung zum Buchende verzeihen: (Achtung Spoiler!) Im Buch bleibt Luke eine Maus und beschließt mit seiner Großmutter, durch die Welt zu ziehen und alle Hexen zu vernichten. Als Maus. Aber das wollte man den Zuschauern dann doch nicht zumuten.
Genre: Jugend-Monsterbuch mit Splatter-Einlagen
Autor: Rick Yancey
Verlag: Bastei Lübbe
Die Monstrumologie ist eine Wissenschaft. Sie beschäftigt sich mit dem Studium der Kreaturen, welche sich dem Menschen gegenüber grundsätzlich feindselig verhalten, deren Existenz aber vom Rest der Wissenschaft nicht anerkannt wird. Also zum Beispiel alle Wesen, die in unserer Rubrik “Monster der Welt“ zu finden sind. Da die Öffentlichkeit die Existenz dieser Kreaturen bezweifelt, aber trotzdem vor ihnen geschützt werden muss, untersuchen die meisten Monstrumologen die Monster nicht nur, sondern machen gleichzeitig auch noch Jagd auf sie. Irgendjemand muss es ja tun.
Der eigenbrötlerische Dr. Pellinore Warthrop ist solch ein Monstrumologe. Er ist nicht nur Einzelgänger, sondern auch: exzentrisch, verstockt, geschwätzig, autistisch, genial, leidenschaftlich, empfindlich, rücksichtslos und dazu etwas manisch. Also kein Mensch mit dem man unbedingt zusammenleben möchte. Der zwölfjährige Will Henry tut es trotzdem. Als Zwölfjähriger hat man meistens nicht die große Wahl. Früher war sein Vater der treu ergebene Assistent von Warthrop. Nach dem Tod seiner Eltern nahm dieser den Halbwüchsigen bei sich auf und nun ist eben er, der Zwölfjährige, dessen neuer Assistent. Das er noch ein halbes Kind ist, scheint der Doktor kaum zu bemerken. Oder er will es nicht. Und so hat Will Henry in seinen jungen Jahren schon mehr von der dunklen Seite der Natur gesehen, als mancher Erwachsene in seinem ganzen Leben. Dem Doktor würde es im Traum nicht einfallen, seinen jungen Assistenten vor dem Haus warten zu lassen, in dem die Überreste einer vielköpfigen Familie zerfetzt über die Wände verteilt sind. „Deine Dienste sind mir unentbehrlich, Will Henry“ sagt er stattdessen.
Echte Monster: Die Anthropophagen
Zwei der drei Bücher mit den Abenteuern des zwölfjährigen Will Henry, dem Monstrumologen-Assistenten, sind bis jetzt auf deutsch erschienen. Der Reiz der Bücher besteht darin, dass Autor Rick Yancey auf Kreaturen aus Mythen und alten Erzählungen zurück greift. Also Wesen an deren Existenz vermutlich wirklich einmal geglaubt wurde. Im ersten Band (“Der Monstrumologe“) sind das die Anthropophagen. Das ist griechisch und war das vormals geläufige Wort für Menschenfresser. Rick Yancey benutzt hier die Überlieferungen über wilde menschenfressende Stämme in der Südsee mit den Erzählungen antiker und mittelalterlicher Seeleute über ein Volk ohne Kopf, die den Mund und die Augen auf dem Körper haben. Bei Yancey wird aus diesen antiken Figuren eine tierische Gattung mit obskuren Äußerem und einer rasenden Vorliebe für Menschenfleisch.
Solch ein Rudel taucht nun in unmittelbarer Nachbarschaft von Monstrumologe Warthrop auf. Und das, obwohl diese Gattung eigentlich nur in Westafrika heimisch ist. Sie dürften gar nicht hier sein. Wie sind sie dahin gekommen? Bald nährt sich der Verdacht, dass Warthrops vor fünf Jahren verstorbener Vater, ebenfalls eine Monstrumologe, für das Vorhandensein der Kreaturen verantwortlich ist. Welchen Zwecke er mit dieser gefährlichen Aktion verfolgte, ist unklar. Walthrop, der zwar ein angespanntes Verhältnis zu seinem Vater hat, sträubt sich dennoch mit Händen und Füßen gegen diese Theorie und sucht statt dessen nach anderen Erklärungen. Der von ihm widerwillig zur Hilfe gerufene undurchsichtige Experte Cory Kearns („Halte Dich von ihm fern, Will Henry“) zwingt ihn dazu, sich mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzen. Vorher gehen sie aber erstmal auf Anthropophagen-Jagd.
Der Fluch des Wendigo
Im zweiten Band brechen Will Henry und der Doktor in die unendlichen Wälder Kanadas auf, um einen alten Freund und Kameraden des Doktors zu suchen und vielleicht zu retten. Dieser soll ein Opfer des Wendigo geworden sein. Ein Wesen, dessen Existenz Dr. Warthrop vehement bestreitet und als unwissenschaftlich abtut. Er soll eines Besseren belehrt werden.
Rick Yancey ist nicht der größte Autor der Welt. Seine Stärke sind die Figuren. Die Beziehung des jungen Henry zu seinem Vorbild und das komplizierte exzentrische Verhältnis des Doktors zum Rest der Welt. Dabei ist der Doktor kein unangreifbarer, fehlerloser Held, der nur mit einem zu großen Schuss Kauzigkeit gesegnet ist, sondern er ist fehlerbehaftet und mitunter charakterschwach. Und seine Fehler kosten Menschen das Leben.
Die Geschichten sind geradlinig und sehr spannend erzählt, wenn auch ohne große Überraschungen oder gar weitere originelle Einfälle. Ab und zu beschleicht einen der Verdacht, dass Rick Yancey bei seinen Recherchen zu den Monsterkreaturen nicht weit über den entsprechenden Wikipedia-Artikel hinausgekommen ist. Das tut dem Lesespaß zwar keinen wirklichen Abbruch, belässt die Reihe aber unter ihrem Potential und wirkt mitunter etwas platt. Wer eine wirklich beeindruckend gruselige Wendigo-Geschichte lesen will, sei an dieser Stelle noch einmal ganz spontan “Der Wendigo“ von Altmeister Algernon Blackwood ans Herz gelegt.
Nichts für schwache Nerven
Trotz seines jugendlich anmutenden Sujets (Junge geht mit Monsterjäger auf Monsterjagd) geht es in den Monstrumologen-Büchern stellenweise deutlich zur Sache. Für die Beschreibung des todkranken Kapitäns in der Irrenanstalt oder die letzten Minuten von Will Henrys Vater sollte man nicht allzu zart besaitet sein und nicht gerade beim Abendbrot sitzen.
Warum der Layouter der Meinung war, es würde dem Buch gut tun, einen Werkzeugkasten im Buch auszukippen, weiß vermutlich nur er (oder sie). Als Ausgleich gibt es einige schöne Illustrationen von Jürgen Geier Speh, der auch schon “Die Leichen des jungen Werther“ veredelte.
Der dritte Teil der Reihe, mit dem Titel “Der Monstrumologe und die Insel des Blutes“, erschien am 11. Januar 2013
Der Erdenball ist eine erschlossenene und vermessene Zone. So siehts nun mal aus. Man kann Touren auf den Mount Everest buchen und zur Titanic tauchen. Egal in welcher Wüste man gerade der Einsamkeit und dem Extremtourismus frönen möchte – irgendjemand war mit Sicherheit schon vorher da und hat einen Imbisswagen aufgestellt. Den Zugang zum WLAN erfragen Sie bitte an der Theke.
Zu dumm nur, dass es in der heutigen Zeit der organisierten Individualisierung unbedingt notwendig ist, ebenfalls total individualisiert Urlaub zu machen. Pauschaltourismus ist für Langweiler! Wer will schon dahin, wo der Nachbar letztes Jahr auch schon war. Indien ist zu voll! Der Himalaya total überlaufen! Surfen auf Hawai, Tauchen in der Haifischbucht – Kickt nicht mehr! Da fahren ja schon meine Eltern hin.
Für solche Fälle bieten besonders pfiffige Reiseanbieter eine Reise nach und durch Pripyat an. Pripyat ist eine 1970 gegründete Stadt, die für die Arbeiter des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl gebaut wurde und demzufolge in dessen unmittelbaren Nachbarschaft liegt. Nach der Reaktorkatsatrophe von 1986 wurde die Stadt binnen kürzester Zeit evakuiert. Aufgrund der nachhaltigen Verstrahlung ist sie bis heute eine Geisterstadt geblieben.
Seit Ende 2011 ist das Gebiet um Tschernobyl endgültig für den Tourismus geöffnet. Bereits im Jahre 2009 waren (laut offiziellen Angaben) 7500 Menschen zu Besuch in Pripyat. Zu den besonderen “Sehenswürdigkeiten“ zählen u.a. ein Rummelplatz mit Riesenrad und Autoscooter, der ursprünglich 3 Tage nach der Reaktorkatsatrophe eröffnet werden sollte. Im Normalfall läuft eine Pripyat-Tour so ab, dass man mit einem Reiseführer für einige Stunden den Ort besichtigt. Dieser hat einen Geigerzähler dabei und kennt sich aus, welche Gebiete man betreten kann und welche nicht.
Atomare Geisterstadt als Touristenattraktion
An dieser Stelle setzt “Chernobyl Diaries“ ein. Denn natürlich ist “Chernobyl Diaries“ ein Horror- und kein Dokumentarfilm. Denn als die sechs jungen Touristen nach ausgiebiger Besichtigungsrunde (inklusive Fotos vor dem Riesenrad des nie eröffneten Rummels) den Rückweg antreten wollen… Na? Springt ihr Auto nicht an! Vorbei ist es mit dem kalkulierten Nervenkitzel für verwöhnte Mittelschichtgören. Denn schon nach Einbruch der Dunkelheit stellt sich heraus, dass man … Na? Genau! Doch nicht so allein ist, wie es bei Tageslicht den Anschein hatte. Und die aggressive hungrige Hundemeute ist da noch das kleinste Problem. Erstmal.
Bilder: Vermischung von Fiktion und Realität. Szenebilder aus „Chernobyl Diaries“ und Fotos aus dem realen Pripyat.
Die Idee zu “Chernobyl Diaries“ hatte Filmemacher Owen Peli, den wir bereits die “Paranormal Activity“-Serie verdanken. Seit einiger Zeit bemühen sich ehemalige Bewohner von Pripyat die Stadt als Mahnmal und Museum zu erhalten. Im Gegenzug rechnet die Tourismusbranche mit bis zu 1 Million Touristen jährlich. Bleibt die Frage, ob es notwendig oder gar geschmackvoll ist, nur 25 Jahre nach der Katastrophe das Elend und Leid der Betroffenen in einem Mainstream-Horrofilm auszuschlachten? Aber tat das das Horror-Genre nicht schon immer?
“Chernobyl Diaries“ startet diesen Donnerstag in den deutschen Kinos.
Videos:
Trailer “Chernobyl Diaries“
Bericht über Pripyat und den einsetzenden Extremtourismus (englisch)
Privatvideo eines Tschernobyl- und Pripyat-Touristen, welches er während einer der offiziellenFührungen drehte
Privatvideo eines Pripyat-Besuchers (unterlegt mit trauriger Musik)
Wir verlosen zum Kinostart 2 x 2 Freikarten + Filmposter. Beantworte dazu folgende Frage: In welchem Land liegt Tschernobyl?
Schicke uns bis zum kommenden Dienstag, den 26. Juni 2012 Deine Lösung, indem Du sie als Kommentar unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreibe Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!
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Über das Aussehen von Rübezahl (oder auch: Riebenzahl, Rübezagel, Rübenezahl und auf tschechisch: Krakonoš) gibt es zahlreiche und stark voneinander abweichende Beschreibungen. Auf der ersten nachgewiesenen Darstellung wird er als hirschartiges Wesen mit buschigem Schweif und Pferdefüßen dargestellt.
Vollkommen entgegengesetzt sind die zahlreichen Berichte über einen Mönch im langen Gewand, der Wanderern vorgeblich bei der Wegessuche behilflich sein möchte, in Wahrheit aber niemand anderes als Rübezahl und der Teufel selbst ist. Wobei die Pferdefüße des Teufelsmönches wieder an die Gestalt des teuflischen Hirschdämons erinnern.
Damit aber noch nicht genug: Weitere Erscheinungsformen des Dämons oder Berggeistes sind ein alter Mann in Bergmannsklamotten, ein Hahn, ein Rabe oder eine Eule. Und sogar als riesige Kröte will man ihn schon gesichtet haben. Bleibt die Frage, ob der Hahn und die Riesenkröte sich persönlich vorgestellt haben oder wie man sonst zu der Erkenntnis gelangte, es könne sich bei der Eule um niemand anderen als den berüchtigten Rübezahl handeln. Ob vielleicht einfach alles, was des nächtens unangenehm im Busch raschelte, „rübezahlisiert“ wurde?
Heute gefällt sich die Tourismusindustrie darin, Rübezahl als eine Art freundlich-knurrigen Alten zu beschreiben, der mit langem Bart als eine Art Weihnachtsmann des Waldes durchs Gebirge stapft und sich gut auf Kräuterlikör-Etiketten vermarkten lässt.
Heimat:
Im Gegensatz zur äußeren Erscheinung, liegen die Dinge hier klar: Das Riesengebirge in Tschechien und Polen gelegen.
Hintergrundgeschichte von Rübezahl:
Die Herkunft des Namens ist umstritten und nicht ganz klar. Unstrittig ist, dass der Name deutschen Ursprungs ist. Möglicherweise bedeutet er soviel wie Rauhschwanz oder Rübenschwanz. Abgeleitet von dem ursprünglichen Namen „Riebenzagel“ (Riebe von ahd. Hriob = rauh und Zahl/Zagel = Haarbüschel bzw. Schwanz einiger Tiere). Möglicherweise glich man den Namen im Laufe der Zeit geläufigeren Begrifflichkeiten an, ohne den Sinnzusammenhang zu übertragen. Natürlich gibt es auch den Versuch, den Namen über eine Geschichte mit einen Rüben zählenden Riesen, der eine Prinzessin heiraten möchte, zu erklären. Die älteste Erwähnung des ominösen Bergeistdämons stammt aus einer Wiener Handschrift aus dem dem 15. Jahrhundert, welche noch heute in einer Abschrift von 1680 erhalten ist. Das erste Bild von Rübezahl findet sich auf einer Landkarte von Martin Helwig, auf der eine hirschgeweihte Dämonengestalt darstellt ist – versehen mit der Bezeichnung „Rubenczal“.
Opfer:
Opfer sind vor allem Wanderer im Riesengebirge. Aber auch schon den Einen oder Anderen Einheimischen hat es erwischt.
Taktik des Rübezahl:
Besonders fies ist die Mönchsversion von Rübezahl, der ortsfremden Wanderern anbietet, den Weg zu weisen und sie dann tief in den Wald hineinführt. Sobald keine alleinige Rückkehr mehr möglich ist, springt er auf einen Baum und lacht die armen Wanderer aus. In Zeiten von GPS-Handys und der vollständigen Erschließung des Riesengebirges durch den Tourismus hat das natürlich etwas an Schrecken verloren. Die bärtige Erscheinungsform ist wesentlich ambivalenter. Musäus beschreibt ihn 1783 charakterlich so: „launisch, ungestüm, sonderbar, bengelhaft, unbescheiden, stolz, eitel, wankelmütig, heute der wärmste Freund, morgen fremd und kalt…“ Und so tritt er auch auf. Er kann den Wanderer beschenken, in die Irre führen oder mit Blitz und Donner zum Teufel jagen.
Abwehr:
Gehe nicht mit Mönchen mit, die Du nicht persönlich kennst und verspotte keine bärtigen Riesen im Riesengebirge.
Schrecklevel: 2 von 13
Mönche die einem im Gebirge den Weg zeigen wollen? Bärtige Männer, die schnell eingeschnappt sind? Also bitte. Das mag ja atmosphärisch ganz nett sein, aber in punkto Schrecklevel treibt das doch keine Sau unter die Bettdecke. Nur die hirschgeweihte Version ist etwas spooky. Zumal man auch nicht weiß wie die so drauf ist. Womöglich hatten Leute, die ihm begegnet sind, einfach keine Zeit mehr, davon zu erzählen?
Seid auch nächstes mal wieder mit dabei, wenn es heißt: Monster der Welt!
Zombies und kein Ende. Wird die Welle jemals abebben, fragt sich besorgt der Zombiekö … Kürbiskönig und kratzt sich am Kopf.
Allen denen, die wirklich nicht genug von den schwankenden Untoten bekommen können (vermutlich bis ihnen einer seine fauligen Zähne in die Magendecke treibt), sei an dieser Stelle einmal die unterhaltsame Internetseite „Zombie World News.com“ ans Herz gelegt. Im Stil eines US-Nachrichtensender-Portals gibt es hier seit einigen Jahren Nachrichten über Zombies aus aller Welt. Also nicht über den neuesten Romero-Streifen, sondern Polizeiberichte und … nun ja … knallharte Reportagen im Stil amerikanischer Nachrichtensendungen mit Titeln, wie „Crazed Naked Guy Eats Man’s Face“ . Das ist manchmal ganz lustig. Und manchmal etwas derber. Zumindest muss man am Eingang versichern, dass man bereits volljährig ist.
Link: www.zombieworldnews.com
Jeden Oktober dasselbe Spiel: Ein armer Kürbis wird inmitten seines schützenden Blätterdachs aufgespürt und auf einen Küchentisch geworfen, wo man ihm zuerst die Schädeldecke entfernt und dann mit einem Löffel die Eingeweide entnimmt. Aber warum das Ganze? Und was haben Kürbisse damit zu tun? Warum nicht Papayas oder Knupperkirschen?
Woher stammt die Kürbislaterne?
Das Symbol von Halloween schlechthin ist die fratzenhaft ausgehöhlte Kürbislaterne. Sie wird auch Jack O’Lantern genannt, was so viel wie „Jack mit der Laterne“ bedeutet. Ursprünglich wurden dafür große Rüben benutzt. In Irland und Britannien ist es seit langem Tradition, Laternen aus Gemüse zu schnitzen. Im Zuge der Kolonialisierung und Besiedelung Nordamerikas stießen die irischen Aussiedler dann auf die eindrucksvolle Kürbisfrucht. Diese lässt sich viel besser schnitzen und bietet zudem mehr Raum für Kerze und Fratze. Anfangs symbolisieren sie in Nordamerika noch den Herbst. Doch schon bald ist die breit grinsende Kürbisfratze das bekannteste Maskottchen des Halloweenfestes.
Die Geschichte von Jack und wie er den Teufel austrickste
Das Kürbisgesicht verdankt seinen Namen einer alten irischen Erzählung. Darin erscheint einem geizigen Hufschmied namens Jack am Vorabend vor Allerseelen in der Kneipe der Teufel. Der Höllenfürst bietet dem Geizhals großzügig an, dessen letzten Drink zu bezahlen, wenn er dafür Jacks Seele erhält.
Als dieser einwilligt, verwandelt sich der Teufel flugs in eine Sixpence-Münze (der damals übliche Preis für ein Bier), welche der Hufschmied ebenso fix in seinen Geldbeutel verschwinden lässt. Die Rückverwandlung ist Luzifer jedoch unmöglich, da Jack in seinem Portemonnaie ein silbernes Kreuz aufbewahrt.
Jack handelt mit dem bedrängten Beelzebub eine Galgenfrist von zehn Jahren aus. Als der Dämon nach den vereinbarten zehn Jahren zurückkehrt, um Jacks Seele einzufordern, bittet dieser den Teufel, ihm einen Apfel zu pflücken. Anstatt nun den frechen Jack mit seinem Dreizack in die Hölle zu jagen, klettert der recht barmherzige Satan tatsächlich auf den Apfelbaum. Der Hufschmied schnitzt eilig ein Kreuz in den Stamm, so dass der ungeschickte Vertreter der Hölle erneut gefangen ist.
Diesmal gelingt es ihm, einen totalen Freispruch auszuhandeln. Als Jack das Kreuz vom Baum entfernt, verabschiedet sich der hilfsbereite Teufel auf Nimmerwiedersehen.
Wie Jack seine Laterne erhielt
Doch für Jack bleibt es nur ein halber Sieg. Denn als er stirbt, wird er am Himmelstor abgewiesen. Er führte eben doch ein zu schlechtes Leben. Anschließend bittet er vor den Toren der Hölle um Einlass, wird aber erneut abgewiesen. Schließlich hat der Teufel sein Versprechen gegeben, niemals Jacks Seele zu holen. Und ein Teufel hält was er verspricht. Aber aus Mitleid (ein echter Teufel eben) schenkt er Jack eine glühende Kohle, frisch aus dem Höllenfeuer. Diese steckt er Jack in eine Rübe, welche dieser als Proviant bei sich trug. Seitdem wandelt er mit dieser Rüben-Laterne zwischen den Welten.
Andere Versionen erzählen, dass Jack mit seiner Laterne das Tor zur Hölle sucht, nachdem ihn der Teufel beleidigt hat. Wahrscheinlich, um ihn vor die Tür zu bitten und die Sache wie Männer zu klären.
Wie Du selbst eine Kürbislaterne herstellen kannst, erfährst in unserem Anleitung: Kürbis schnitzen
„Ich geh mit meiner Laterne und alle Toten mit mir?“ Gruselige Vorstellung, aber vielleicht verbindet man in einigen Regionen gerade deshalb den traditionellen Martinszug mit dem Gedenken an die Toten. Und wenn die untoten Seelen ganz müde vom Umzug sind, macht man ihnen einfach den Herd an. Aber ja nicht die Pfanne auf der Platte stehen lassen…
Der November ist die große Zeit der Lampion-Umzüge. Diese stehen traditionell in Zusammenhang mit den Umzügen zum St. Martinstag am 11. November. In vielen Regionen Deutschlands enden die Prozessionen mit dem Martinsfeuer. Oft bekommen die Kinder dabei Gebäck oder Laugenbrezeln geschenkt. Seit einigen Jahren beginnen die Umzüge oft schon an Halloween. Die Teilnehmer verbinden das „Trick or Treat“ mit der Atmosphäre des Lampion-Umzugs.
Totengedenken an Halloween
Einen Tag nach Halloween (All Hallows’Even = der Abend vor dem katholischen Feiertag Allerheiligen) wird der katholische Feiertag Allerseelen begangen. An diesem Tag wird der Verstorbenen und Toten gedacht. Man glaubt, dass diese für einen Tag aus dem Fegefeuer zurückkehren, um ihre Angehörigen um Fürsprachen zu bitten. Im Laufe der Zeit verschmelzen beide Tage miteinander zu einem Doppelfeiertag. Der Totenandacht kommt an diesen Tagen eine besondere Rolle zu.
Im 16. Jahrhundert ist erstmals der Brauch belegt, an Allerseelen, Gräber mit Tannengrün abzudecken und ein ewiges Licht darauf zu stellen. Dieses solle entweder die Seelen wärmen, den umher spazierenden Seelen den Weg zum Körper weisen oder einfach nur böse Geister abhalten. Der ursprüngliche Sinn der brennenden Kerze ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Sehr verbreitet ist der Glaube, dass die Verstorbenen (bzw. deren Seelen) an Allerseelen aus dem Fegefeuer zurückkehren, um sich für kurze Zeit auszuruhen. Das Fegefeuer (Purgatorium) ist in der katholischen Lehre eine Art Vor-Hölle in der die frommen Seelen von ihren Sünden schmerzhaft gereinigt werden, bevor sie geläutert ins Himmelreich eintreten dürfen.
Ein Feuer für die armen Seelen
Im Mittelalter isst man in der Gegend um die Mosel vor Allerseelen vor allem Hirsebrei, da man glaubt, dass mit jedem verzehrten Korn eine Seele aus dem Fegefeuer befreit wird. Auch sonst wird der mittelalterliche Mensch mit zahlreichen – und oft widersprüchlichen – Ratschlägen und Anweisungen für die Allerseelen-Tage konfrontiert. So soll einerseits das Herdfeuer die ganze Nacht brennen, damit die armen Seelen sich daran wärmen können, andererseits soll ein Licht mit Butter oder Fett betrieben werden, damit die Seelen daran ihre Brandwunden kühlen können. Da können die armen Seelen aber schnell mal durcheinander kommen. Wärmen oder Kühlen? Auch soll der Hausbesitzer es vermeiden, leere Pfannen auf dem Herd stehen zu lassen, da sich sonst eine Seele hineinsetzen könnte (und wahrscheinlich gebraten würde, obwohl sie sich doch einen Tag erholen will).
Lange Zeit werden die Gräber an Allerseelen mit Weihwasser bespritzt, um den Toten die Qualen des Fegefeuers zu erleichtern. Darüber hinaus werden die Toten mit Essen und Trinken versorgt. In den Alpen wird stellenweise noch in den letzten Jahrzehnten Bohnenbrei als “Allerseelengastung“ auf das Grab gestellt.
Es ist ein bekanntes Sprichwort: „Zombies sind nicht tot zu kriegen … es sei denn, man schießt ihnen in den Kopf“. Seltsamerweise kann man auch heute noch oft beobachten, dass diese recht schlichte Erkenntnis nicht bis zu allen Betroffenen durchgedrungen ist. Selbst 44 Jahre nach „Night Of The Living Dead“ blickt man immer noch in die verblüfften Gesichter von Personen, die gerade das Gewehr sinken lassen und es einfach nicht fassen können, dass der Zombie (der eben noch ihr Nachbar war) einfach nicht umfällt, obwohl sie ihn doch sauber in die Brust getroffen haben. Meistens ist das dann auch das Letzte, worüber sie sich wundern.
Man selber würde es ja besser machen. Das ist klar. Obwohl. Vielleicht wäre es schon besser, noch einmal zu trainieren, bevor die Zombie-Apokalypse wirklich da ist. Nicht, dass man im Ernstfall dann doch wie ein Idiot dasteht. Eine super Möglichkeit dafür sind Zombie-Liverollenspiele. Für mehrere Tage können die Teilnehmer entweder in die Rolle eines Zombies oder eines (noch) Überlebenden schlüpfen und die Situation während einer Zombie-Epidemie im wahrsten Sinne hautnah erleben. Ein Heer von Zombie-Darstellern sorgt dafür, dass bei den „Überlebenden“ Tag und Nacht keine Ruhe aufkommt. Und schon so mancher Spieler musste feststellen, dass es in der Realität gar nicht so einfach ist wie im Film und fand sich kurz darauf auf der Seite der Zombies wieder.
Das größte und bekannteste LARP dieser Art ist die „Zombie Apocalypse“, die in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfindet. Bis zu 600 Teilnehmer kämpfen und sterben vom 01. bis 03. Juni in der eindrucksvollen Alten Militärbasis bei Mahlwinkel. Ein kompliziertes Regelwerk gibt es nicht. Fressen und gefressen werden, überleben oder zum Zombie werden.
Gleicher Name, aber wesentlich intimer und von einem anderen Veranstalter organisiert, ist „Zombie Apocalypse – Never Die Alone“. (Vielleicht kann sich das Organisations-Komitee ja nächstes Mal einen Moment länger hinsetzen, wenn es an die Titelwahl geht. Andererseits tun das die Produzenten von Zombie-Filmen auch nicht.) Dafür ist das Spielgelände im schönen Harz gelegen. Etwas „Mad Max“-mäßiger kommt das „N.A.C. – Rise Of The Dead“ daher. 140 Teilnehmer kämpfen hier in einer verseuchten Welt ums Überleben.
Trailer zu „Zombie Apocalypse 2“ (2008) von Lost Ideas
Zombie-LARPs 2012
01.–03. Juni 2012 Zombie Apocalypse 5 – Fight Or Die (600 Teilnehmer)
22.–24. Juni N.A.C. – Area Of The Dead (140 Teilnehmer)
29. Juni – 01. Juli Zombie Apocalypse – Never Die Alone (85 Teilnehmer)
17.–19. August N.A.C. – Savage The System (140 Teilnehmer)
07.–09. September Zombieland 3 – Cybermessias (100 Teilnehmer)
07.–09. September Death Infected – Age Of Decay (150 Teilnehmer)
Wem die ganze Zombie-LARP-Geschichte zu stressig ist oder wer als Zombie gerne auch mal abends Feierabend machen möchte, dem sei die Teilnahme an einem Zombiewalk empfohlen. Seit mehreren Jahren erfreuen sich diese Veranstaltungen, bei denen Horden von Zombies durch überraschte Einkaufszonen der Städte ziehen, großer Beliebtheit. Als Verkleidung ist fast alles erlaubt. Hauptsache es ist ordentlich zombifiziert. Und abends kann Zombie dann meist noch schön bei den anschließenden Partys seine untoten Gliedmaßen schütteln. Es muss ja nun nicht immer Michael Jackson sein.
Zombiewalk Berlin
Ob Bauarbeiter, Krankenschwester, Techno-Queen oder Angela Merkel: Die Zombifizierung macht vor Niemanden halt. Wer einmal gebissen und infiziert ist, wird unweigerlich zum Zombie (bis eines Tages endlich das verdammte Gegenmittel gefunden sein wird). Das hat den Vorteil, dass man bei der Wahl seiner Garderobe nahezu freie Auswahl hat. Schon bei den frühen George Romero-Filmen gibt es zum Beispiel einen Hindu-Zombie. Aber, ob Zombie-Polizist, Zombie-Wurstverkäufer oder Zombie-Raumfahrer (selbst Zombie-Superhelden hat man schon gesehen): Blutig muss das Outfit sein. Schließlich sind die Tischsitten eines lebenden Untoten eher unfein. Er isst meistens mit den bloßen Händen und zwar direkt aus der Bauchdecke seines Opfers heraus. Um so länger der Zustand der Zombifizierung bereits anhält, desto weiter ist der körperliche Verfall und die optische Verwahrlosung vorangeschritten. Tiefe, blutrote Augenringe sind das mindeste. Noch besser sind ergänzende offene Wunden und Hautfetzen, die vom vom Gesicht hängen. Mit passenden Kontaktlinsen kann man einen toten Blick imitieren.
Eine ausführliche Anleitung, wie man mit einfachsten Mitteln ein eindrucksvolles Zombie-Outfit hinbekommt, findest Du hier. Für alle etwas weiter Fortgeschrittenen gibt es in unseren Profi-Tipps eine Anleitung zur Arbeit mit vorgefertigten Latexteilen, die nun wirklich keine Wünsche mehr offen lässt.
Ansonsten findest Du im Halloween-Bereich von maskworld.com bestimmt alles, was es zu einer gelungenen Verwandlung in einen standesgemäßen Zombie benötigt.
Schick uns Bilder von Deinem besten Zombiekostüm! Let’s get zombified!
Lieber Doktor Kürbis!
Vampire, Zombies, Wiedergänger, Ghoule. Sie alle sind Untote. Das heißt ihre Körperfunktionen müssten doch ähnlich funktionieren. Warum vertragen Vampire kein Sonnenlicht, während Zombies das überhaupt nichts auszumachen scheint.
Dein Georg
Die Antwort:
Lieber Georg,
Auf den ersten Blick erscheint das unlogisch. Auf den zweiten Blick muss man feststellen, dass Vampire und Zombies nichts zu verbinden scheint, außer dass sie verdammt nochmal eigentlich friedlich in ihrem Sarg liegen sollten. Natürlich müssen wir zugeben, dass wir nicht wissen, wie z.B. Ghoule auf Sonnenlicht reagieren, da ich noch nie einen am Tage gesehen habe. Zumindest scheuen sie das Licht. Aber das tun viele Nagetiere auch. Und zwar ohne gleich zu Staub zu zerfallen. Aus diesem Grunde konzentrieren wir uns mal auf die Untoten-Gruppen, für die das meiste empirische Datenmaterial vorliegt: auf Zombies und Vampire.
Der Unterschied der Körperfunktionen
Einer der auffälligsten Hauptunterschiede ist, dass Vampire Nahrung (also Blut), wirklich benötigen! Einen Zombie treibt nur stumpfe Gier und eine diffuse Erinnerung an ihr früheres Dasein. Für ausführlichere Informationen zu diesem Thema sei dem geneigtem Leser der Artikel “Fragen Sie Dr. Kürbis Teil 7 – Brauchen Zombies überhaupt Nahrung“ ans Herz gelegt. Nun hat man meines Wissen auch noch nie von einem Vampir gehört, der wirklich verhungert wäre. Allerdings schränkt Nahrungsmangel seine Bewegungsfähigkeit immerhin soweit ein, dass er schon mal einige hundert Jahre regungslos und eingefallen im Sarg liegen kann, bis jemand kommt, der sich ausgerechnet über seinem Grab in den Finger schneidet.
Zombies verwesen am laufenden, untoten Leib. Ihr Körper wird (auf eine immer noch unbekannte Art und Weise) in Bewegung gehalten. Die Organe arbeiten aber nicht mehr. Sie sind tot und gehen den Gang alles Irdischen. Einen verwesenden Körper interessiert es aber nicht, ob er bei Tag oder bei Nacht verwest. Vampire dagegen verfügen im begrenzten Rahmen über eine Art funktionierenden Organismus. Das heißt, es gibt ein Abhängigkeits- und Wechselspiel zwischen verschiedenen Organen. Somit ist der untote Organismus eines Vampirs wesentlich anfälliger, als der eines Zombies. Einem Zombie könnte man ein riesiges Loch in den Magen schießen und er würde es noch nicht einmal bemerken. Und so sehen sie dann natürlich auch aus.
Gefahr durch Sonnenstrahlung
Vampire haben die Möglichkeit, ihr äußeres Erscheinungsbild durch Nahrungsaufnahme jung und attraktiv zu halten. Und wie wir alle wissen, ist die Sonne der größte Feind von gesunder und gut aussehender Haut. Zwar hat sich in unserer Gesellschaft und Breitengrad die Annahme durchgesetzt, dass ein gebräunter (=sonnenverbrannter) Körper mit jugendlicher, sportlicher Attraktivität gleichzusetzen ist. Wer jedoch schon einmal die Lederhaut einer auch nur vierzigjährigen Person mit einer mehrjährigen Sonnenbräunerkarriere aus der Nähe betrachten durfte, weiß, dass es sich dabei um einen großen Irrtum handelt.
Sonnenstrahlen beinhalten UV-Strahlen. Und diese sind für die Haut schädlich. Schon beim Menschen führt Sonnenstrahlung mitunter zu Brandschäden, was bis zur Blasenbildung gehen kann. Im Extremfall kann das bis zu Hautkrebs führen. Wie nun der Vampirkörper empfindlicher auf Nahrungsentzug reagiert als der Menschliche, gilt eine ähnlich intensive Reaktion für den Kontakt mit Sonnenlicht. Das Ergebnis ist dem Menschlichen nicht unähnlich, läuft nur viel viel schneller ab. Es bilden sich Blasen und die Haut löst sich auf. Das Vampire im Sonnenlicht zu Staub zerfallen oder gar explodieren kann man mit Fug und Recht als unwissenschaftlichen Aberglauben, bzw. filmerische Sensationshascherei bezeichnen.
Fazit:
Vampire halten ihre untoten Körperfunktionen durch die Einnahme von Blut nur mühselig am Laufen. Der Aussetzung ihres Körpers der, auch für Menschen gefährlichen, UV-Strahlen können sie nur wenig entgegensetzen. Das Ergebnis ist ein extremer Sonnenbrand mit Verbrennungen höchsten Grades in teilweise äußerst kurzer Zeit. Bei Zombies handelt es sich dagegen um laufendendes, totes Fleisch. Dieses verwest lediglich, wie alles andere Fleisch auch.
Dein Dr. Kürbis
Du hast auch eine Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de
Diesen Sonnabend ist es wieder soweit! Nicht nur das auf RTL2 die komplette erste Staffel von “ The walking Dead“ läuft. Vorher kann man sich im Comicladen seines Vertrauens noch ein Comic-Heft mit dem ersten Kapitel der Original-Comicserie abholen. Und zwar gratis! Hurra! Es ist Gratis-Comictag!
Die Idee stammt, wie so oft aus den USA. Am Free Comic Book Day können Comicfreunde in den teilnehmenden Comicläden des Landes kostenlose Comic-Hefte erstehen, welche die Verlage extra und oft exklusiv für diesen Tag produziert haben. Seit zwei Jahren gibt es den Gratis-Comictag nun auch bei uns; 30 Hefte stehen zur Auswahl.
Und da man sich traditionell bei jedem Comic-Händler nur eine begrenzte Anzahl von Heften mitnehmen kann, geben wir Dir einen kurzen Überblick, was für den Horror- und Gruselfreund relevant ist.
Blue Exorcist
Rhin ist der Sohn des Teufels. Als der leibhaftige (haha) Vater eines Tages überraschend vor der Tür steht, kostet das Rhins geliebten Ziehvater das Leben. Kein besonders guter Start in eine Vater-Sohn-Beziehung. Rhins neuer Berufswunsch ist dann auch: Exorzist
Link:kaze-online.deCosa Nostra
Wie der Titel schon andeutet, erzählt die Serie vom Aufstieg und Fall der Mafia. Zum Gratis-Comictag gibt es das erste Kapitel, ergänzt um ein Comic über eine berühmt gewordene Exekution.
Link:schreiberundleser.deDer Vampir von Benares
Am Ufer des indischen Ganges geschehen seltsame Morde. Der junge englische Journalist Mircea entdeckt, dass eine Organisation blutrünstiger Vampire dahinter steckt. Er kann ihnen gerade noch entkommen. Dann entdeckt er das Geheimnis des Bösen.
Link:ehapa-comic-collection.de
Horrorschocker
Ein besonderes Schmankerl für alle Horrorfans ist auch dieses Jahr wieder die GCT-Ausgabe des Weissblech-Verlages. Das Heft enthält bisher unveröffentlichte Geschichten von Rainer F. Engel, Klaus Scherwinski und Levin Kurio in gewohnter einzigartiger Qualität.
Link:weissblechcomics.comThe Walking Dead
Der Cross-Cult-Verlag lädt ein, in das Universum der besten und erfolgreichsten Zombieserie einzusteigen, und präsentiert in seinem Heft das erste Kapitel der opulenten Überlebenssaga. Als Bonus gibt es ein Steampunk-Kurzgeschichte.
Link:cross-cult.deSweet Tooth
Den Freunden des etwas anderen Comics empfehlen wir Sweet Tooth. Die eindringliche und skurile Geschichte über einen Jungen mit Hirschgeweih.
Link:Online-LeserprobeZombies: Tod und Agonie
Zombies heißt originellerweise die Zombie-Comicserie von Splitter. Zum Gratis-Comictag gibt es ein 48seitiges Prequel zur Serie.
Link:splitter-verlag.euWeitere Infos untergratiscomictag.de
Verlosung
Allen, denen ausgerechnet am Sonnabend der Fahrradreifen in ihrem Heimatdorf kaputt geht, geben wir hier und jetzt die Chance 2 Komplett-Pakete des Gratis-Comictags zu gewinnen.
Beantworte dazu einfach folgende Frage: Welcher nicht mit der Familie Duck verwandte Blutsauger, ernährt sich ausschließlich vegetarisch?Schicke uns bis zum 17. Mai 2012 Deine Lösung, indem Du sie als Kommentar unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreibe Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!
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Allen anderen wünschen der Kürbiskönig viel Spaß beim Comic jagen!
Eines Tages wacht Polizist Rick Grimes überraschend im Krankenhaus auf. Wie er dort hingekommen ist, weiß er nicht mehr genau. Aber das ist jetzt noch nicht mal seine größte Sorge. Vielmehr stellt er verwundert fest, dass außer ihm niemand sonst im Krankenhaus zu sein scheint. Zumindest niemand Lebendiges. Als er in seinem Krankenhaushemd durch die Gänge tapst sind die Spuren eines erbitterten Kampfes nicht zu übersehen. Die Umgebung des Hauses ist mit Toten gepflastert. Offensichtlich wurde ihnen in den Kopf geschossen. Dann wird Rick Grimes von dem ersten lebenden Toten angegriffen.
Die TV -Serie “The Walking Dead“ ist die Verfilmung der gleichnamigen Comicserie aus dem Hause Image (hierzulande bei Cross-Cult). Ist der gelungene Einstieg noch ein für das Zombie-Genre durchaus Konventioneller, zeigt sich bald die Stärke der Serie. Diese liegt – neben all dem blutigen Zombiespaß – in der guten Psychologisierung der Figuren. Zumindest die Comicserie ist als Endlosprojekt angesiedelt. Das heißt die Figuren dürfen auf kein Happy-End hoffen. Im Gegenteil: kompromissloser und realistischer als Comic-Autor Robert Kirkmann hat noch niemand die Umstände einer Zombie-Apokalypse durchgespielt.
Wie soll man seine Menschlichkeit, seine Moral und seine Überzeugungen aufrecht erhalten, wenn es Tag für Tag nur ums Überleben geht? Kein Happy End in Sicht. Da entscheidet sich der Eine oder Andere schon einmal lieber freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Überhaupt, sollte der Leser und Zuschauer von “The walking Dead“ sich nie all zu sehr an eine der Hauptfiguren gewöhnen. Und diese Warnung meine ich ernst.
RTL2 zeigt nun die hochgelobte erste Staffel von “The walking dead“ komplett an vom 11. – 13. Mai und zwar jeweils 2 Folgen am Tag.
Und damit Du am Wochenende nicht peinlicherweise vollkommen unzombifiziert vor der Glotze sitzen musst, hier noch ein paar passende Styling-Tipps aus unserer Bastel-und Verkleidungsecke.
Das Mitternachts-Syndikat produziert Soundtracks für Horrorfilme. Für Horrorfilme, die es nicht gibt. Oder anders formuliert: für Filme, die nur im Kopf des Hörers entstehen.
Das 1995 gegründete, amerikanische Musik-Duo besteht aus Edward Douglas und Gavin Goszka. Vor der Produktion einer neuen CD entscheiden sie sich für ein Thema, wie z.B. Irrenhaus oder Zirkus. Dann beginnen sie zu recherchieren, lesen alte Zeitungsartikel, schauen stapelweise Filme und besuchen alte Irrenhäuser, Sideshow & Zirkusvorstellungen. Anschließend beginnt die Arbeit an der Musik. Das Ergebnis ist ein Soundtrack, der sich nicht irgendwelchen filmischen Einschränkungen unterordnen muss und somit fett die Klischee-Butter auf das musikalische Brot schmieren kann.
Da orgelt, stöhnt und ächzt es, dass es eine schauerliche Freude ist. Bereits 15 CDs haben Midnight Syndicate mit diesem Konzept produziert. Kein Wunder, dass sie in den USA so etwas wie die Standardvertonung des Halloweenfestes sind. In zahlreichen Haunted-House-Attraktionen erzeugt der liebliche Soundtrack der beiden Horrorfreunde eine wohlige Gänsehaut auf dem Trommelfell des Besuchers. Auch die Halloweenpartys von Playboy-Chef Hugh Hefner werden mit den Soundtracks von Midnight Syndicate beschallt. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als Gothic Fantasy Horror Soundtracks. Ein Album, das sich direkt dem Halloween-Fest widmet, gibt es natürlich auch.
Musikvideo Midnight Syndicate – Dark Legacy
Bei soviel Nähe zum Film, wundert es nicht, dass es ein großer Traum von Midnight Syndicate Mastermind Edward Douglas war, einmal seinen eigenen Film mit einem Soundtrack zu veredeln. Das hat er mit dem Film “Dead Matter“ (Rage 2), wo er für das Drehbuch und die Regie verantwortlich ist, verwirklicht. Eigentlich handelt es sich dabei “nur“ um ein Remake eines Kurzfilmes, den er mit geringem Budget bereits zu College-Zeiten produzierte. Für die unterhaltsame Neuauflage konnte Tom „Sex Machine“ Savini gewonnen werden. Und dass der Film mit einem fetten Soundtrack glänzt, versteht sich natürlich von selbst.
Trailer Dark Matter (Rage 2)
Wer also seine nächste (Halloween-)Party musikalisch stilvoll untermalen will, weiß nun, wohin er sich wenden kann. Das Mitternachts-Syndikat wird Dir sicherlich ein Angebot machen, welches Du nicht ablehnen wirst. Zum Beispiel auf Amazon oder so.
Links: midnightsyndicate.com
Auf Auf liebe Kinder! Raus aus den Löchern! Der Kürbiskönig ist in vorfreudiger Erwartung. Aufgeregt sucht er nach seiner schicksten Latzhose (mit Extra viel Blutflecken), sprüht sich mit seinem besten Parfüm ein (Moorleichenaroma) und selbst die, in den düsteren Kellergewölben angeketteten, Schreibsklaven bekommen heute einen fast freundschaftlich Klaps auf den Hinterkopf. Es ist Walpurgisnacht! Auf zum Tanz!Der Kürbiskönig lässt sich ein Besentaxi kommen und zum besten Hexentanzplatz des Landes fliegen. Der Besenlenker-Troll bekommt ein stattliches Trinkgeld von 10 Wirbelknochen eines unschuldig Gehängten. Die meisten Hexen sind schon da. Gut gelaunte hakennasige Frauen, die keinen Schlüpfer tragen und deren Warzen an den richtigen Stellen im Gesicht sitzen. Es gibt frittierte Froschschenkel am Spieß und in einem großen Kessel blubbert Liliths legendäre Fliegenpilz-Bowle. Der Kürbiskönig muss kurz etwas anzüglich lächeln. Unvergessen, als letztes Jahr die einbeinige Elise beim Tinnitus-Tanzen rückwärts in den Kessel fiel und nicht mehr aus eigener Kraft hinaus kam. 20 fliegende Teufelchen mussten ihr hinaushelfen.
Aber da kommt auch schon das Orchester: Sechshundertsechsundsechzig teuflische Gnome spielen zum Tanz auf. Eine treibende Mischung aus Swing, Beebob und der vergessenen 23-Tonmusik des verrückten Hans Trinkwut aus Memeln. Mit einer lässigen Bewegung schiebt der Kürbiskönig seinen schicken schäbigen Zylinder in den Nacken und greift sich eine dralle Hexe aus dem Thüringer Wald, auf die ebenfalls ein einäugiger Teufel zusteuert. Tja Pech gehabt, Meister Ziegenfuß! Und ab geht der wilde Tanz. Es ist eine rauschende Nacht. Die Luft ist mild und der Winter besiegt. Zwei Teufel stoßen zusammen, als sie gleichzeitig über das Feuer springen wollen. Ein anderer versengt sich den Schwanz. Es riecht wunderbar nach Schwefel und frischem Gras. Zwei als Hexen verkleidete Reporter werden entdeckt, in die Bowle geworfen und aufgegessen. Der kleine Wechselbalg, der sie entdeckt hat, darf sich das beste Stück aussuchen. Als der Morgen graut schwankt der Kürbiskönig erschöpft und froh gelaunt nach Hause. Die kleine dralle thüringische Hexe hat ihn ein großes Stück auf ihrem Besen mitgenommen. Er hat jetzt ihre Telefonnummer. Dafür verlor er seinen Hut. Aber das war es wert!
Der Kürbiskönig wünscht allen Hexen, Hexern, kleinen und großen Teufeln und Teufelinnen eine fröhliche Walpurgisnacht. Und Dir natürlich auch.
Falls Du demnächst vor hast auch mal heimlich eine Walpurgisnacht zu besuchen und nicht, wie die beiden Reporter enden möchtest, legen Dir wir unseren Profi-Schminktipp für Hexen und Teufel ans Herz.
Eigentlich möchte der junge Medizinstudent Giovanni Guasconti das düstere Zimmer lieber nicht mieten. Aber die Wirtin kann ihn doch überzeugen, indem sie auf den zum Zimmer gehörigen Balkon verweist. Von diesem hat man den Blick in einen prachtvollen, aber von hohen Mauern umgebenen, Garten. Dort blühen die seltsamsten Pflanzen in leuchtenden Farben. Und manchmal geht die schöne Tochter des eigenwilligen und zurückgezogen lebenden Wissenschaftlers Rappaccini spazieren und liebkost die seltsamen Gewächse. So mancher junge Mann würde einiges dafür geben, mit dem jungen Studenten zu tauschen. Natürlich erliegt Giovanni sofort den optischen Reizen der jungen Dame. Gleichzeitig fühlt er sich aber auch von ihr abgestoßen. Irgendetwas Seltsames umgibt sie. Schmetterlinge, die sie umflattern, fallen tot zu Boden. Die Blumen, die Giovanni ihr schenkt, scheinen in ihrer Hand zu verwelken. Nur die giftigen Blumen, allesamt bizarre Neuzüchtungen ihres Vaters, scheinen ihren Berührungen zu widerstehen. Eines Tages „findet“ die Haushälterin den Schlüssel zur verschlossenen Tür, die in den geheimnisvollen Garten führt. Natürlich versucht Giovanni daraufhin, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.
Die Gruselkabinett-Folge “Rappaccinis Tochter“, nach einer Erzählung von Nathaniel Hawthorne, vereint alle Stärken der mehrfach preisgekrönten Hörspielserie. Eine düstere und originelle Geschichte, atmosphärisch dicht mit exzellenten Sprechern umgesetzt. Etwas weniger Geschick bei der Auswahl des Stoffes bewies man dagegen mit “Besessen“ von „Conan“-Autor Robert E. Howard für die Folge 63. Auch hier ist die Umsetzung zwar gewohnt überzeugend, die Geschichte aber eine so durchschnittliche Werwolf-Geschichte, dass man am Ende die CD noch dreimal ungläubig umdreht, weil man nicht glauben kann, dass das jetzt schon alles war. Auch wenn die Idee, die Geschichte während eines Sklavenaufstandes in den westafrikanischen Kolonien spielen zu lassen, für einen atmosphärischen Unterhaltungswert sorgt und der Geschichte Originalität verleiht. „Besessen“ ist vor allem für Gruselfreunde interessant, die total überraschende und sekundenschnelle Mondaufgänge lieben.
Nun ist die literarische Fallhöhe zwischen dem Pulp-Autor Robert E. Howard und dem meisterhaften Schriftsteller Nathaniel Hawthorne, dem Melville seinen „Moby Dick“ widmete, natürlich auch beträchtlich und genau diese Vielfalt macht ja oft den Reiz der Serie aus: Das Pendeln zwischen großer, verstörender Horrorliteratur und fröhlichen Trash-Granaten. Auf Rohrkrepierer wie “Besessen“ könnte man dabei aber gut verzichten. Wie dagegen Autor Marc Gruppe immer wieder kaum bekannte Perlen der Schauerliteratur, wie zum Beispiel “Rappaccinis Tochter“, ausgräbt und zu kleinen Hörspielperlen verarbeitet, kann man nicht genug loben.
Bevor man noch die letzten Notizen von eher mäßig begabten Gruselautoren wie Stoker, Doyle oder eben Howard zu Hörspielen verarbeitet, wäre es da nicht langsam an der Zeit, sich den Werken von Ambrose Bierce und Algernoon Blackwood anzunehmen? (Oder gibt es da rechtliche Probleme? Anders ist diese auffällige Abwesenheit ja kaum zu erklären).
Als nächstes sind auf jeden Fall zwei vielversprechende Folgen angekündigt. Freuen wir uns auf “Der Schreiende Schädel“ von Francis Marion Crawford (der uns mit “Die obere Koje“ bereits eines der gruseligsten Highlights der Serie bescherte), sowie “Gesellschafterin gesucht“ von Mary Elizabeth Braddon. Erscheinungstermin dieser Folgen ist der 18. Mai.
Der zwölfjährige Owen hat es nicht leicht: Seine Eltern haben sich gerade scheiden lassen. Seine nun alleinerziehende Mutter ist latent hysterisch und immer leicht überfordert. Freunde hat er keine – im Gegenteil! Owen ist ein unfreiwilliger Einzelgänger, der von den Anderen in der Klasse gemobbt wird und dem die halbstarken Schläger in der Umkleidekabine die Unterhose soweit nach oben ziehen, bis er sich vor Angst oder Schmerzen einnässt. Wenn er dann vor dem Abendessen allein auf dem Hof herumhängt, ergötzt er sich in Rachephantasien gegenüber seinen Peinigern. Abgelenkt wird er, als eines Tages ein neues Mädchen mit ihrem Vater in die Nachbarschaft zieht. Sie ist „ungefähr zwölf“ und läuft barfuß durch den Schnee. Ihr sei fast nie kalt, sagt sie, und weiter, dass sie beide keine Freunde sein können. Owen antwortet „Okay“ und findet, dass sie komisch riecht.Der Geruch kommt vom Hunger. Vom Hunger nach Blut. Denn Abby (so der Name des Mädchens) ist ein Vampir. Ihr Vater ist ihr Begleiter, der sie mit frischem Blut versorgt, indem er nachts auf die Jagd geht und seine Opfer in einen Tornister bluten lässt. Natürlich freunden sie sich trotzdem an.
“Let me in“ ist das amerikanische Remake des schwedischen Vampirfilms “Let the right one in“ aus dem Jahre 2008. Nun kann man von der Manie der Amerikaner, alles was außerhalb ihrer Landesgrenzen halbwegs erfolgreich gelaufen ist, nochmal neu zu verfilmen, halten was man will. Fest steht, dass „Cloverfield“-Regisseur Matt Reeves ein außerordentlich schöner Film gelungen ist, der eine sehenswerte Alternative für all Jene darstellt, denen das Original etwas zu realistisch, düster und karg erschien. So schafft es Matt Reeves, die großartige Geschichte einer seltsamen Liebe einem größeren Publikum zugänglich zu machen, als es das Original vermochte.
Wo „Let the right one in“ in grauen Farben und Plattenbauästhetik auch die soziale Komponente betont, schwelgt „Let me in“ in warmer braunorangener Farbenpracht. Wirklich allzu einsam und kalt, vermutet man, kann es in dieser Welt nicht sein. Wenn man noch davon absieht, dass nahezu die ganze Zeit der (durchaus hörenswerte) Soundtrack im Hintergrund läuft (um auch dem letzten Zuschauer klar zu machen, wie die laufende Szene emotional zu bewerten ist) bleibt Reeves dem Geist des Originals durchaus treu. Er erzählt eine dichte, spannende und vor allem bewegende Geschichte, die auch mit blutigen Effekten nicht geizt.
Und vor allem zeigen Filme, wie „Let me in“, wieviel in solchen klischee behafteten und ausgelutschten Standardfiguren, wie dem Vampir noch drin steckt. Was man damit für tolle, intensive und originelle Geschichten erzählen kann, wenn man die Figuren wieder ernst nimmt. Die Furcht und die Dunkelheit wohnen tief im Herzen und sie sind nicht banal: Let the right one in – Let me in!
Verlosung
Wir verlosen zum DVD/Blu-Ray-Start von „Let me in“ 2 tolle und superdicke Fanpakete. Diese beinhalten jeweils einmal die DVD, ein Poster, das Buch “So finster die Nacht“ (die Romanvorlage zum Film), einen Zauberwürfel (original Rubic’s Cube)sowie den Soundtrack.
Um zu gewinnen, musst Du keine Frage beantworten. Schreibe uns stattdessen, welches für Dich persönlich der beste und originellste Vampirfilm aller Zeiten ist! Ausgeschlossen sind Antworten, die sich in irgendeiner Art und Weise auf “Dracula“ oder “Underworld“ beziehen.
Schicke uns bis zum 7. Mai 2012 Deine Lösung, indem Du sie als Kommentar unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreibe Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!
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Diese verrückten Amis mit ihren neumodischen Traditionen! Da ziehen Kinder also von Haus zu Haus und erbitten Almosen! Sowas unchristliches hat es bei UNS nie gegeben. Die Europäer sind höchstens von Haus zu Haus gezogen, um… Oh!
Ursprung des Süßes oder Saures in Europa?
Weit verbreitet und tief verwurzelt ist die Tradition der so genannten Heischgänge. Bereits im neunten Jahrhundert ziehen in Europa die Besitzlosen von Tür zu Tür, von Dorf zu Dorf und bitten mit dem Spruch „Bitt’ gar schön um a Seelenstuck!“ um Seelenkuchen (meist ein quadratisches Stück Brot mit Beeren), Seelenspitzbrot oder den Seelenzopf, welchen sie stellvertretend für verstorbene Seelen annehmen. Im Gegenzug versprechen sie, für die Verstorbenen der Spender zu beten („zu Hilf und Trost lieber Verstorbener“), was den Seelen helfen würde, sich zu reinigen und so schneller den Weg aus dem Fegefeuer in das Himmelreich zu finden.Wird dem Seelensammler das Brot verweigert, kann es durchaus zu Drohungen und Verwünschungen kommen. Schon bald versammeln sich die Armen an Allerseelen zu ganzen Bettlerzügen, die mit der Zeit immer fordernder und lärmender auftreten. Im Laufe der Zeit übernehmen teilweise ganze Gemeinschaften (Gilden, Städte) die Aufgabe und spenden Brot, Wein und auch Kleidung für die Armen.
Die traditionelle Antwort auf die Spende lautet meistens „Vergelt’s Gott für die armen Seelen“. In dieser abschließenden Segnung des Spenders liegt sicherlich einer der Hauptgründe für die reichhaltige Spendenpraxis. Der Volksmund sagt, dass es viele „Vergelt’s Gott!“ braucht, um ins Himmelreich zu kommen. In Südtirol singen weißgekleidete Gruppen, die an die armen Seelen erinnern sollen, um Seelenbrote zu erhalten. Ebenfalls in Südtirol gibt es das Krapfenlottern, bei dem verkleidete Männer mit verstellter Stimme um einen Krapfen bitten. Im Laufe der Zeit wandeln sich die Bittzüge der Armen immer stärker in Kinderbräuche. Im Paderborner Land ziehen Kinder am Abend vor Allerheiligen (All Hallows Eve) durch die Ortschaft, um Äpfel und Nüsse zu erbitten.
Halloweenstreiche in den USA
Schon damals werden in weiten Teilen Großbritanniens und Irlands Streiche gespielt, Türen verrammelt und Gerätschaften entführt, wie man es von Elfen und Kobolden erwartet. Außerdem gibt es seit Langem fest terminierte, so genannte Unruhenächte. In Österreich zum Beispiel ist es verbreitet, Strohzöpfe auf das Dach von Damen zu werfen, denen man eine lockere Moral nachsagt.
In den USA werden solche Streiche im 19. Jahrhundert immer populärer. So schreibt Alice Herdan-Zuckmayer 1949 zu Halloween in Vermont: „Totenkopf-Laternen werden durch die Straßen getragen und am Morgen von Allerheiligen finden die Farmer ihre Schlitten auf dem Dach, die Egge auf den Schornsteinen, die Stalltüren offen“ und weiter „Ermahnungen stehen in der Zeitung, der Unfug sei wieder zu weit getrieben worden.“ Über die Jahre nimmt besonders in den anonymen Großstädten das Schabernacktreiben immer ausschweifendere Ausmaße an und schlägt nicht selten in blanken Vandalismus und Randale um.
Halloween Irrsinn?
Ist es früher durchaus üblich, die heischenden Gäste hereinzubitten, werden sie nun zunehmend an der Tür abgefertigt, da man Angst vor randalierenden Jugendlichen im Haus hat. Inzwischen versuchen staatliche Organisationen und Pfadfinder-Vereine, den „Halloween-Irrsinn“ durch gezielte Kampagnen und Angebote in geordnete Bahnen zu lenken. Mit organisierten Veranstaltungen will man die Kinder und Jugendlichen – die Erwachsenen gehen schon lang nicht mehr auf Trick or Treat-Raubzüge – binden und mit organisierten Halloween-Feiern das Chaos beenden. Das funktioniert erst wenig, wird aber im Laufe der Jahre erfolgreicher.
WICHTIG: Beachte zu diesem Thema auch unbedingt Zehn Gebote des Halloween zum Thema „Trick or Treat“.
Verriegel Deine Tür und schließ‘ die Kinder weg! Es ist Halloween! Die Bordsteine sind übersät mit röchelnden Schulkindern und im Wald hinter dem Haus schlachten Satanisten gerade die G-Jugend des städtischen Fußballvereins. Keine Sorge! Die Welt ist viel friedlicher, als es die Verschwörungstheoretiker gern hätten… Auch an Halloween
Unterstützt wird die Entstehung solcher urbanen Legenden durch vereinzelte tatsächliche Vorfälle, bei denen vergiftete Süßigkeiten an Kinder verteilt werden.
Vergiftete Süßigkeiten als Warnung
Seit Jahren und Jahrzehnten warnen Radio, Zeitungen und örtliche TV-Sender vor manipulierten Halloween-Süßigkeiten und empfehlen statt, den „gefährlichen“ Hausgängen lieber die sichere Halloween-Party daheim. Entgegen des öffentlichen Empfindens ist die Zahl tatsächlicher Vorfälle verschwindend gering. Ein Fall, in dem wahllos vergiftete Halloween-Süßigkeiten verteilt werden, ist bis heute nicht bekannt.
Am nächsten kommt diesem Szenario der berühmte Fall der Helen Pfeil. Die Frau entschließt sich 1964, Kinder, die ihr zu alt für den Halloween-Gang erscheinen, mit ungenießbaren Geschenken abzustrafen. Darunter Hundebiscuits, Päckchen aus Stahlwolle, sowie mit Ameisengift versetzte Süßigkeiten. Um ganz sicher zu gehen, warnt sie jedoch die betroffenen Kinder bei der Übergabe und erklärt, dass es sich lediglich um einen Witz handle. Demzufolge wird auch niemand verletzt.
Ebenso bekannt, doch ungleich tragischer, ist der Tod des achtjährigen Thimothy Mark O‘ Brian, der Halloween 1974, an mit Zyanid vergifteten Süßigkeiten stirbt. Jedoch stellt sich schnell heraus, dass an dem Abend nachweislich keine der beim Trick-or-Treat-Zug angesteuerten Stationen, Süßigkeiten der vergifteten Marke verteilt hatte. Bei der polizeilichen Untersuchung kommt dagegen heraus, dass der Vater Ronald Clark O‘ Brian Tage vorher Zyanid gekauft und gemeinsam mit einem Nachbarn die Kindergruppe auf ihrem Heischgang begleitet hatte. Das Leben des Jungen ist auf eine hohe Geldsumme versichert. Um sich zu tarnen und die Tat als die eines sadistischen Irren hinzustellen, vergiftet er auch noch seine Tochter und drei weitere Kinder. Der Vater wird verhaftet und knapp zehn Jahre später, am 30. März 1984 hingerichtet. Gerne wird erzählt, es wäre der 30. Oktober 1984 gewesen.
Bereits 1970 an Halloween fällt in Detroit der fünfjährige Kevin Toston ins Koma und stirbt vier Tage später. Bei der Untersuchung seiner Halloween-Süßigkeiten, stellt sich heraus, dass sie mit Heroin besprenkelt sind. Im abschließenden (und in der Öffentlichkeit nicht so bekannten) Bericht der Polizei wird festgestellt, dass der Junge sich selbst mit dem Heroin seines Onkels vergiftet hatte. Um den abhängigen Onkel zu schützen, hatte die Familie anschließend die Süßigkeiten des Jungen mit Heroin versetzt.
Rasierklingen und Statanskulte an Halloween
Die Stimmung an Halloween ist bald so sensibilisiert, dass viele Vorfälle schlicht auf Verwechslung von Ursache und Wirkung beruhen. So stirbt 1990 die siebenjährige Ariel Katz während des Trick or Treat an einem angeborenem Herzfehler. Ebenso, wie der 31-jährige Kevin Cherry im Jahr 1991. Bis die Polizei die tatsächliche Todesursache durch eine Autopsie klären kann, riegelt sie ganze Stadtviertel ab. Panische Eltern vernichten reihenweise die süßen Mitbringsel ihrer Kinder.
So ist es nicht verwunderlich, dass viele der Vorfälle sich mittlerweile aus den eigenen urbanen Legenden heraus produzieren. Joe Bell, Professor für Soziologie erwähnt in einem Interview die Geschichte von dem Jungen, der mit einem halben, vergifteten kandierten Apfel zu seinen Eltern kommt. Später zeigt sich, dass der Junge die Legenden kennt und den Apfel selbst vergiftet hat.
Ähnlich beliebt wie Geschichten von Rasierklingen in Äpfeln und vergifteten Süßigkeiten, sind die Gerüchte über Satanskulte, welche für Halloween noch auf der Suche nach einem unschuldigen Opfer sind. Die Gerüchte beginnen in den 70er Jahren mit einer Reihe ungeklärter Viehmorde. Als dann auch noch im Frühjahr 1974 in Montana die Frau eines Geistlichen mit ihrem fünfjährigem Kind ermordet wird, verbreitet sich das Gerücht, die verantwortliche Satanssekte suche nun ein drittes Opfer, um es an Halloween in einer satanischen Messe zu töten. Die Polizei warnt daraufhin die Kinder, das Haus nicht mehr zu verlassen.
Der Teufel geht um
Eine Reihe ähnlicher Hysterien folgt. 1978 warnt ein Deputy nach einer erneuten Reihe von Viehtoden, dass das nächste Opfer des Satanskultes ein 13-jähriges, ungetauftes Mädchen sein würde. Als die Schulen die Warnung weitergeben, kommt es zu einer Massenpanik. Über die Jahre verbreiten sich die Gerüchte und potenzieren sich. 1990 sollen es in Bloomington (Indiana) bereits über 100 Opfer sein, die dem Satanskult zum Opfer gefallen sind. Belegt ist jedoch kein einziger Fall.
Nichtsdestotrotz entfalten die Geschichten ihre Wirkung. Vor Halloween gibt es zahlreiche Ratgeber, wie man sich zu verhalten hat. Eltern haben ihre Kinder unbedingt zu begleiten. Selbstgemachte Süßigkeiten sind unter keinen Umständen anzunehmen, sondern nur original verpackte Industrieware. Große Süßigkeiten-Konzerne bringen extra sichere Halloween-Editionen ihrer Schokoriegel heraus. Mit den maskierten Kindern soll ein Codewort vereinbart werden, dass die Nachbarn wissen, welches Kind hinter der Maske steckt. An dieser Maßnahme sieht man, dass das Misstrauen auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint.
Halloween zu gefährlich für Kinder?
Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen ist der Trick or Treat-Heischzug in den USA auf dem Rückzug, da viele besorgte Eltern ihre Kinder gar nicht mehr losziehen lassen und lieber sichere Hauspartys feiern. Veronika Neumann schreibt in „Halloween – Das Wann, Wo und Wie“ sogar, dass eine amerikanische Mutter, die zu Besuch in Österreich ist, davon abrät dort Halloween einzuführen, da es für die Kinder viel zu gefährlich sei.
Seit der Freigabe von Mariuhana im us-amerikanischen Bundesstaat Colorado geht eine neue Angst um. Die vor mit Hasch bestrichenen Süßigkeiten.
Er ist der ungekrönte König er Vampire. Sein Name steht stellvertretend für eine ganze Gattung, wie Tempo für Papiertaschentuch. Dabei beginnt alles relativ unspektakulär. Vor 115 Jahren vollendete der Ire Bram Stoker einen Tagebuchroman, in welchem er die historische Figur des Vlad Dracul mit, gerade populären, Vampirfiguren wie Polidoris Lord Ruthven vermischt. Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten wird der Roman, und vor allem seine Hauptfigur, ein durchschlagender und prägender Erfolg. Heute ist Dracula, neben vielleicht noch Frankensteins Monster, die Marke des klassischen Horrors schlechthin.
Auch wenn er heute von seiner furchteinflößenden Wirkung so einiges eingebüßt hat und eher in Trash-Hörspielen, B-Movies und Psychobilly-Plattencovern zu Hause ist, hat sein Name und der dahinter stehende Mythos nur wenig von seiner ursprünglichen Faszination verloren.
Und so findet am 21. April aus Anlass des 100. Todestages von Dracula-Autor Bram Stoker im beschaulichen Alten Rathaus der Stadt Dorsten ein Dracula Kongress statt. Wer jetzt glaubt, dass sich da vor allem exzentrische Damen und Herren mit rotem Stehkragen treffen, um die neusten Entwicklungen im Bereich der Schlafsärge zu diskutieren, sollte besser einen Blick auf das hochkarätige Programm des Kongresses werfen. Von wissenschaftlichen Vorträgen bis zum Tanzball ist hier für jeden Geschmack etwas zu finden und die Liste der Referierenden ist prominent besetzt.
Prominentes Programm zur unvampirlichen Stunde
Los geht es zu recht unvampirlichen Zeit 10 Uhr (morgens!) mit einem Vortrag der langjährigen Präsidentin der Deutschen Abteilung der Dracula Society über das Leben von Bram Stoker. Anschließend spricht der Historiker Dr. Hans Meurer über Gemeinsamkeiten zwischen dem fiktiven und dem realen Dracula.
Nach der Mittagspause können die Teilnehmer ein kleines Nickerchen einlegen und sich dabei von Trash- und Kinderbuchautor Wolfgang Hohlbein vorlesen lassen. Anschließend nimmt der Kongress aber wieder Fahrt auf wenn Dr. Mark Benecke die typischen Merkmale eines Vampires aus der Sicht eines Wissenschaftlers erklärt. Viele eklige Fotos dürften dabei den Magen des Zuhörers den Appetit auf die nun anstehende Kaffeepause verderben.
Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion, wo man das eben Gehörte noch einmal vertiefen kann. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, Autogramme zu ergattern und sich fotografieren zu lassen. Seinen krönenden Höhepunkt findet der Tag mit einem Vampirball. Auf diesem singt Kongress-Moderator Sascha Bulheller zusammen mit Heid Mündel Songs aus dem Musical „Tanz der Vampire“. Es darf auch selbst getanzt werden. Und natürlich gibt es eine Kostümprämierung. Denn auf den Ball der Vampire kommt man nur mit passendem Outfit!
Für Freunde des dunklen Grafen dürfte der Tag also ein erfüllendes und absolutes Muss sein.
Karten, Infos & Outfits
Kompletttickets gibt es für 30,- € an der Tageskasse.
Wer nur den Ball der Vampire besuchen möchte bezahlt an der Abendkasse 8,- €.
Online buchen kann man die Karten hier.
Alles für das perfekte Vampir-Outfit findest Du bei maskworld.com.
Weiter Infos über den Dracula-Kongress gibt es auf dracula-kongress.deNa dann: Guten Biss!
Nach Deiner Einweisung in die Lachmuskelentkrampfungsanstalt dachtest Du sicherlich auch, dass es kaum einen alberneren und lustigeren Zombiefilm als „Shaun of the Dead“ geben könnte. Doch da hast Du die Rechnung ohne Kuba, den verrückten Argentinier Alejandro Brugués und seinen neuen Film „Juan of the Dead“ gemacht, der heute, am 12. April 2012, in deutschen Kinos startet!
Zombiefilme müssen nicht immer grausam, blutig und brutal sein. Sie können auch grausam, blutig und brutal lustig sein! Das haben Filme wie „Shaun of the Dead“ und „Zombieland“ in der Vergangenheit bereits unter Beweis gestellt. Den gleichen Ausläufer der Zombie-Welle reitet nun also der bisher eher unbekannte, argentinische Regisseur Alejandro Brugués, indem er die Untoten auf den letzten Vorposten des Kommunismus loslässt: Kuba. Zombies sind ja schon ziemlich weit rumgekommen, das lehrt uns die Filmgeschichte: Ob Weltall (Astro Zombies) oder Weltmeere (Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen), nichts ist vor den Untoten sicher. Nun also Kuba. Dort nämlich lebt der Protagonist des Films „Juan of the Dead“, der 40-jährige, mega-faule Juan. Dieser liebt es, den ganzen Tag rumzuhängen und nichts zu tun. Und wenn er mal was tut, dann gibt es meist auch gleich Ärger. Da fragt man sich doch fast, wie Juan überhaupt seine durchaus attraktive Tochter zustande bekommen hat. Seinem ebenso faulen, aber doppelt so dummen Freund Lázaro verdankt er sie bestimmt nicht.
Für Juan könnte also alles wirklich schön sein im sonnigen Kuba, wenn da nur nicht diese merkwürdigen, mutmaßlich von der US-Regierung unterstützten Dissidenten wären, die so seltsame Geräusche machen, so komisch laufen und ingesamt irgendwie total fertig aussehen. Die machen nämlich ziemlich viel Chaos, beißen andere Menschen woraufhin die sich auch in Monster verwandeln. Nach und nach kommen Juan und Co. darauf, dass es sich bei den Dissidenten doch nicht um Dissidenten handelt. Sie sind zwar keine Vampire und auch nicht besessen, aber keinesfalls Dissidenten, denn dafür sind sie viel zu schwer zu töten – immerhin muss man ihnen das Hirn wegfratzen, um sicherzugehen. Ziemlich rätselhaft für die nicht so hellen Jungs und irgendwie auch doof, dass man in Kuba noch nichts von Zombies gehört hat… Um seinen fast nicht vorhandenen Lebensstandard nicht nur zu halten, sondern gar zu verbessern, macht Juan aus der Not eine Tugend bzw. aus der Zombiehatz einen Job und geht gemeinsam mit seinen Freunden auf die Jagd.
So albern, wie der Titel „Juan of the Dead“ klingt, ist der Film auch. Und zwar im positiven Sinne. „Shaun of the Dead“ und „Zombieland“ haben es vorgemacht, „Juan of the Dead“ macht es nach. Aber nicht plump, sondern auf eine sehr liebenswerte Art, die in verrückten Mordmaschinen gipfelt, welche Juan im Kampf gegen die Zombies zum Einsatz bringt.
Offizielle „Juan of the Dead“-Webseite (englisch)Juan of the Dead – Deutscher Trailer
VERLOSUNG
Auch wenn der Kürbiskönig zum Lachen für gewöhnlich in seine kalten Katakomben geht (wegen des hallenden Echos und der auch ansonsten sehr ansprechenden Akkustik), so ist er eben doch ein recht humorvoller Typ. Und ein generöser obendrein. Denn anlässlich des Kinostarts von „Juan of the Dead“ schleudert er – ganz wie ein Zombie seine verrottenden Gliedmaßen – mit freundlicher Unterstützung von Pandastorm und Spreadshirt zwei Fanpakete raus, jeweils bestehend aus T-Shirt, 2 Tickets und Filmplakat.
Beantworte einfach folgende Frage korrekt, um an der Verlosung teilzunehmen:
Aus welchem Land stammt der Regisseur von „Juan of the Dead“?
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Hach, da wird bestimmt nicht nur Dir, sondern auch grenzdebilen Film-Nostalgikern direkt warm ums Herz: Neun grandiose, mitunter zu Unrecht fast vergessene Trash-Perlen des SciFi-Horror-Genres kann man ab heute nochmal auf der großen Leinwand bestaunen. Leider – und da blutet Dein eben noch so schön erwärmtes Horror-Herz möglicherweise – gibt es die Streifen in der Form nur beim 3. Hamburger SciFi-Horror-Festival zu sehen, das heute Abend im Hamburger Metropolis Kino eröffnet wird.Endlich. Endlich gibt es mal wieder höchst anspruchsvolle Unterhaltung im Kino zu sehen! Nicht den ganzen neumodischen Kram mit computergenerierten Effekten ohne Ende, glatten Darstellern und Pseudo-Moral, sondern fantastische Filmkunst von ehrlichen Enthusiasten. Von Regisseuren, die trotz laienhafter Darsteller und hanebüchener Storys keine Gnade kannten und ihre Visionen (woher auch immer die kamen) ohne Rücksicht auf Verluste, dafür aber mit viel Herzblut auf 35 mm Filmrolle bannten – um diese dann auf die Allgemeinheit loszulassen!
Insgesamt neun zeitlos trashige SciFi-Horror-Streifen haben die filmverrückten Veranstalter Andreas Schiefler und Ralf Lorenz für die dritte Auflage ihres Hamburger SciFi-Horror-Festivals ausgewählt. Die Filme stammen allesamt aus den 1950er-1970er Jahren und werden dem geneigten Publikum im Hamburger Metropolis Kino als 35mm-Fassungen mit deutschem Ton präsentiert, um das Flair vergangener Zeiten noch zu intensivieren. Skurrile Bühnenshows und seltene Trailer höchstgradig seltsamer B- und C-Movies flankieren das Programm, dass vom 30. März bis zum 1. April läuft. Und damit Du weißt, oder zumindest eine ungefähre Vorstellung davon hast, was Dich wann erwartet, stellen wir Dir weiter unten noch kurz die gezeigten Filme vor.
Was?Monster machen mobil – 3. Hamburger SciFi-Horror-FestivalWann?30. März bis 1. AprilWo?Metropolis Kino in Hamburg
Die Filme
Sindbads gefährliche Abenteuer (USA 1973) | 30. März 2012, 19:00 Uhr
Mit seiner für damalige Zeiten spektakulären Stop-Motion-Tricktechnik von Ray Harryhausen fasziniert dieser fast 40 Jahre alte Film noch heute. Fantastische Kreaturen wie eine Kali (indische Göttin) mit sechs Armen und ein Zyklopen-Zentaur stellen sich Sindbad, der nach der Quelle des Lebens sucht, in den Weg.
Star Crash – Sterne im Duell (Italien 1979) | 30. März 2012, 22:00 Uhr
Was auf den ersten Blick wie ein billiger italienischer Abklatsch von „Star Wars“ wirkt, ist im Prinzip genau das. Obendrein ist „Star Crash“ aber auch eine ernstgemeinte Parodie, die schon allein aufgrund ihrer Besetzung Kultstatus verdient: Christopher Plummer als Imperator und – festhalten – David Hasselhoff als Prinz Simon rechtfertigen das! Zur Not auch die immer in knappste Lack- und Latex-Outfits gekleidete Caroline Munro. Dass die Filmmusik von Bond-Titelmelodie-Macher John Barry stammt, rundet die Sache ab.
Gigant des Grauens (USA 1958) | 30. März 2012, 23:59 Uhr
Die Fortsetzung von „Der Koloss“. Schade nur, dass dieser Klassiker aus dem Jahre 1958 mit gut einer Stunde Laufzeit recht kurz ausfällt: Vor allen Dingen das hochklassige Make-up und die mitunter doch recht eindrucksvollen Effekte können sich sehen lassen. Die Geschichte ist zudem unterhaltsam genug, um die Zuschauer bei Laune zu halten. Geht ja wie gesagt nur eine Stunde, der Film.
Gamera gegen Gaos (Japan 1967) | 31. März 2012, 15:30 Uhr
Gamera, die Riesenschildkröte mit Düsenantrieb, kämpft gegen den fliegenden Urzeitdrachen Gaos. Da geht’s richtig ab und die Darsteller hatten in ihren Gummianzügen bestimmt richtig Spaß. Sieht zumindest so aus.
Die Folterkammer des Hexenjägers (USA 1963) | 31. März 2012, 18:00 Uhr
Regisseur Roger Corman zeichnet für diesen Klassiker verantwortlich, in dem Vincent Price – der Hansdampf in allen Horror-Gassen jener Tage – die Hauptrolle spielt. Er verkörpert einen Hexenmeister, der 100 Jahre später von einem Nachfahren Besitz ergreift. Die Geschichte basiert auf der Lovecraft’schen Erzählung „Der Fall Charles Dexter Ward„, bedient sich aber des Titels eines Gedichts von Edgar Allen Poe.
Draculas Tochter und Professor Satanas (Mexiko 1968) | 31. März 2012, 21:00 Uhr
Verrückte Wissenschaftler sind die Besten! Professor Satanas sowieso. Aus den Organen von Supersportlern stellt er bösartige Fischwesen her, welche die Menschheit bedrohen. Zum Glück für die Menschen ist aber auch noch Bat-Woman am Start…
Infra-Superman – Invasion aus dem Inneren der Erde (Hongkong 1975) | 31. März 2012, 23:15 Uhr
Maßstäbe in Sachen Schwachsinn setzt dieser kultige Titel. Man mag sich kaum ausmalen, mit welchen (möglicherweise verbotenen) Mittelchen hier nachgeholfen wurde, um so ein durchgeknalltes Ergebnis zu bekommen. Irrwitzige Farb- und Lichteffekte, irrsinnige Kung Fu-Choreographien und eine recht gelungene deutsche Synchronisation zeichnen dieses grandiose Machwerk aus!
Der Mann ohne Körper (England 1957) | 1. April 2012, 11:30 Uhr
Mit den ganz besonders fortschrittlichen Forschern ist es wie mit so vielen Filmen: Mancher theoretische Ansatz hätte vielleicht noch die ein oder andere Überlegung vertragen, bevor man die praktische Umsetzung in Angriff nahm. Dabei ist die Idee, den Kopf des Nostradamus als Transplantationsobjekt zu verwenden, gar nicht mal so schlecht. Theoretisch.
2071 – Mutan-Bestien gegen Roboter (USA 1964) | 1. April 2012, 13:30 Uhr
Allein die Wortschöpfung „Mutan-Bestien“ hätte eigentlich eine Auszeichnung verdient. Aber davon haben die Forscher im Film auch nichts, die aufgrund einer defekten Zeitmaschine im Jahr 2071 – nach dem großen Atomschlag – landen. Denn die Mutan-Bestien, im Prinzip glatzköpfige Mutanten, kämpfen in dieser Zeit gegen eine Roboter-Armee der letzten „normalen“ Menschen. Großes Kino!