Kindergeburtstag mit Blut: Alice Coopers „Welcome 2 My Nightmare“

0
Heute ist es soweit. Heute erscheint das neue Album der coolsten Trümmertunte des Schockrock: Alice Cooper. Ein Album auf das die Fans mehr als 28 Jahre warten mussten. Solange ist es bereits her, dass Erfolgsproduzent Bob Ezrin (u.a. „The Wall“) mit dem Flop-Album „Dada“ (1983) das letzte Mal mit Alice Cooper zusammenarbeitete. Damals war Alice Cooper auf dem kommerziellen Tiefpunkt seiner Karriere. Aber noch weitere zehn Jahre zuvor haute das Dream-Team Ezrin/Cooper von 1970–1975 im Jahresabstand einen Rockklassiker nach dem anderen heraus, darunter Meilensteine und Bestseller wie „School’s Out“, „Killer“ und „Billion Dollar Babies“. Mit „Welcome To My Nightmare“ fand die äußerst fruchtbare Beziehung ihren vorläufigen künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt. Jetzt, 35 Jahre später, sind sie wieder da. Und weil man im Rockzirkus gerne auf Nummer sicher geht und nur zu gern an die glorreichen Tage anknüpfen möchte, heißt das Ergebnis der neuen Kollaboration, die allen alten Alice Cooper-Fans die Tränen in die Augen treibt, etwas abgeschmackt dann auch „Welcome 2 My Nightmare“ – also „Welcome To My Nightmare – Teil2″…


Wenn alte Männer nochmal Spaß haben


Ein Klassiker der Rockgeschichte wird das neue Album wohl nicht werden und auch die Verkaufszahlen werden kaum an seinen berühmten Vorgänger heranreichen, aber eines lässt sich mit Sicherheit sagen: „Welcome 2 My Nightmare“ ist das wohl unterhaltsamste und unbeschwerteste Alice Cooper-Album seit langem. Eine bunte Schatztruhe voll mit skurrilen Obskuritäten, ganz nach dem Motto: Wenn alte Männer noch mal Spaß haben wollen. So überrascht „Last Man On Earth“ mit einem fröhlich-amtlichen, südamerikanischen Brass-Sound, der jedem Tim Burton-Film gut zu Gehör stehen würde. Wer hätte gedacht, dass sich der alte Cooper mal von einer Tuba begleiten lassen würde?! Der, nach Meinung des Kürbiskönigs, mit Abstand beste Song des Albums! Und ein gottverdammter Klassiker, wenn sich die Welt mal den Stock aus dem Arsch ziehen würde. Weiter geht es drei Songs später mit dem „Disco Bloodbath Boogie Fever!“, der klingt, als würde sich der Horror-Altmeister vor den Pet Shop Boys verbeugen. Cheesiger Eurodance-Style mit Männerchören, tanzenden Skeletten, und Alice Cooper rappt in Grandmaster Flash-Manier dazu. Selten hat der Kürbiskönig so gelacht. Aber damit nicht genug: Als letzte Karte der Absonderlichkeiten spielt der fröhliche alte Mann mit der verlaufenen Schminke ein Duett mit der Disco-Dance-Schlampe Ke$ha, die dem traditionellen Alice Cooper-Fan sicherlich nicht durch ihren Hit „Tik Tok“ bekannt ist. Und was soll man sagen? Der Song hat ordentlich Bumms und klingt, als würde Alice Cooper auf dem Gitarrenriff von Michael Jacksons „Beat It“ einen frühen Britney Spears-Song covern. Der Song „What Baby Wants“ ist definitiv großes Kino und wird vom Kürbiskönig gleich mal als zweitbester Song des Albums gekürt.

Der lakonische Humor und die Sorglosigkeit im Umgang mit musikalischen Grenzen war schon immer ein Markenzeichen Coopers und bewahrte ihn davor, auch in den tiefsten und musikalisch belanglosesten Zeiten in die totale Bedeutungslosigkeit abzustürzen – wenn auch für den traditionell eher etwas biederen und unlockeren Rock- und Metalfan nicht immer nachvollziehbar. Für den ist auch das neue Album wohl eher schwierige Kost, was das Album wohl davor bewahren wird, kommerziell durch die Decke zu gehen. Aber alle, die gerne mal auf eine Party des verrückten Hutmachers gehen wollen, sind hier genau richtig. Das ist das Tolle am Alter: Man muss niemandem mehr etwas beweisen.
Alice Cooper – I’ll Bite Your Face Off von universalmusicdeutschland
Bob Ezrin macht, wie nicht anders zu erwarten, einen amtlichen, fetten Sound, steuert ein paar schöne akustische Gimmicks bei und ist bei vielen Songs als Co-Autor beteiligt. Auch ansonsten macht die Platte den Eindruck eines fröhlichen Klassentreffens. Bei zwei Songs ist der komplette verbliebene Rest der alten Cooper-Gang zu hören. Ein Grund mehr, alten Cooper-Fans die Tränen in die Augen zu treiben. Steve Hunter, Kip Winger und Rob Zombie sind weitere prominente Albumgäste. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Totalausfall zu vermelden und der Kürbiskönig ist der Meinung, dass auf die 70 (!) zugehende, alte Männer nicht mehr unerträglich kitschige Balladen singen sollten, bei denen jede Zeile mit dem Wort „Baby“ anfängt. Und den letzten Song, eine Art Instrumental-Medley alter Cooper-Klassiker aus der „Nightmare“-Zeit (verbunden durch Richard Claydermann-artige Keyboardpassagen), hätte man sich wirklich getrost sparen können. Aber alles in allem ein recht spaßiger Albtraum und eine Platte, wie eine Alice Cooper-Show: Kindergeburtstag mit Blut mit einem Alice Cooper, der sich auf seinen letzten Tagen noch zum verrückten Hutmacher mausert. Konfetti, Böllerschüsse, singende Totenköpfe, Luftballons und viel Blut! Welcome To My Nightmare!


Alles Neu!!!

0
Der einen oder dem anderen ist es vielleicht schon aufgefallen: Der Kürbiskönig hat renoviert. Ordentlich umdekoriert, Kerzen angezündet, eine Mikrowelle aufgestellt und ein paar dekorative Spinnenweben aufgehängt. Und vor allem ordentlich an der Service-Schraube gedreht. Nicht nur, dass jetzt alles schicker und besser aussieht, ab sofort gibt es auch eine nützliche Suchfunktion mit der man Halloween.de nach Themen und Stichworten durchsuchen kann. Außerdem kannst Du, werter Halloween.de-User, Dich nun mit einem Blick auf die Startseite über die aktuellsten Updates, die neuesten Artikel und die letzten Kommentare auf Deinem Lieblings-Grusel-und-Halloween-Magazin informieren. Auch steht Dir nun die Möglichkeit zur Verfügung, mittels der „Gefällt mir“ und „+1“ Buttons Deinen langweiligen Freunden auf Facebook und Google+ mitzuteilen, wo der Halloween-Hammer hängt. Mit kleinen süßen Vögeln hat es der Kürbiskönig ja sonst eher nicht so, dennoch hat er sich überreden lassen, einen Twitter-Account einzurichten. Wir werden sehen, was die orangefarbene Herrlichkeit seinen Jüngern so mitzuteilen hat. Es wird auf jeden Fall spannend. Schick ist auch unser verbesserter Terminkalender, indem Du nun mittels einer Suchmaske speziell nach Events in Deiner Umgebung suchen kannst. Noch ist der Terminplan zwar etwas dünn bestückt, das wird sich aber in den nächsten Tagen ändern. Und falls Du eine Halloween-Party veranstaltest, kannst Du uns den Termin gerne zukommen lassen! Noch sind die Renovierungsarbeiten nicht vollständig abgeschlossen und der eine oder andere Artikel wird vielleicht noch etwas seltsam aussehen und hier und da ist noch ein Bild verrutscht. Aber auch das wird sich in den nächsten Tagen wieder ändern. Und wenn Du glaubst, das war es nun mit den Neuerungen auf Halloween.de, dann sei Dir verraten, dass es bei uns demnächst eine neue Rubrik mit dem Namen “Schaurig schön“ geben wird, welche vor allem für die Damen unter Euch gedacht ist, die zur Halloween-Party vielleicht nicht als Splatter-Zombie gehen möchten. Ich habe die Bilder schon gesehen – das wird groß! Seid gespannt! Bis dahin aber erstmal viel Spaß mit der “neuen“ Halloween.de-Seite!

Gruselkabinett

1
Autor: Marc Gruppe Genre: Klassischer Grusel Schaurig schwer liegt der nächtliche Nebel in den Gassen Londons. Tief gebückt, nichts Gutes ahnen lassend, schleicht schlurfend eine dunkle Gestalt durch das verrufene Viertel. Vorbei an dem alten, verlassenen Haus, in dem es seit jenen tragischen Vorfällen niemand länger als eine Nacht ausgehalten hat. Da ertönt aus dem mittlerweile undurchdringlichen Nebel ein entsetzlicher Schrei. Das Hörspiel-Label Titania Medien meint es ernst mit der Gänsehaut. Keine trashigen Dämonenjäger, die sich mit flotten Sprüchen durch ihre Abenteuer kalauern oder endlos überbordende, vertrackte Storykonstrukte, denen der Hörer spätestens nach der 10 Folge mit einem hilflosen und vor allem interessenlosen Schulterzucken den Rücken kehrt. Hier kämpfen die Getriebenen, die Ausgelieferten mit einer Welt, die sie nicht verstehen. Die, ob selbst verschuldet oder nicht, über sie hineinbricht, nicht mehr loslässt und sie meist anschließend als gebrochene Menschen zurücklässt. Falls sie sie zurück lässt.
In der Serie “Gruselkabinett“ adaptiert der Hörspiel-Verlag Titania Medien, welcher in den Jahren 2004 -2006 mit dem Hörspiel-Award als bestes Label ausgezeichnet wird, die Klassiker der altmodischen Schauerliteratur als aufwendige und atmosphärische Hörspiele. Und das völlig ironiefrei. Bei der Auswahl der adaptieren Werke legt das Label dabei eine erfrischende Vielfalt an den Tag. Natürlich kommen auch sie nicht um die Adaption der üblichen Verdächtigen wie Dracula und Frankenstein herum. Wenn man diese aber beiseite lässt, kann man zahlreiche wirklich furchterregende und wenig bekannte Kleinode des Schreckens wie “Die obere Koje“ von Francis Marion Crawford entdecken. Oder stößt auf fast unhörbare Trashperlen wie Bram Stokers (der ja außer Dracula faktisch nichts Lesenswertes zu Papier brachte) “Weißen Lindwurm“ oder typische Vertreter des fast vergessenen gotischen Schauerromans, in denen brave Geistliche erotischen Dämonen verfallen. Sehr gruselig und empfehlenswert auch viele der Lovecraft-Adaptionen wie “Der Tempel“. Aufgelockert wird die Serie durch fast parodistische Beiträge, wie Janes Austens “Northanger Abbey“ oder auch Oscar Wildes wundervolles “Das Gespenst von Canterville“.
Bei mittlerweile über 50 Folgen sind natürlich nicht alle Folgen gleich gut und nicht selten schlingert man, wie es bei vielen der alten Schauerromane üblich ist, nur knapp an unfreiwilliger Komik vorbei. Allerdings zeichnet die Serie aus, dass auch noch die schwächsten Folgen mit hervorragenden Sprechern – oft Synchronsprecher bekannter Hollywood-Schauspieler – besetzt sind. Für das wundervoll kitschig-nostalgische Artwork (ein weiterer großer Pluspunkt der Serie) zeichnet sich der umtriebige Firuz Askin verantwortlich. Am stärksten ist das “Gruselkabinett“ immer dann, wenn dieses es schafft, den Hörer teilweise mit fast bereits wieder vergessenen Geschichten das Gruseln zu lehren. Oft muss man sich die Zeit dafür nehmen, denn die alten Geschichten tun es auch. Aber wenn man es zulässt, dann kann es passieren, dass man plötzlich eine Gänsehaut bekommt und sich nicht ganz sicher ist, ob es nicht gerade kälter im Raum geworden ist. Und dann macht man das Licht doch lieber noch etwas heller.

Für alle Neueinsteiger empfiehlt Halloween.de folgende Folgen:

Folge 6: Edward Bulwer-Lytton – Das verfluchte Haus Folge 9: Shirley Jackson – Spuk im Hill House Folge 27: Robert Louis Stevenson – Der Leichendieb Folge 31: Rudyard Kipling – Die Gespenster-Rikscha Folge 34: Francis Marion Crawford – Die obere Koje Folge 38: Hanns Heinz Ewers – Die Spinne Folge 42: E.T.A. Hoffmann – Der Sandmann Und Titania Medien empfiehlt der Kürbiskönig für das Gruselkabinett: „Der Spuk im Pfarrhaus zu Cleversulzbach“ von Eduard Mörike und natürlich die „Geschichte vom Gespensterschiff“ von Wilhelm Hauff

Links:

Titania Medien
  Text: A.Hartung

Fragen Sie Dr. Kürbis – Teil 17: Wenn es Vampire schon seit Jahrtausenden gibt, wieso fürchten sie dann das Kreuz?


Die Frage:

Lieber Dr. Kürbis! Wenn es Vampire schon seit Jahrtausenden gibt, warum haben sie dann Angst vor dem Kreuz? Gruß, Anne-Kristin

Die Antwort:

Liebe Anne-Kristin, Um diese Frage zu klären, muss man erst einmal vorher zwei andere Fragen klären. Und zwar 1.) Seit wann gibt es eigentlich Vampire? Und 2.) Fürchten Vampire überhaupt das Kreuz?

1. Seit wann gibt es Vampire?

Im Allgemeinen wird mit einem Vampir heutzutage ein lebender Toter (Wiedergänger) bezeichnet, der den Lebenden das Blut aussaugt. In seinem Ursprung waren diese beiden Merkmale jedoch noch nicht zwangsläufig miteinander verbunden. Vampir-ähnliche Gestalten werden schon im Altertum erwähnt. Die griechischen Lamien z.B. sind gespenstische Frauen, welche Kinder und Jugendliche in eine Falle locken, um ihnen dann das Blut auszusaugen. Ähnlich gehen die Lemuren vor, eine Art geisterhafter Gestaltenwandler. Sie töten Kinder, um ihnen anschließend ebenfalls das Blut auszusaugen. Den meisten dieser Wesen aus Sagen und Mythen fehlt jedoch das Merkmal des Untotseins, was sie aus heutiger Sicht noch nicht zu richtigen Vampiren macht. Auf der anderen Seite gibt es die – vor allem aus dem osteuropäischen Raum stammenden – Wiedergänger, welche tagsüber schmatzend in ihren Gräbern liegen und nachts in ihrem Heimatdorf ihre Verwandten heimsuchen. Die Furcht vor solchen Wiedergängern scheint jedoch schon Jahrtausende alt zu sein. Laut der Archäologin Anastasia Tsaliki wurden in Zypern 9.000 Jahre alte Gräber gefunden, deren Insassen mit schweren Steinen auf Kopf und Brust eindeutig daran gehindert werden sollten, sich aus dem Grab zu erheben. Andere Maßnahmen, auf die Archäologen bei Ausgrabungen immer wieder stoßen, sind lange Nägel mit denen der unruhige Leichnam im Sarg gehalten werden soll. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts häufen sich Berichte, in denen vampirartige Vorfälle offiziell untersucht werden. Die meisten Erzählungen und historischen Berichte stammen übrigens aus Ungarn und Rumänien. Nicht alle sind nach unserem heutigen, literarisch geprägten Verständnis richtige Vampire. Häufig sitzen die Toten auch den Schlafenden auf und würgen sie am Hals, welches nicht selten nach starken Schmerzen in der Brust zum Tode führt. Das ist auch nicht immer ganz eindeutig zuzuordnen. Die Sagen und Mythen der Völker kennen zahlreiche Figuren, die den Menschen das Blut aussaugen. In Rumänien z.B. ist das Wort für Vampir mit dem für den Werwolf identisch. Aber erst in der Verbindung des Untotseins und dem Bluttrinken entsteht das, was wir heute als klassischen Vampir kennen. Berichte über solche “echten“ Vampire stammen vor allem aus den Balkanländern, wie Ungarn und Serbien, wie die berühmten Fälle des Peter Plogosovitz (1725) und des Arnod Paole (1732). Das Risiko, ein Vampir zu werden, geht zu jener Zeit vornehmlich derjenige ein, welcher von einem Vampir heimgesucht wird. Außerdem: Verbrecher, unehelich Geborene, Hexen und Zauberer, islamisierte Christen, Priester, die Todsünden begangen haben, Exkommunizierte und Menschen, die verstarben ohne die Sterbesakramente empfangen zu haben. Die Furcht vor einem plötzlichen Tod ist im Mittelalter sehr verbreitet. Gerade nach christlich-orthodoxem Glauben können Exkommunizierte nicht ins Himmelreich eingehen, was die starke Verbreitung des Vampirglaubens in Ländern mit orthodoxem Glauben erklärt. Das heißt aber auch, dass diese Vampire, wenn überhaupt, das orthodoxe Kreuz fürchten müssten.


2. Fürchtet der Vampir das Kreuz?

Aber fürchten sie es denn überhaupt? Kaum ein wiedergängerisches Wesen ist so gehandicapt, wie der Vampir. Er verträgt kein Tageslicht und muss den Tag in regungsloser Starre in seinem Sarg verbringen, sowie auf heimatlicher Erde gebettet sein. Möchte er ein fremdes Haus betreten, benötigt er dazu eine Einladung. Fließendes Wasser kann er nur bei eintretender Ebbe oder Flut überqueren. Er soll allergisch gegen Knoblauch sein. (Es gibt unterschiedliche Meinungen, ob das der Wahrheit entspricht. Angeblich sagt man in Rumänien, dass derjenige, der sich Knoblauch um den Hals hängt, nur die nächste Mahlzeit des Vampirs würzt.) Ein Rosenzweig über seinen Sarg gekreuzt, hindert den Vampir diesem zu entsteigen. Und ja: Im Allgemeinen verträgt der klassische, abendländische Vampir kein Kreuz im Angesicht. Das gilt meist für alle kirchlichen Utensilien, wie Weihwasser oder eine geweihte Hostie. Die Herkunft vieler dieser Regeln ist unklar. Van Helsing, anerkannter Vampirexperte sagte dazu in Bram Stokers “Dracula“: „Wir wissen nicht, warum das so ist, aber es ist so.“ Logischerweise trifft die Kreuzfurcht aber nur auf Vampire zu, welche die Regeln der christlichen Kirche verletzt haben oder ihrer entsagten. Dadurch existieren sie fortan außerhalb der christlichen Gemeinschaft und liegen im Zwist mit ihr. Und da Gott im offiziellen (d.h. kanonisiertem) christlichen Verständnis die oberste und allumfassende Instanz ist, ist es nur verständlich, dass sie die Insignien seiner Macht fürchten. Ob die (oft übertrieben erscheinenden) Reaktionen auf christliche Insignien und Utensilien, von den Vampiren nun psychosomatisch ausgeführt werden, d.h. dass sie in einer Art vorauseilendem Gehorsam freiwillig zu Staub zerfallen, weil sie denken, dass muss halt so sein oder ob es sich um eine Art göttlichen Laserstrahl handelt, ist nicht ganz klar. Die erste Option wäre vergleichbar mit einem ungehorsamem Kind, welches sich beim Anblick des heimkehrenden Vaters selbst bestraft. Vieles spricht dafür. Zum einem scheinen z.B. zwei gekreuzte Äste den gleichen Effekt zu haben wie ein geweihtes Kreuz. Das gipfelt darin, dass sich Stephen King in seinem Roman “Brennen muss Salem“ nicht entblödet, einen Jungen ein kleines Plastikkreuz aus einem Spielzeugfriedhof als wirksames Abwehrmittel gegen Vampire benutzen zu lassen. Und niemand wird ernsthaft glauben, dass Gott seine Macht durch ein Playmobil-Kreuz ausübt. Das heißt, allein die Erinnerung an die göttliche Allmacht lässt diese Vampire zurückschrecken. Desweiteren ist auch zu beobachten, dass in der zunehmend säkularisierten Welt Vampire keine Angst mehr vor dem Kreuz haben. Der Vampir Lestat oder die Marienhof-Vampire aus “Twilight“ sind noch vor keinem Kreuz zurückgeschreckt.

Fazit

Damit bleibt als Fazit, und um die Frage letztendlich mit einem Satz zu beantworten: Das christliche Kreuz fürchten nur Vampire, die aus einem christlichen Glaubensumfeld stammen und sie fürchten das Kreuz, weil sie es fürchten wollen. Dein Dr. Kürbis

Du hast auch ein Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de


Der Tod steht Dir gut: Wir verlosen T-Shirts, Mützen und mehr zum Kinostart von „Final Destination 5“

Ab 25. August gibt es im Kino wieder schöne, skurrile Todesarten zu sehen

Wenn der Tod will, dass Du stirbst, dann versuche nicht, Dich irgendwie rauszuwinden. Der Tod bleibt unausweichlich. Springst Du dem Tod dennoch von der Schippe, so lässt sich der Sensenmann nämlich irgendeine ganz besonders fiese Todesart einfallen – extra nur für Dich! Dieses für die „Final Destination“-Reihe zentrale, ja sogar essenzielle Element kommt nun zum mittlerweile fünften Mal zum Einsatz, wenn „Final Destination 5“ am 25. August in den deutschen Kinos startet. Einer der wesentlichen Gründe für den (finanziellen) Erfolg der Filmreihe ist mit Sicherheit das filmische Konzept, welches den „Final Destination“-Filmen zugrunde liegt. Während der Horror bei anderen Filmen meist von einem irren Serienmörder ausgeht oder an eine bestimmte Örtlichkeit gebunden ist, lauert der Tod bei „Final Destination“ tatsächlich überall. Das eröffnet dem verantwortlichen Regisseur natürlich jede Menge Freiheit – sowohl, was die Handlungsorte, als auch die Beziehung der Figuren zueinander und die möglichen Sterbeszenarien angeht. Selbst oder gerade für einen relativ unerfahrenen Regisseur sind solche Freiheiten natürlich super. Warum das hier erwähnt wird? Weil Steven Quale, so heißt der Regisseur von „Final Destination 5“, als hauptverantwortlicher Filmemacher zwar relativ unerfahren ist, aber trotzdem auf einige wertvolle Erfahrungen zurückgreifen kann.

Hans Dampf in allen Gassen

Die Zahl der Projekte, bei denen Regisseur Steven Quale bisher die Dreharbeiten leitete, ist insgesamt recht überschaubar: Ein Kurzfilm, ein TV-Film und eine Produktion speziell für 3D-Kinos sind alles, was Steven Quale in dieser Hinsicht vorweisen kann. Tatsächlich hat der gute Mann aber schon an einigen namhaften und erfolgreichen Projekten mitgearbeitet. So fungierte er als Regieassistent und hatte die Leitung der visuellen Effekte bei „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ inne, kam er als Darsteller im 1997er Blockbuster „Titanic“ zum Einsatz und schnitt die Special Edition des Klassikers „Abyss – Abgrund des Todes“ zurecht. Zudem war er am Set von „Terminator 2“ und „True Lies – Wahre Lügen“ für den Bereich „special projects“ zuständig. Sozusagen ein Hans Dampf in allen Gassen, ein echter Tausendsassa. Stichwort „Tausend“. Es gibt tausende Arten, (unfreiwillig) das Zeitliche zu segnen. Das weißt Du natürlich besonders gut, wenn Du auch nur einen einzigen der bisherigen vier „Final Destination“-Teile gesehen hast. Einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen gibt es da nicht als Option. Nein, die Todesarten sind spektakulärer und die Verkettungen, die zum fatalen Ausgang eines Ereignisses führen, sind derart haarsträubend konstruiert, dass es inzwischen schon Kult ist. Genau so typisch ist allerdings auch die obligatorische Vorahnung, die einen der Darsteller zu Beginn des Films ereilt: Er oder sie träumt von einem ganz schlimmen, absolut real wirkenden Unglück und wird dann „wach“, kurz bevor sich die „geträumte“ Szene tatsächlich abspielt. Apropos Darsteller. Neben den wohl nur den Serien guckenden Zuschauern bekannten Namen Nicholas D’Agosto („Heroes“), Emma Bell („The Walking Dead“) und Miles Fisher („Mad Men“), verkörpert Kult-Schlitzer Tony Todd („Candyman“) als Gerichtsmediziner natürlich eine besonders tolle Rolle.

Nichts neues, aber irgendwie doch

Nach diesem altbekannten, aber bewährten Muster der Vorahnung verläuft natürlich auch die Handlung in „Final Destination 5“. Wie gewohnt, überleben einige Leute das erste große Unglück, die – hätten sie nicht der Vision eines Einzelnen geglaubt – sonst schon innerhalb der ersten 15 Minuten draufgegangen wären. Was den Tod, der sich das Ganze so schön ausgedacht hatte, natürlich stört, schließlich lässt sich der Sensenmann nicht gerne in die Suppe spucken. Folglich gilt all jenen, die Gevatter Tod so (un)vorhergesehen von der Schippe gesprungen sind, dessen ungeteilte Aufmerksamkeit. Und so zeigt der Schnitter dann auch wieder einmal eindrucksvoll, wie kreativ er darin ist, Menschen unter die Erde zu bringen. Davon lebt der Film, davon lebte schon die ganze Reihe. Trotz solcher Konstanten und aller vermeintlicher Vorhersehbarkeit ist aber auch „Final Destination 5“ spannend und unterhaltsam. Spannend ist zum einen, ob es den Überlebenden gelingt, dem Tod dauerhaft ein Schnippchen zu schlagen und zum anderen, wer auf welche Art ums Leben kommt. Letzteres macht zugleich auch den unterhaltsamen Part aus, denn es sind ja gerade die verrückten Todesarten, die bei vielen Zuschauern für Belustigung sorgen – sei es aufgrund von Schadenfreude, weil er/sie in seiner/ihrer Rolle sowieso die ganze Zeit nervt oder einfach nur, weil die Inszenierung jener tödlichen Verkettungen meist zwar maßlos übertrieben, aber eben auch so herrlich perfide und liebevoll durchdacht daherkommt. Die offizielle deutsche „Final Destination 5“-Webseite

Verlosung

Und weil der Kürbiskönig ein Faible für perfide Geschichten hat und „Final Destination 5“ am 25. August hierzulande in den Kinos anläuft, verlosen wir mit freundlicher Unterstützung von Warner Bros. Pictures Germany zwei schicke Final Destination 5-Fanpakete, bestehend aus Basecap (das sieht übrigens absichtlich so zerfleddert aus), T-Shirt (M) und iPhone 4-Skin zum Aufkleben. Beantworte zur Teilnahme einfach folgende Frage:

Welches „Anfangs-Unglück“ war in den ersten vier „Final Destination“-Filmen noch nicht dabei?

a) Achterbahn entgleist im Vergnügungspark b) beim Nascar-Rennen ereignet sich ein fataler Crash c) College-Sporthalle stürzt zusammen d) derbe Massenkarambolage auf dem Highway e) explodierendes Flugzeug beim Startvorgang Schick uns bis zum 4. September 2011 Deine Lösung als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreib Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht! „Final Destination 5“ – Deutscher Trailer Rechtliches: Eine Barauszahlung und/oder ein Umtausch des Gewinns sind nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und selbstverständlich dürfen unsere Mitarbeiter nicht am Gewinnspiel teilnehmen. Alle eingehenden Daten werden ausschließlich für die Verwendung in Zusammenhang mit unserer Verlosung gespeichert und entsprechend den Regelungen des Datenschutzgesetzes vertraulich behandelt. Die Zustellung des Gewinns erfolgt auf dem Postweg ohne Gewähr. Eine einwandfreie Angabe Deiner Daten ist Voraussetzung für die korrekte Zustellung des Gewinns.

Dead Elvis & His One Man Grave

0
Elvis ist tot. Anderslautende Gerüchte wollen zwar nicht verstummen, aber die meisten haben irgendetwas mit UFOs zu tun und stammen von Leuten, von denen man normalerweise keinen Gebrauchtwagen kaufen würde. Außerdem gibt es einen Beweis. Denn er ist wieder da! Das soll der Beweis für seinen Tod sein? Das er wieder da ist? Vom Schreiber dieser Zeilen würde ich aber auch keinen Gebrauchtwagen kaufen, denkt sich der findige Leser. Aber halt! Wieso soll, was einfachen Zombies möglich ist, dem King of Rock’n’Roll verwehrt bleiben? Wieso sollte ein lächerlicher Zwischenfall, wie der Tod, den King davon abhalten, Musik zu machen? Und damit meine ich nicht das jahrelange posthume Veröffentlichen von zufällig in der Besenkammer gefundenen Outtakes. Nein, der King ist zurück! Er ist toter denn je und seinen Sarg hat er auch gleich mitgebracht. Seit den Jahren seiner Einsargung hat er nichts von seinem ursprünglichen Charme eingebüßt und nichts verlernt. Im Gegenteil: Der Tod steht ihm gut. Und Gitarre spielt er auch wieder. (In seinen letzten Lebensjahren passte die ja nicht mehr vor den Bauch). Außerdem hat er im Jenseits auch noch Schlagzeug gelernt! Zugegeben, etwas rauer und raubeiniger ist seine Musik geworden. Böse Zungen könnten sogar behaupten, etwas schrammelig. Dafür spürt man die wilde Energie, die nur jemand hat, der bereits schon einmal auf der anderen Seite war. Und das ist dann purer Zombie Rock’n’Roll! Links Die offizielle Webseite von Dead Elvis Die Myspace-Seite von Dead Elvis Die Facebook-Seite von Dead Elvis Text: Andreas Hartung

„Zombies: Die göttliche Komödie“ – Wir verlosen 3 Exemplare des neuen Zombie-Comics

„Ich sollte Manager bei McDonald‘s werden, ich schlief mit Allison Terlizzi. Ich hatte meinen Kredit abbezahlt. Meine Ex und meine Tochter waren fast nicht mehr sauer auf mich. Alles lief gut, und dann das… Das Ende der Welt“ Auf das, was über Sam hineinbricht, was über die ganze Welt hineinbricht, war er nicht vorbereitet. Und so springt er, als es soweit ist, anstatt seiner Familie beizustehen, in blinder Panik in den nächsten Bus. Als er wieder zu sich kommt, ist es bereits zu spät. Bis heute hat er sie nicht wieder gesehen. Voller Ekel und geplagt von Selbstvorwürfen hält er sich mehrmals pro Tag eine Knarre an die Schläfe. Drückt dann aber doch nicht ab. Sondern übergibt sich stattdessen. Das ändert sich erst, als er eines Tages auf den letzten Akku-Tropfen seines Handys einen Anruf von seiner Tochter Stacy erhält. Irgendwie hat sie überlebt und es nach Seattle geschafft. Dann bricht der Kontakt ab. Und Sam macht sich auf den Weg nach Seattle. Dort trifft er auf eine schlagkräftige Gemeinschaft, die sich auf einer Insel ein neues Leben aufbauen will. Und er trifft auf den kleinen Josh, einen 8-jährigen, rauchenden Epileptiker, der fortan zu Sams Ersatzfamilie wird. Bis eines Tages … Man kennt das. In einer Welt voller Zombies halten die guten Tage nie lange an.

Frankobelgische Zombies

„Zombies“ (Peru/Cholet/Champelovier) ist der frankobelgische Beitrag zur aktuellen Zombie-Welle. Er erreicht zwar nie die gnadenlose Spannung und philosophische Tiefe von “The Walking Dead“ schwelgt dafür aber in schönen Brauntönen und teilweise eindrucksvollen Bildern. Alle vertrauten Elemente einer klassischen Zombiestory sind enthalten: Es gibt den Tierarzt, der an Gefangenen Experimente durchführt, den visionären Gruppenführer einer paramilitärischen Einheit, die sich eine neue Existenz aufbauen will, die aber – man ahnt es schon – zum Scheitern verurteilt ist, seine Kumpane, denen im falschen Moment die Nerven durchgehen und die Endlosschlaufe, die immer noch auf allen Fernsehkanälen ausgestrahlt wird und versichert, dass bald alles wieder gut werden wird. Also inhaltlich und formal keine Experimente aber für alle Freunde des klassischen Zombie-Genres gute Unterhaltung! Die Serie ist auf drei Bände angelegt. Links: Splitter-Verlag

Verlosung

Wir verlosen mit freundlicher Unterstützung des Splitter-Verlages 3 Exemplare des ersten Bandes „Zombies: Die göttliche Komödie“.

Beantworte zur Teilnahme folgende Frage: Wie heißt der französische Zombie-Rohrkrepierer, in dem sich Gangster und Polizisten gemeinsam in einem Hochhaus gegen einen Zombie-Angriff wehren müssen?! Schick uns bis zum 30. August 2011 Deine Lösung als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreib Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht! Rechtliches: Eine Barauszahlung und/oder ein Umtausch des Gewinns sind nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und selbstverständlich dürfen unsere Mitarbeiter nicht am Gewinnspiel teilnehmen. Alle eingehenden Daten werden ausschließlich für die Verwendung in Zusammenhang mit unserer Verlosung gespeichert und entsprechend den Regelungen des Datenschutzgesetzes vertraulich behandelt. Die Zustellung des Gewinns erfolgt auf dem Postweg ohne Gewähr. Eine einwandfreie Angabe Deiner Daten ist Voraussetzung für die korrekte Zustellung des Gewinns.

Fragen Sie Dr. Kürbis! – Teil 16: Warum reiten Hexen auf Besen?


Die Frage:

Lieber Dr. Kürbis! Warum – um alles in der Welt – fliegen Hexen eigentlich auf einem Besen? Hat das einen bestimmten Hintergrund? Bin gespannt auf die Antwort, Marlen

Die Antwort:

Liebe Marlen, wie Du Dir vielleicht denken kannst, habe ich die eine oder andere Hexe in meinem Bekanntenkreis und verfüge somit über Informationen aus erster Hand. Eigentlich. Sie erzählen einem erst ganz freimütig von der Herkunft ihres Namens und wie dieser letztlich zum Hexenbesen führt, sind dann aber auch plötzlich indigniert und verweigern jede weitere Auskunft, wenn man es mal etwas genauer wissen möchte. Ich meine, nun auch herausgefunden zu haben, warum… Doch zunächst einmal zu dem Offensichtlichen, der Verknüpfung des Ausdrucks Hexe mit der mittelalterlichen Vorstellung einer Frau, die auf ihrem Besen zum Hexensabbat reitet. Was sich bekanntlich auch über die Märchen bis in die heutige Ikonografie von Comics und Filmen festgesetzt hat. An Hexen hat man schon vor Urzeiten geglaubt, ihre Wurzeln haben sie tief im vorchristlichen Götterglauben geschlagen und auch Einflüsse aus den keltischen und germanischen Kulturen haben zur Entstehung des Hexenmythos beigetragen. Allerdings waren sie nie per se böse, sondern, wie alle anderen zauberkundigen Wesen auch, stark den heilenden Kräften der Natur verpflichtet. Und diese duale Bedeutung findet sich eben auch im Ursprung des Begriffs: „Hexe“ geht auf das althochdeutsche „hagzissa“ oder „hagazussa“ zurück, was sich wiederum zu „hecse“ und „hesse“ weiterentwickelt hat (sowie „hag“ im englischen Sprachraum). Während der erste Wortteil mit Hecke, Zaun oder Gehege übersetzt wird, könnte der zweite Teil entweder vom germanisch-norwegischen „tysja“ („guter/böser Geist“) oder schlichtweg von „sitzen“ herzuleiten sein. Die Hexe ist demnach eine „Zaunsitzerin“, was soviel bedeutet wie, zwischen den Welten stehend, und somit eine Grenzgängerin. Da aber Hexen angeblich eben auch übernatürliche Kräfte besitzen und solcherlei Zauber bereits in der Bibel verdammt wird („die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“, 2. Buch Mose), wurde im Zuge der Christianisierung die Theorie vom Teufelspakt entwickelt. Fortan konnten die nun als ausschließlich böse stigmatisierten Hexen munter verfolgt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Und es ist auch der blühenden Fantasie wahnhafter Wortführer der Inquisition und Hexenverfolgung zu verdanken, dass über die Zeit aus den ursprünglichen Zäunen, Pfählen oder Hecken Gebrauchsgegenstände wie Besen, Ofengabeln, Stöcke und Holzscheite wurden. „So also die Hexen, sobald sie sich mit ihren Salben eingerieben haben, auf Stöcken, Gabeln oder Holzscheiten zum Sabbath zu gehen, indem sie entweder einen Fuß darauf stützen und auch auf Besen oder Schilfrohren reiten, oder indem sie von entsprechenden Tieren, männlichen Ziegenböcken oder Hunden, getragen werden …” (Martin Anton Delrio, „Disquisitionum magicarum libri sex“, 1599) So weit, so harmlos. Was nun aber meine eingangs erwähnte tiefere Betrachtung angeht, so konnten mir moderne Wissenschaftler auf die Sprünge helfen, namentlich Anästhesisten! Denn findige Exemplare dieser betäubungsmittelkundigen Ärzte haben sich schon vor einigen Jahren die zeitgenössischen Protokolle der Hexenverfolgung vorgenommen und explizit die Passagen untersucht, in denen die im Zitat oben erwähnten Hexensalben vorkamen. Demnach fand bereits ein gewisser Andrés De Laguna (1499 – 1559) heraus, dass die wichtigsten Komponenten dieser Salbe, die bei der Hexerei bezichtigten Frauen sichergestellt worden war, Atropine waren. Dies sind giftige Alkaloide die von Nachtschattengewächsen herrühren, insbesondere den Alraunen (Mandragora), dem Stechapfel (Datura stramonium) und der Schwarzen Tollkirsche (Atropa belladonna). Aus pharmakologischer Sicht macht es nämlich durchaus Sinn, diese halluzinogenen Stoffe mit fetthaltigen Bestandteilen zu einer Salbe zu komponieren, da die Alkaloide so durch die Haut in den Körper dringen können. Dieses Gemisch – auf den Lendenbereich oder die Genitalien aufgetragen – solle beim Benutzer zudem die Illusion vermitteln, zu schweben oder durch die Lüfte zu fliegen. Das behaupte nicht ich, sondern bereits Johann Weyer (1515–1588) in seinem Werk „De Praestigiis„. Warum diese kräuterkundigen Frauen nun auch Besenstiele und Stöcker mit dieser Spezialsalbe eingerieben haben, diese Schlussfolgerung, liebe Marlen, überlasse ich dann doch lieber Deiner Fantasie. Es mag aber der Grund sein, warum sich die Hexen aus meinem Bekanntenkreis beharrlich darüber ausschweigen… Dein Dr. Kürbis

Du hast auch ein Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de


Die Leichen des jungen Werther

1
Genre: Klassiker Adaption Autor: Susanne Picard (frei nach Johann Wolfgang Goethe) Verlag: Panini Die Zombies sind gnadenlos. Nachdem sie sich bereits auf „Stolz und Vorurteil“ und auf die unschuldige „Heidi“ gestürzt haben, machen sie jetzt nicht mal mehr vor den großen deutschen Literaturklassikern halt. Die blutige Neuinterpretation von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ schlachtet genüsslich die heilige Kuh aller Deutschlehrer und wird wohl nie Einzug in die Sekundarstufe finden. leichenDer Jura-Student Werther ist genervt: Gerade lief das Leben in Weimar mit seinen täglichen Trinkgelagen und den unzähligen Frauengeschichten ausgesprochen angenehm, da versetzt ihn sein Onkel ins Schnarchkaff Walheim, weil er seinem Neffen nicht mehr diesen ausschweifenden Lebensstil finanzieren will. Werther muss zähneknirschend kuschen, doch er schreibt sich den Frust in launigen Briefen an seinen Freund Wilhelm von der Seele. Er berichtet von seinem miesen Job mit einem unerträglichen Chef, den fehlenden Zerstreuungen auf dem Land und beklagt sich über die rückständige Bevölkerung, die doch tatsächlich noch ganz abergläubisch an Untote glaubt. Der Ärger ist jedoch schnell vergessen, als Werther auf Lotte trifft, eine junge Frau, die ihm durch ihre blassgraue Haut und der Einsilbigkeit als unheimlich Vornehm erscheint. Alle Annäherungsversuche werden lediglich mit einem Grunzen von ihr abgetan, was den jungen Mann aber nur noch mehr anspornt und schon bald blind werden lässt vor Verlangen. Bald vergisst er alles um sich herum, ignoriert die hohe Zahl ungewöhnlicher Todesfälle in Walheim und denkt nur noch daran, wie er sich seiner Angebeteten am besten nähern kann. Als er schließlich Erfolg hat, muss er leider feststellen, dass zu viel Nähe manchmal gar nicht so gesund ist…

Frisches Blut im alten Schinken

werther

Autorin Susanne Picard lebt in Bonn und arbeitet schon seit Jahren als Lektorin und Übersetzerin im Fantasybereich. Mit Goethes legendärem Briefroman hat sie sich eine wirklich clevere Vorlage zur „Zombiefizierung“ gewählt, schließlich kennt fast jeder das Original aus dem Unterricht. Mit viel Sinn für Sprache kopiert sie den schwülstigen Stil der Urfassung und mischt so die Invasion der Untoten vollkommen glaubhaft unter die bekannte Handlung. Als Leser musst Du Dich schon ein wenig auf diesen getragenen Stil einlassen, wirst aber zum Glück inhaltlich nicht mit dem staubtrockenen Gejammere des verweichlichten Ur-Werthers belästigt. Picards Held ist um einiges deftiger: Er säuft, er betrügt die Bauern beim Glücksspiel und er geht gern mal ins örtliche Freudenhaus. Schnell zeigen sich auch die ersten Anzeichen der Zombieplage, was zu teilweise irrwitzigen Szenen führt. So bekommt eine infizierte Adlige aus Werthers Bekanntenkreis bei einem Vortrag einen Anfall, als der Sprecher das weibliche und das männliche Gehirn als gleichwertig betrachtet. Ihre anschließenden „Gehirn! Gehirn!“-Schreie interpretiert der Protagonist nämlich nur als Zustimmung seiner Meinung, dass der Typ da vorn ja wohl gerade den größten Schwachsinn der Welt von sich gibt. Alsbald mischen sich dann auch die ersten Metzelorgien in Werthers beschauliches Landleben, was für makabere Unterhaltung sorgt. Comicfans freuen sich zudem über die zahlreichen Illustrationen, die die Comiclegende Jürgen „Geier“ Speh extra für das Buch angefertigt hat. So macht deutsches Kulturgut wieder Spaß!
Text: Sebastian Werner

Die Untoten und die Philosophie

0
Genre: Philosophischer Ratgeber Autor: Richard Greene & K. Silem Mohammed (Hrsg) Verlag: Klett Cotta Was ist am Untotsein eigentlich schlecht? Was unterscheidet einen Untoten von einem richtigen Menschen? „Dieses Ding ist nicht mehr deine Mutter!“ Warum ist sie es nicht mehr? Und was ist sie denn dann? Sogar in Zombiegehirnen sind offensichtlich bestimmte Erinnerungs- und Gedankenfragmente erhalten geblieben. Wie sonst wäre es zu erklären, dass die Zombies in „Dawn of the Dead“ ein Kaufhaus aufsuchen. In „Shaun of the Dead“ ist die Grenze noch fließender. Bereits viele der Lebenden scheinen sich bereits zombifiziert zu verhalten. Zum richtigen Zombie ist es da nur noch ein kleiner Schritt. Und auch nach seinem Untod muss Shauns Kumpel Ed nicht auf liebgewonnene Lebensgewohnheiten, wie Playstation spielen, verzichten. Wie viel von der Person, deren äußere Erscheinung noch erkennbar ist, steckt in einem Zombie? Und unter welcher Prozent-Marke dürfen wir mit einem Baseballschläger dem Zombie, der einmal unsere Mutter war (vielleicht teilweise noch ist – auch wenn sich ihre Interessenslage eindeutig geändert hat) ohne schlechtes Gewissen den Kopf zu Brei schlagen? Dürfen wir das überhaupt? Notwehr – ist klar. Aber sonst?

„Dieses Ding ist nicht mehr deine Mutter!“ Aber was ist es dann?

Noch schwieriger wird es bei den Vampiren, die offensichtlich eine geistige Kontinuität zu ihrem früheren, lebendigen Ich aufweisen und auch optisch für einen Laien im ersten Augenblick nicht von einem Lebenden zu unterscheiden sind. Viele Vampire entpuppten sich auch als geistreiche und charmante Gesprächspartner. Bleibt natürlich der Konflikt, dass sie zum Überleben auf menschliches Blut angewiesen sind. Was wäre aber nun, wenn sich Menschen z.B. bereit erklären würden, sich in einer Art Blutbordell freiwillig und zum Lustgewinn von Vampiren aussaugen zu lassen? Als eine Art freiwillige, lustvolle Blutspende? Ist es unter diesen gedanklichen Umständen moralisch vertretbar, einem Vampir einen stumpfen Holzpflock in das Herz zu rammen?

Heidegger trifft Dracula

Mit solchen Gedanken beschäftigen sich die Texte in „Die Untoten und die Philosophie“. Auch wenn das Buch sicherlich im Fahrwasser des anhaltenden Vampir- und Zombie-Booms mit entsprechenden bizarren Blüten, wie „Stolz und Vorurteil und Zombies“ entstanden ist, handelt es sich dabei jedoch überraschenderweise nicht um eine schnell zusammengeklaubte Ansammlung von ulkigen Lebensweisheiten. Das liegt vor allem daran, dass die Autoren zum großen Teil wirklich Philosophen SIND, bzw. entsprechende Lehrstühle an amerikanischen Universitäten inne haben. Entsprechend ernsthaft, wenn auch mit der notwendigen Leichtigkeit und Verständlichkeit, bearbeiten sie dann auch das Thema. Hier trifft wirklich Heidegger auf Dracula. Das ganze ist sehr unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. Und vor allem auch durchaus anregend. Wirft es doch ein ganz neues Licht auf viele uns so vertraut gewordene Ansichten über die Untoten. Kann sein, dass man nach dem Buch einiges anders betrachtet. Und vielleicht sogar sich selbst. Denn schließlich ist man beim Versuch einer Abgrenzung (die ja notwendig ist, wenn ich jemandem mit dem Baseballschläger… na, Du weißt schon) auch immer damit konfrontiert, wer man eigentlich selbst ist und was das Wesen des Menschen ausmacht. Im Gegensatz z.B. von einem Zombie, der einem das Hirn ausschlürfen will.

Trailer zum Thema


Text: A.Hartung

Allghoi Khorkhoi – Monster der Welt


Wie sieht ein Allghoi Khorkhoi aus?

Glaubt man den Schilderungen der mongolischen Nomaden, so ähnelt der Allghoi Khorkhoi (u.a. auch: Olgoj-Chorchoi, Allergorhai-horhai, Olgoi-jorjoi) seiner Gestalt nach einem dicken Wurm oder einer Schlange. Er ist zwischen 60 und 150 cm lang und hat auffällige rote Haut. Da der Wurm wie eine große Salami aussieht und nach manchen Schilderungen keine sichtbaren Augen, Ohren, Nase oder Mund aufweist, kann man schlecht sagen, wo beim Allghoi Khorkhoi vorne und hinten ist. Es gibt jedoch auch Zeichnungen, die den Wurm mit Mund zeigen.


Heimat:

Auch wenn „Allghoi Khorkhoi“ ein bisschen nach der idyllischen Teilregion Oberschwabens im Süden Deutschlands klingt, so hat dieses Monster leider nichts mit blühenden Wiesen, Milchkühen und Alpenvorland zu tun. Denn der Allghoi Khorkhoi lebt nicht im Allgäu, sondern in der Mongolei, in der riesigen Wüste Gobi, meist versteckt unter der Oberfläche. Angeblich macht er vor allen Dingen den Süden der Wüste Gobi unsicher.

Wo kommt der Allghoi Khorkhoi vor?

Allghoi Khorkhoi bedeutet übersetzt etwa so viel wie „Darmwurm“. Die Mongolen bezeichnen ihn auch als „Innereienwurm“, da sein Äußeres den Innereien eines Rindes ähneln soll. Aufgrund seiner todbringenden Eigenschaften ist er aber am besten unter seinem Spitznamen „Mongolischer Todeswurm“ bekannt. Bei den Araten – nomadisierenden Viehzüchtern, die rund um die Wüste Gobi leben – gehören die Erzählungen über den Allghoi Khorkhoi zum Volksglauben. Man glaubt, der Wurm hält die meiste Zeit eine Art Winterschlaf und kommt nur in den Monaten Juni und Juli an die Oberfläche. Besonders häufig soll der Allghoi Khorkhoi zu sehen sein, wenn es regnet und die Wüstenböden nass sind.

Opfer:

Egal ob Mensch oder Tier: Wer oder was auch immer in der Wüste Gobi einem Allghoi Khorkhoi begegnet, der oder das befindet sich in Lebensgefahr! Der mongolische Todeswurm kann Menschen und selbst ausgewachsene Kamele problemlos töten.

Taktik:

Der Allghoi Khorkhoi nutzt offenbar besonders gern das Überraschungsmoment, indem er sich zunächst unter der Erdoberfläche seinen Opfern nähert, um dann urplötzlich, wie aus dem Nichts, zuzuschlagen. Die Nomadenvölker der Wüste Gobi berichten in diesem Zusammenhang von zwei tödlichen Taktiken des Wurms: Demnach ist das fiese Vieh in der Lage sich aufzublähen, wodurch sich unzählige Blasen auf der Haut bilden, aus denen die Kreatur ein hochwirksames Gift spritzt. Dieses Gift, das alles gelb färbt, was es berührt, ist angeblich nicht nur in der Lage, Metall zu zerfressen, sondern auch einen Menschen bei bloßem Hautkontakt im Nu zu töten. Doch damit nicht genug. Glaubt man den Berichten der Nomaden, so ist der Allghoi Khorkhoi überdies in der Lage (ähnlich einem Zitteraal) Stromstöße abzugeben – sogar über einige Meter Entfernung!

Abwehr:

Es tut mir fast ein bisschen Leid, Dir das sagen zu müssen, aber die Chancen für eine erfolgreiche Abwehr stehen äußerst schlecht, denn mit tödlichen Giftblasen und potenziell fatalen Elektroschocks ist nicht zu spaßen. Die besten Überlebenschancen haben diejenigen, die dem Allghoi Khorkhoi gar nicht erst begegnen – was angesichts der wenigen, überlieferten Todesfälle immerhin durchaus wahrscheinlich ist. Auf jeden Fall solltest Du, wenn Du in der Wüste Gobi unterwegs bist, keine gelbe Kleidung tragen und auch sonst nichts auffälliges Gelbes mit Dir herumtragen, da diese Farbe angeblich eine besonders starke Anziehung auf den mongolischen Todeswurm ausübt. Und wenn Du schon durch die Wüste Gobi reisen musst, dann eben nicht im Juni oder Juli.


Sonstiges:

Solltest Du ein ambitionierter Biologe sein, wirst Du Dich vielleicht schon gefragt haben, wie so ein Wurm in der Wüste überleben soll, da Hitze und Trockenheit der Feind des Wurms sind und sein Körper austrocknen müsste. Allerdings erreichen durchaus Ausläufer des Monsuns den Südosten der Steppe, die stärksten Regenfälle gibt es ausgerechnet in den Sommermonaten Juni und Juli. Die Temperaturen schwanken an einzelnen Tagen stark, so erreichen die Temperaturen im Juni und Juli meist nicht mal 30 Grad Celsius, wohingegen sie in den Wintermonaten auf unter -65 Grad Celsius fallen können. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass der Wurm gar kein Wurm, sondern eine Schlange (die ja mit einem Wurm, durchaus gewisse Ähnlichkeit hat) ist. Eine mongolische Todesschlange also, die in der Wüste Gobi lebt. Giftige Schlangen gibt es ja genug. Was die Stromstöße angeht, so klingen die Geschichten der Nomaden zwar ziemlich unglaubwürdig. Aber wer weiß, vielleicht ist der Allghoi Khorkhoi ja ein landlebender Verwandter des Zitteraals.

Schrecklevel: 10 von 13

Angesichts dessen, dass der Allghoi Khorkhoi mit seinen Gift- und Stromattacken doch sehr gefährlich ist, sollte man ihn durchaus fürchten. Andererseits ist ein schneller Tod durch solche Angriffe bestimmt sehr viel angenehmer, als ein langsames und qualvolles Dahinsiechen. Zudem gibt es derart wenig Berichte über den mongolischen Todeswurm, dass die Gefahr (ihm zu begegnen) doch außerordentlich gering zu seien scheint.

Und das nächste mal: Eine Seeschlange mit Hundekopf.


Unheimlich (&) gut: Steven Spielbergs „Super 8“ ab heute im Kino!

Filmplakat "Super 8"Wann immer der Kürbiskönig sein heimisches Kornfeld verlässt, um sich im Kino ein aktuelles Filmchen anzuschauen, legt er Wert auf ein Mindestmaß an Grusel und guter Unterhaltung. Da trifft es sich gut, dass ausgerechnet heute, am 04. August 2011, hierzulande ein solcher Film anläuft. Die Rede ist von „Super 8“. Eine stockfinstere Nacht im Jahr 1979. Bewaffnet mit einer (damals) zeitgemäßen Super-8-Kamera wollen sechs Schulfreunde, darunter der 13-jährige Joe Lamb, richtig schön amateurmäßig einen Zombie-Film drehen. Doch inmitten der Dreharbeiten auf dem Gelände eines abgelegenen Zugdepots ändert sich das Drehbuch der Freunde unfreiwillig, abrupt und dramatisch, als der Pick-up ihres Biologielehrers auf die Bahnstrecke und frontal in einen entgegenkommenden Zug rast. Ergebnis: Ein gewaltiger Feuerball, ein entgleister Zug, jede Menge Lärm und jede Menge Trümmer, darunter tausende kleine, seltsame, weiße Metallwürfel und ein Waggon, aus dessen Inneren berstende Schläge nach außen dringen. Klingt mysteriös? Ist es auch. Denn der Biologielehrer (der irgendwie überlebt hat) warnt die Kinder eindringlich, niemandem von ihrer Anwesenheit bei diesem Inferno zu erzählen, da sie sonst samt ihrer Eltern getötet werden würden. Die sechs traumatisierten Hobbyfilmer fliehen, bevor das Militär, genauer, die U.S. Air Force, eilig aufkreuzt und den Unfallort hermetisch abriegelt. In den nächsten Tagen häufen sich die unerklärlichen Vorkommnisse in dem Städtchen der Kinder: Selbst die treuesten Hunde hauen ihren Menschen ab, allerhand Metallgegenstände wie Motoren und Stromleitungen kommen abhanden und bald verschwinden auch die ersten Menschen spurlos. Während die Entwicklung des Filmmaterials im Gange ist, entwickelt ein kleiner weißer Metallwürfel, den Joe an der Unfallstelle an sich genommen hatte, ein Eigenleben und fliegt zum örtlichen Wasserturm. WTF? Doch damit nicht genug, denn bei dem, was auf dem Film zu sehen ist, bleibt den Kids die Spucke weg! In einem der Waggons befand sich etwas, das unbedingt raus wollte… klar, sonst hätte dieses „Etwas“ ja auch nicht so gegen die Wände des Waggons gehämmert… Gabriel Basso als Martin, Elle Fanning als Alice und Ryan Lee als Carey im Film "Super 8". Ron Eldard als Louis Dainard und Kyle Chandler als Jackson Lamb in "Super 8" | Photo credit: François Duhamel. © 2011 Paramount Pictures. All Rights Reserved. Natürlich ist „Super 8“ kein Horrorfilm. Eigentlich ist „Super 8“ nicht einmal ein Gruselfilm. Aber für einen Kinofilm, der eine Freigabe ab 12 erhalten hat, bietet er fast durchgängig jede Menge Spannung und dazu sogar ein paar unheimliche Momente, in denen einem die Schauer über den Rücken jagen. Da zeigt sich, dass Regisseur und Drehbuchautor J.J. Abrams („Star Trek“, „Lost“) sein Handwerk versteht und die Zusammenarbeit mit Produzent Steven Spielberg süße Früchte in Form einer packenden Handlung getragen hat. Wenn Du Dich von ein bisschen Tragik, Familiendrama, Liebe und anderem unvermeidlichen Hollywood-Gedöns nicht abschrecken lässt, dann solltest Du jedenfalls ruhig einen Blick riskieren. „Super 8“ – Offizielle Webseite „Super 8“ – Offizieller, deutscher Trailer

Fragen Sie Dr. Kürbis! – Teil 15: In welches berühmte Horrorhaus kann ich einziehen?


Die Frage:

Lieber Dr. Kürbis! Ich träume davon, in ein Haus zu ziehen, das Drehort eines bekannten Horrorfilms war oder zumindest in einem zu sehen ist! Welches würdest Du empfehlen und – falls Du das weißt – wie viel muss ich dafür ansparen? Bitte um Antwort, Thorben

Die Antwort:

fragen-sie-dr-kuerbisLieber Thorben, es freut mich zu hören, dass Du endlich bei Deiner lieben Mutter ausziehst. Soll ja schließlich kein Thorben (Norman) Bates aus Dir werden! Aber Spaß beiseite. Wenn Du Deinen Traum verwirklichen möchtest, dann solltest Du Dir über zwei Dinge auf jeden Fall im Klaren sein: 1. Du wirst nicht nur das elterliche Wohnzimmer, sondern auch gleich das Land verlassen müssen. 2. Du brauchst dafür mit Sicherheit ordentlich Schotter auf der hohen Kante. Und mit ordentlich Schotter meine ich nicht das bisschen Geld, das Deine lieben Großeltern ursprünglich für Deine Konfirmation zurückgelegt hatten. Was den ersten Punkt betrifft, so wird Dich Dein weiterer Lebensweg wohl in die USA und mit großer Wahrscheinlichkeit nach Kalifornien führen – Du wirst also eine Greencard brauchen. Denn gerade in dem bevölkerungsreichen „Golden State“ liegen einige der besten Adressen, die Du finden kannst. Nachfolgend möchte ich Dir ein paar reizvolle Beispiele nebst interessanter Infos um die jeweilige Immobilie geben – bei manchen kann ich Dir sogar sagen, was Dich der Spaß kostet!

Das „Halloween“-Haus

Das "Halloween"-Haus bzw. "Century House". | Quelle: http://www.myershousenc.com/original.htmDen Auftakt macht die Hütte, in der der sechs Jahre alte Michael Myers im Film „Halloween – Die Nacht des Grauens“ (1978) seine, vor dem Schminkspiegel sitzende, Teenie-Schwester Judith hinterrücks erdolcht. Das 1888 oder 1889 erbaute Haus ist heute unter der Adresse „1000 Mission Street“ in South Pasadena zu finden und seit den späten 80ern eine offiziell anerkannte und schützenswerte Sehenswürdigkeit der Stadt. Dass das Haus überhaupt noch steht, kommt einem Wunder gleich: 1987 sollte das damals noch in der „709 Meridian Avenue“ stehende Haus für den Bau eines Krankenhauses plattgemacht werden. Die Abrissbirne war schon am Schwingen, als ein couragierter Herr namens David Margrave den Fahrer des Abriss-Bulldozers überredete, früher Feierabend zu machen. Margrave kaufte das leer stehende, heruntergekommene Haus vom Besitzer Dr. Joseph Kohn für einen Silberdollar, musste aber einwilligen, es binnen einer Woche versetzen zu lassen. In Ermangelung von Grund und Boden bezahlte David einige Mitarbeiter eines Umzugsunternehmens, die das Haus in einer Nacht und Nebel-Aktion um wenige Meter versetzten – auf ein naheliegendes Bahngelände unweit der Gleise. Dort steht es noch immer, heute befinden sich die Geschäftsräume einiger kleiner, lokaler Unternehmen darin. Da das Gebäude nicht zum Verkauf steht, kannst Du nur versuchen, Dich einzumieten. Sofern Du direkt neben den Bahngleisen wohnen möchtest. Adresse: 1000 Mission Street (ursprünglich: 709 Meridian Avenue), South Pasadena, Kalifornien, USA Google Maps Preis:

Das „Amityville Horror“-Haus

Ich gehe einfach mal davon aus, dass Du Dir schon etwas repräsentativeres gönnen möchtest. Dann dürfte Dir das schöne, 1927 erbaute und aus dem 1979er Film „Amityville Horror“ bekannte Haus deutlich besser gefallen: Tolle Lage, 334 qm, fünf Schlafzimmer, drei Badezimmer, mit Gasheizung, Keller und Bootshaus. Du solltest allerdings wissen, dass das Haus nicht nur im Mittelpunkt des erwähnten Films stand, sondern tatsächlich Schauplatz eines Kapitalverbrechens war: der 23-jährige Ronald DeFeo Jr. erschoss 1974 in dem Haus eines Nachts seine Eltern und vier kleine Geschwister mit einem Gewehr. Später behauptete er, Stimmen hätten ihm die Tat befohlen. Die nächsten Bewohner, die Familie Lutz, kauften das Haus gut ein Jahr später für den Schnäppchenpreis von 80.000 US-Dollar. Allerdings wohnten sie dort nur knapp einen Monat, bevor sie das Anwesen Hals über Kopf verließen: Die schrecklichen, paranormalen Geschehnisse (nach dem Link einfach eine Seite weiter klicken) sind Gegenstand mehrerer Filme und Bücher. Das Haus wechselte noch mehrmals den Besitzer (und zwischendurch auch die Hausnummer von 112 zu 108), allerdings hat – soweit man weiß – keiner sonst irgendwelchen Spuk erlebt. Oder man wollte es nur nicht zugeben, da sich solche Spukgeschichten negativ auf den Verkaufspreis auswirken. Wahrscheinlich wurden deshalb die charakteristisch abgerundeten, „böse“ blickenden Fenster auf der Seite des Hauses gegen normale rechteckige Fenster getauscht. So wurde das Haus 1997 immerhin für 310.000 US-Dollar und zuletzt im Oktober 2010 für 950.000 US-Dollar verkauft. Adresse: 108 Ocean Avenue (ursprünglich 112 Ocean Avenue), Amityville, New York, USA Google Maps Preis: ca. 1.000.000 US-Dollar Das "Amityville Horror"-Haus mit den alten, halbrunden Fenstern. | Quelle: http://goo.gl/SLUqb Das "Amityville Horror"-Haus mit den neuen, rechteckigen Fenstern. | Quelle: http://goo.gl/2ZAxw

Das „A Nightmare on Elm Street“-Haus

Das Haus der Thompsons in "Nightmare - Mörderische Träume". | Quelle: http://thefilmsmith.com/2010/03/20/why-arent-we-killing-the-poor/Du hast ja gesagt, Du träumst davon, in einem Horrorfilm-Haus zu wohnen. Beim Stichwort „träumen“ musste ich natürlich gleich an den lieben guten Freddy Krueger denken. Im Film „Nightmare – Mörderische Träume“ (1984, Originaltitel: „A Nightmare on Elm Street“) ist ein schönes, 1919 erbautes Haus zu sehen, das in Los Angeles, genau genommen in Hollywood, steht. Im Film wohnen hier die Thompsons, wobei Tochter Nancy Thompson (Heather Langenkamp) die weibliche Hauptrolle spielte. Wenn Du zukünftig in diesem Häuschen mit seinen 250 qm, den drei Schlafzimmern und vier Bädern angenehm träumen willst, dann hat das allerdings auch seinen Preis: ca. 1.200.000 US-Dollar wirst Du wohl aufbringen müssen, denn Hollywood ist nun einmal ein teures Pflaster. Und ein bisschen über 1.100.000 US-Dollar hat schon der letzte Käufer im November 2006 locker machen müssen. Dafür hat er aber auch die Tür rot angemalt. Adresse: 1428 North Genesee Avenue, Los Angeles, Kalifornien, USA Google Maps Preis: ca. 1.200.000 US-Dollar

Das "Poltergeist"-Haus. | Quelle: http://gallery.heatherorourke.net/displayimage.php?album=53&pos=31

Das „Poltergeist“-Haus

Schon wieder Kalifornien! Das Haus, das im Film „Poltergeist“ (1982) zu sehen ist, hat durchaus was zu bieten: Nämlich immerhin 220 qm, vier Schlafzimmer, zweieinhalb Badezimmer (ja, so ein halbes Badezimmer wäre prima für einen alten Freund von mir, der seit seinem letzten Besuch bei mir nur noch ein Auge, einen Arm und ein Bein hat) und eine große Garage. Falls Du Dich mal mit dem Wohnmobil auf den Weg zum Hügel der blutigen Augen machen willst. Ob der Poltergeist noch in dem Haus wohnt? Keine Ahnung! Aber es ist nicht auf einem alten Indianerfriedhof erbaut worden und es steigen auch keine Leichen aus dem Pool. Schade eigentlich. Insofern: Wenn Du etwa eine halbe Million US-Dollar entbehren kannst, dann kannst Du den Besitzern das schmucke Haus sicherlich abschwatzen. Auf diesen Wert wird es nämlich momentan taxiert, obwohl es erst 2009 für noch nicht einmal 150.000 US-Dollar den Besitzer wechselte. Adresse: 4267 Roxbury Street, Simi Valley, Kalifornien, USA Google Maps Preis: ca. 500.000 US-Dollar

„Das Haus auf dem Geisterhügel“

Wenn schon keine indianische Grabstätte, dann vielleicht ein Geisterhügel? Und darauf ein Haus, das von der L.A. Times zum drittbesten Haus aller Zeiten in Los Angeles gewählt wurde, mit einer ganz ungewöhnlichen Architektur und einem fantastischen Panorama punkten kann? Na gut, das Attribut „Geisterhügel“ bezieht sich „nur“ auf den Titel des 1959er Grusel-Klassikers „Das Haus auf dem Geisterhügel“ (Originaltitel: „House on Haunted Hill“). Immerhin. Und immerhin könntest Du Dir ein paar Gäste einladen und ihnen erzählen, dass sie Geld bekommen, wenn sie eine Nacht in diesem Haus überleben. Raum genug bietet der zweigeteilte Gebäudekomplex mit seinen 557 qm, vier Schlafzimmern und viereinhalb Bädern (schon wieder so was Halbes) auf jeden Fall. Und ein bisschen Geld verschenken kannst Du bestimmt, wenn Du Dir das Haus, das eigentlich „Ennis House“ heißt, leisten kannst. Aber Vorsicht: Ich empfehle Dir, ein bisschen was auf der hohen Kante zu behalten. Erdbeben und starke Regenfälle haben das 1924 von dem berühmten Architekten Frank Lloyd Wright erbaute Haus arg in Mitleidenschaft gezogen. Es wurde zwar von 2006 bis 2007 teuer renoviert und steht seit einigen Jahren auf zahlreichen Listen, die es als architektonisches Kulturgut und gefährdete, historische Sehenswürdigkeit ausweisen. Dennoch bröckelt die Fassade an allen Ecken und Enden ab. Da hilft auch die tolle Aussicht über die Stadt wenig. Im Juni 2009 entschied die Ennis House Foundation, eine Stiftung zum Erhalt des Gebäudes, das Haus zum Verkauf anzubieten. Damals wollte man 15.000.000 US-Dollar haben. Nach einem Jahr ohne Käufer wurde der Preis um mehr als die Hälfte auf knapp unter 7.500.000 Millionen US-Dollar gesenkt. heute steht der Preis bei nur noch etwa 5.000.000 US-Dollar. Du siehst, die Zeit spielt also gewissermaßen für Dich. Aber leider auch gegen das Haus. Adresse: 2607 Glendower Avenue, Los Angeles, Kalifornien, USA Google Maps 1 Google Maps 2 Preis: ca. 5.000.000 US-Dollar (Tendenz stark fallend) Das "Ennis House" im Vorspann zu "Das Haus auf dem Geisterhügel" ("House on Haunted Hill"). Quelle: http://zinematiks.blogspot.com/2009/08/my-favourite-haunted-houses-of-cinema.html Das "Ennis House" dieser Tage. Quelle: Wikipedia

Das „[REC]“-Haus

Das Wohnhaus, in dem der Zombiestreifen "[REC] spielt. | Quelle: http://projectravel.com/barcelona/tag/rec/Ok, es muss ja nicht gleich Kalifornien sein. Es muss nicht einmal Amerika sein. Es muss auch kein Eigentum sein, wenn Du Dich mit einer Wohnung zur Miete zufrieden geben kannst. Denn auch in Europa kannst Du Dir ein gemütliches Zuhause suchen, das schon in einem Horrorfilm „mitgewirkt“ hat. Das Wohnhaus, das im Zombiestreifen „[REC]“ (2007) zu sehen ist, befindet sich nämlich in Spanien, genauer, im Herzen von Barcelona. Die Mieten sind nicht ganz billig, aber dafür könntest Du in einer der schönsten Städte Europas wohnen. 1000 Euro monatliche Miete solltest Du selbst für eine relativ kleine Wohnung auf jeden Fall einplanen. Wird bestimmt bald wieder was frei in dem Haus, wenn ich da so an die Bewohner des Hauses (im Film) denke… zumal ja im Herbst dieses Jahres das Prequel „[REC] Genesis“ kommen soll. Adresse: Rambla de Catalunya 34, Barcelona, Spanien Google Maps Preis: – Wenn Du Dir jetzt aufgrund der mitunter recht gesalzenen Preise überlegst, besser in ein Motel zu ziehen, das Deine Ansprüche erfüllt, so möchte ich Dich darauf hinweisen, dass das Bates Motel samt Psycho-Haus lediglich als Kulisse bei den Universal Studios existiert. Alternativ würde ich dann doch das real existierende Hotel „Timberline Lodge“ (hier die Ansicht) empfehlen. Das ist das Hotel, das im Film „Shining“ (1980) zu sehen ist. Rustikale Zimmer gibt es dort ab ca. 100 Euro pro Nacht. Ist zwar oft relativ kalt da oben in den Bergen, aber manch einer mag das ja. Außerdem kann man nicht immer alles haben. Sonst bleibt Dir nur, doch gleich selber ein Motel zu eröffnen, lieber Norman… ich meine natürlich, Thorben. Dein Dr. Kürbis

Du hast auch ein Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de


Die Toten

5
Vor kurzem konnte man noch erleichtert sagen, dass unhöfliche Zombies, welche den Lebenden an ihr pulsierendes Innenleben wollen, vor allem ein amerikanisches, vielleicht noch ein italienisches oder spanisches Problem sind. Doch falsch gedacht. Mit etwas Verspätung erreicht die Zombiewelle auch die deutschen Provinzen. Der Comicverlag Zwerchfell will mit seinem ambitionierten Comicprojekt „Die Toten“ den „Walking Dead“ mal zeigen, wie man in Hamburg, Mannheim und Erfurt mit den stinkenden Untoten umgeht. Auf dem Erlanger Comicsalon 2010 stellte der Comicverlag Zwerchfell den ersten Band seines ambitionierten Projektes „Die Toten“ vor und konnte bereits beim Erscheinen des zweiten Bandes den Independent Comic Preis für den besten Independent Comic einsacken. Die Comicserie erzählt vom Ausbruch einer Zombie-Epidemie in good old Germany. In der Nachbarschaft also. Ausfahrt Autobahnkreuz Hohenflechten und bei Konnopke um die Ecke. „Die Toten“ ist keine stringent zusammenhängende Geschichte, sondern besteht aus Kurzgeschichten mit einzelnen Protagonisten, die anschließend nie wieder auftauchen (bzw. meistens am Ende sowieso tot oder untot sind). Doch zusammen ergibt sich daraus nach und nach das vielschichtige Bild einer deutschen Zombie-Apokalypse.
DieToten2CoverHard
Cover "Die Toten" 2 / Coverillustration: Ingo Römling
DieTotenCover1
Cover "Die Toten" 1 / Coverillustration: Ingo Römling

Jede Episode wird von einem anderen Zeichner/Texter-Team gestaltet. Vom Verlag bekommen diese nur die Richtlinien und die wichtigsten wissenschaftlichen Fakten über die einheimischen Zombies übermittelt. Schließlich wäre es nicht konsequent, wenn in Bayern die Zombies rennen und in Berlin schlurfen (zumal es – wenn überhaupt – sowieso eher umgekehrt wäre). Stefan Dinter und Christopher Tauber, die Köpfe hinter “Die Toten“, sind Fans der klassischen Zombies. Also den Zombies, die torkeln und schlurfen. Der Kürbiskönig stellte den beiden Machern und Zombiefreunden dazu in seinem Folterkeller ein paar tiefschürfende Fragen.

Interview mit den Machern der Toten

„Die Toten“ erzählt in mehreren abgeschlossenen Episoden vom Ausbruch einer Zombie-Epidemie in Deutschland. Die Geschichten spielen auf der Autobahn in Baden-Baden, bei München oder in Frankfurt am Main. Wodurch unterscheidet sich denn eine deutsche Zombie-Epidemie von z.B. einer amerikanischen? Erstmal durch die Waffen. In den USA greifen die Jungs einfach in ihr Handschuhfach und ziehen ’ne abgesägte Mossberg raus, um den Zombies die Köppe wegzuschießen. In Deutschland gibt es weniger Feuerwaffen, deshalb werden sich die Überlebenden wohl eher im Baumarkt mit Hieb- und Stichwaffen eindecken. Und dann durch die relative Enge – in Deutschland leben einfach mehr Menschen pro Quadratkilometer, dadurch kann sich die Seuche einerseits schneller ausbreiten und ist andererseits einfach näher an den Hauptfiguren. So richtig in der Nachbarschaft. Auch bei unseren langsamen Zombies. Welche Maßnahmen würde die aktuelle Bundesregierung beim Ausbruch einer Zombie-Epidemie ergreifen? Die aktuelle? Ach, eigentlich würde jede Regierung erst einmal beruhigen und beschwichtigen, am zweiten Tag bei der WHO nachfragen und die Entscheidung noch einen Tag aufschieben und am dritten Tag die Bundeswehr mit Sandsäcken losschicken. Also genau an dem Tag, an dem eh alles schon zu spät ist… Welche Maßnahmen SOLLTE sie, nach euren Zombie-Erfahrungen, stattdessen ergreifen?! Erstmal: Georg Seeßlen die komplette Handlungsmacht übergeben. Dann, einfach, aber unschön: Alle frischen Leichen SOFORT verbrennen. Keine Gräber, keine Ansprachen, einfach Asche. Infizierte müssen leider, leider sofort erschossen und verbrannt werden. Schon existierende Zombies mit Flammenwerfern bearbeiten oder in Containern fangen und ab in die Müllverbrennung. Wem das alles zu herzlos ist: In die Kühltürme von AKWs treiben, da kommt keiner raus, keiner rein und es gibt genug Platz. Hey, hat keiner gesagt, dass das schön wird, wenn in der Hölle kein Platz mehr ist und die Toten auf die Erde zurückkommen. Wo wäret Ihr vermutlich beim Ausbruch einer Zombie-Epidemie? Im Kaufhaus, in der Zombiehorde, auf dem Campingplatz etc.? Wie würdet Ihr Euch verhalten?! Tauber: Das Haus, in dem ich wohne, verbarrikadieren, alle Infizierten darin töten und die Treppe vom Parterre zum ersten Stock kaputt hauen. Meine Freundin darf mit rein. Ganz sicher ist es aber wohl eher so: Ich gehe schwer davon aus, dass ich unterwegs, um die Freundin zu retten, überfahren oder gebissen werde. Sollte ich bereits bei der Freundin sein oder sie während des ganzen Schlamassels mit mir Schluss machen, dann werde ich spätestens beim Zigarettenholen zum Zombie. Wobei… das fühlt sich als Nikotinjunkie auch ohne Untoten-Meute manchmal so an. Dinter: Mit Frau und Kind ab auf ein Boot und zur nächsten Insel. Da alles von Zombies reinigen und dann… halt auf der Insel leben. Woher kommt die anhaltende Begeisterung für Zombies, obwohl es sich bei diesen doch um eher stumme und handlungsarme Gesellen handelt?! Zombies sind einfach die besten Katalysatoren für Geschichten. Sie sind nicht romantisch wie Vampire, animalisch wie Werwölfe, programmiert wie Cyborgs. Sie haben keine Regeln, außer dass sie dich fressen wollen. Sie sind die menschenähnlichsten Monster, ohne dass sie selbst (noch) Menschen sind. Sie sind dein Ende.
DT1_P13
Ausschnitt aus "Die Toten" 1 / Zeichnung: Michael Vogt
DT1_P66
Ausschnitt aus "Die Toten" 1 / Zeichnung: Ingo Römling

Auf welche Schauplätze und soziale Typen können wir uns in den nächsten „Die Toten“-Bänden freuen? Eine ganze Menge verschiedene… eine Burg im Schwarzwald, ein Seniorenheim in Hamburg, ein Labor in Berlin, ein Bundeswehrcamp in der Mark Brandenburg, die Fußgängerzone in Heidelberg… jeder Autor und jede Autorin bringt eine neue Sicht und ein neues Setting mit ein. Das ist für uns auch einfach superspannend zu sehen, wenn die neuen Storys reinkommen. Welche sind Eure fünf All-Time-Zombie-Favoriten (Film, Comic, Buch, Hörspiel, Ballett etc.)? The obvious, really. „Dawn“ und „Day Of The Dead„, „Return Of The Living Dead“, [rec•], „Shaun Of The Dead“ und Max Brooks‘ „The Zombie Survival Guide“. Es gibt jede Menge Zombiekram, aber auch eine Menge, der einfach blöd ist… und im Zweifel sind wir auf der Seite von George A. Romero. Punkt. Welchen Film aus der Flut von Zombiefilmen der letzten Zeit, würdet Ihr den Lesern von halloween.de empfehlen?! Die englische Miniserie „Dead Set“ war unser Lieblingszombiebeitrag der letzten Zeit. „Zombieland“ war auch prima, aber „Dead Set“ schlägt so ziemlich alles.

Na, da ist der Kürbiskönig gespannt, ob „Die Toten“ langfristig das Potential hat, „Dead Set“ zu schlagen. Vorerst lässt er die Beiden aber erstmal mit dem Halloween.de-Redaktionszombie allein im Keller. Damit sie, wenn sie Zombies doch so sehr mögen, mal Erfahrungen aus erster Hand machen können. Schon erklingen die ersten Schreie hinter der nun fest verschlossenen Kellertür.



Immer aktuelle Infos über den aktuellen Stand der Epidemie gibt es auf: dem Blog zum Zombie-Comic dem Twitter-Account dem offiziellem Facebook-Account von Zwerchfell
Text: Andreas Hartung

Teufel Schminkanleitung

Teuflische Make-up Anleitung für die Verwandlung in den Fürsten der Hölle „Hallo und guten Tag! Schön Sie zu treffen. Vielleicht können Sie meinen Namen erraten? Falls Sie unzufrieden sind oder einen unerfüllbaren Wunsch auf dem Herzen haben: ICH kann Ihnen dabei helfen. Beinahe kostenlos. Gegen ein kleines Entgelt. Nicht der Rede wert. Nur ihre klitzekleine Seele. Die haben Sie bis heute ja sowieso nicht gebraucht, nicht wahr? Wenn Sie im Stau stecken, hilft die Ihnen ja auch nicht weiter. Habe ich Recht? Na, sehen Sie! Unterschreiben Sie nur hier hier und hier. Nein, einen Stift habe ich nicht. Unterschreiben Sie einfach mit Ihrem Blut. Ja, so ist es recht. Vielen Dank und dann bis… ähm bald.“ Die Teufel ist auf jeder Halloween-Party ein gern gesehener Gast. Gilt er doch als charmanter Plauderer, geistreicher Unterhalter und exzellenter Tänzer. Da nimmt man diesen leicht penetranten Schwefelgeruch gern in Kauf. Wenn auch Du Lust hast, zum Partymittelpunkt zu werden, solltest Du mal einen Blick auf die Deluxe Teufelsmaske werfen. Erstmal angelegt, würde Deine eigene Großmutter Dich nicht mehr erkennen. Nur das mit dem Schwefelgeruch musst Du dann noch alleine besorgen. Aber vielleicht lässt man das auch einfach weg.

Vorbereitung


Für die Verwandlung in einen Teufel benötigst Du das Teufel Deluxe Set von maskworld.com.
Dieses enthält:
  • rote Halbmaske aus Latex
  • rote Latexohren – rotes Kinn aus Latex
  • Draculazähne mit Abformmasse
  • Creme Make-up (z.B. Dämon Make-up von maskworld.com)
  • Mastix Hautkleber (12 ml)
  • Mastixentferner (50 ml)
detail_teufelmaske - Kopiedetail_teufelohrendetail_teufelkinn
detail_teufelcremedetail_teufelzähnedetail_mastix_ensemble
Du brauchst eine saubere Arbeitsfläche und einen Spiegel. Helles Licht und warmes Wasser helfen Dir, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Außerdem solltest Du folgende Dinge bereit halten:
  • eine kleine Schere (am besten eine Nagelschere)
  • einen Schminkpinsel und Schwämme (Du kannst aber auch nur Deine Finger verwenden)
  • etwas Küchenpapier oder Schminktücher
  • einige Wattestäbchen
Falls Du Effektkontaktlinsen (z.B. rote Kontaktlinsen „Teufel“ oder rot/schwarze Kontaktlinsen „Dämon“) tragen möchtest, denk bitte daran, sie vor dem Einschminken des Augenbereichs einzusetzen! hw-inline-lang-mutanten-und-kreaturen-4

1. Anpassen der Zähne

Bild 1Schritt 1 Löse die gesamte Abformmasse aus den Beuteln heraus und knete die beiden Komponenten (braun & weiß) mit den Fingerspitzen SCHNELL (ca. 10 Sekunden) zusammen, bis die Mischung einen einheitlichen Farbton angenommen hat. Forme daraus nun eine schmale Rolle in der Länge des Gebisses.
Bild 2Schritt 2 Lege die Rolle in das Gebiss. Drücke die Masse solange vorsichtig und gleichmäßig in das Gebiss hinein, bis etwas Silikon aus den Löchern an der Unterseite hervortritt. Je gleichmäßiger die Masse verteilt ist, umso besseren Halt haben Deine Zähne und das Gebiss kann unzählige Male verwendet werden.
Bild 3Schritt 3 Setze nun das Gebiss mittig auf Deine Zähne auf und drücke es mit geringem Druck an, bis Deine Zähne auf dem Kunststoff aufsetzen. Gleiche die Dentalmasse mit Deiner Zunge zwischen Gebiss und der Rückseite Deiner Zähne an. Nach ca. fünf Minuten ist die Masse ausgehärtet und Du kannst das Gebiss vorsichtig nach unten abziehen. Nun kannst Du mit dem Schminken beginnen. Die bereits angepassten Zähne setzt Du einfach ein, wenn Du fertig bist.

2. Anpassen der Latexteile

Anpassen der Teufelsnase des Teufels Make-upSchritt 4 Setze die Teufel Halbmaske einmal auf. Eventuell musst Du sie in zwei Teile schneiden, damit sie Dir perfekt passt. Trenne dazu die Halbmaske entlang der Augen in zwei Teile. Ansonsten schneidest Du nur die Augenlöcher aus.
Teufel Profi Schmink-Tipp (3)Schritt 5 Setze alle Latexteile einmal ohne Kleber auf Dein Gesicht auf. Korrigiere bei Bedarf die Latexteile mit der Nageschere bis sie dir perfekt passen. Schneide aus der Teufelsnase Nasenlöcher, die so groß sind, dass Du bequem atmen kannst.
Teufel Profi Schmink-Tipp (6)Schritt 6 Trage mit dem Pinsel sparsam Mastix auf, wo die Latexteile flach auf Deiner Haut angelegen haben. Tue dies mit einem Latexteil nach dem anderen. Beginne am besten mit Ohr und Kinn.
Teufel Profi Schmink-Tipp (8)Schritt 7 Drücke alle Teile richtig fest an Dein Gesicht an. Bei allen Teilen, die in der Nähe des Mundes verklebt werden (also bei den Nasen- und Kinnapplikationen) solltest Du den Mund unbedingt leicht geöffnet halten, damit das Latex die Bewegungen beim Sprechen gut mitmachen kann. Bei größeren Teilen hilft es oft, die Ränder nochmal nachzukleben. Besonders die feinen Ränder müssen sauber angeklebt sein, damit der Übergang möglichst unsichtbar wird.

3. Schminken der Maske


Schminken des Teufels Make-upSchritt 8 Grundiere nun dein Gesicht mit einem farblich abgestimmten Rot. Vergiss dabei nicht den Hals und die Ohren.
Teufel Profi Schmink-Tipp (13)Schritt 9 Mit Gelb kannst Du die hervorstehenden Stellen Deines teuflischen Antlitzes betonen. Trage es in deutlichen Tupfern mit einem Schwamm auf und tupfe dann nach aussen weg, damit sich ein sanfter Übergang bildet. Betone so die Wangenknochen, die Stirnfalten und das spitze Kinn, sowie die Nasenspitze des Teufels.
Teufel Profi Schmink-Tipp (14)Schritt 10 Gestalte nun mit dem Braunton ausdrucksstarke Schatten. Mit dem Schwamm kannst Du z.B. an den Schläfen und Wangen die Flächen einsinken lassen. Für tiefe Falten und die Nasenlöcher des Teufels solltest Du lieber einen feinen Pinsel benutzen.
Anleitung für das Schminken eines TeufelsSchritt11 Die Augen und die tiefsten Schatten kannst Du sparsam mit dem Schwarz betonen.
Teufel Profi Schmink-Tipp (17)Schritt 12 Bei dunklen Haaren oder einer schwarzen Perücke kannst Du mit schwarzer Wasserschminke oder dem Schwarz aus dem Creme Make-Up den Haaransatz besonders dunkel gestalten. Und schon hast Du Dich in einen waschechten Teufel verwandelt!

Profi-Tipp

Wenn der Mastix gut getrocknet ist, kannst Du die Übergänge fast unsichtbar machen, indem Du mit einem Wattestäbchen Horrorhaut (z.B. von maskworld.com) dünn aufträgst. Verwende dabei mehrere Wattestäbchen, weil die klebrige Flüssigkeit sonst unsaubere Ränder verursacht. Nutze einen Föhn, um das Trocknen der Horrorhaut zu beschleunigen. Es ist hilfreich, die getrocknete Haut etwas abzupudern, damit Du sie noch besser überschminken kannst. Benutze dazu handelsüblichen Make-up Puder oder Transparentpuder von maskworld.com. Ein Teufel Make-up lässt sich gut mit anderen Verkleidungen variieren

Abschminken:

Der Mastixentferner ist eine milde alkoholische Lösung, die ein einfaches und schnelles Abnehmen der Latexteile ermöglicht. Zum Lösen der Latexteile nutzt Du am besten Wattestäbchen, die mit reichlich Mastixentferner getränkt sind. Damit fährst du zwischen den Latexteilen und Deiner Haut entlang. Außerdem kannst Du ihn benutzen, um überflüssigen Mastix von Deiner Haut zu entfernen. Auch die Latexteile sollten immer gründlich gereinigt werden. Entferne alle Schminke mit warmem Wasser und Seife sowie den Mastix mit Mastixentferner. Trockne die Applikation dann und bewahre sie trocken und dunkel auf. So werden Deine Latexteile lange halten und beste Verwandlungsergebnisse erzielen.

VIEL SPASS BEIM VERWANDELN!


Der löchrige Boden unter den Füßen des gemeinen Bayern

Im Volksmund werden sie auch „Schrazelloch“, „Alraunenhöhle“, „Erdweiblschlupf“ oder „Zwergloch“ genannt – die Rede ist nicht etwa von den willigen Gespielinnen des Kürbiskönigs, sondern von den sogenannten „Erdställen“, unscheinbaren Tunneln, die den Freistaat in gewisser Weise wie einen löchrigen Käse erscheinen lassen und so manchen Forscher vor ein Rätsel stellen. Ein Erdstall im oberösterreichischen Bad Zell im Grundriss. | Quelle: Wikipedia © E. Fritsch/J. WeichenbergerEs sind kleine Tunnel. Tunnel, deren Eingänge in den Küchen alter Bauernhäuser oder mitten im Wald liegen können. Tunnel, die nur wenige Meter kurz oder mehrere hundert Meter lang und verzweigt sein können. Tunnel, über deren Herkunft, Sinn und Zweck sich neuerdings immer mehr „Erdstall“-Forscher die Köpfe zerbrechen. Schließlich handelt es sich dabei nicht um vereinzelte Naturphänomene, sondern vielmehr um bewusst angelegte Stollen. Allein in Bayern wurden bisher gut 700 solcher Anlagen nachgewiesen, in Österreich befinden sich etwa 500 weitere. Tatsächlich dürften es noch viele mehr sein. Es könnte sich also durchaus um irgendein merkwürdiges „Tunnel graben“-Ritual der Alpenvölker handeln – wenn nicht ähnliche Stollen auch in weiten Teilen Europas, z.B. in Irland, Frankreich, Spanien und Ungarn vorkämen. Auch wenn die Kommunikation mit den bayerischen Einheimischen nicht unbedingt leichter ist, als sie mit irischen Hirten oder ungarischen Bauern sein könnte, so konzentrieren wir uns trotzdem auf die bayerischen Tunnel. Die Einheimischen sagen, Wichtel (Kobolde) hätten die Tunnel gegraben und Erdgeister würden darin wohnen. Nun gut, solange man keine bessere Erklärung hat, muss man das erstmal so hinnehmen. Die meisten dieser Tunnel sind „nur“ 20 bis 50 Meter lang, was für einen Wichtel schon eine ordentliche Strecke wäre. Große Gänge kann ein durchschnittlicher Erwachsener gebückt durchqueren, kleinere können nur auf allen Vieren („Schlurfstrecken“) oder sogar kriechend („Schlupfe“) erkundet werden. Nun weiß man ja, dass die Menschen früher viel kleiner waren als heute. Aber so klein wie Wichtel? Wohl kaum! Wer also hat diese merkwürdigen Tunnel gegraben? Etwa doch Wichtel? Wikipedia sagt: „Nein, die Erdställe wurden von Menschenhand angelegt.“ Aber wann und warum? Zeitlich ließen sich die wenigen Funde innerhalb solcher Stollen anhand von C-14-Altersbestimmungen bereits grob auf das Mittelalter datieren, genauer, auf das 10. – 13. Jahrhundert. Doch darüber hinaus tappen die Forscher munter im Dunkeln. Dienten sie als unterirdische Stallungen, wie es der Begriff „Erdstall“ vermuten lassen könnte? Nein, denn „Stall“ bedeutet etymologisch soviel wie „Ort“ oder „Platz“. Außerdem hätte man dann Spuren von lecker getrocknetem Tierkot finden müssen. Die Tunnel sind aber fast alle nahezu besenrein vorgefunden worden. Könnten Vorräte in den Gängen gelagert worden sein? Theoretisch ja, allerdings sind viele der Tunnel so angelegt, dass sie im Winter mit Wasser voll laufen. Kaum vorstellbar, dass die alten Bayern so ihre Weißwürste und Brezeln konservierten. Am Gangende einer Erdstallanlage finden sich oft Sitznischen oder Sitzbänke. | Quelle: Wikipedia © Arnold Sich durch eine Schlupfstelle zu zwängen, kostet Überwindung. | Quelle: Wikipedia © Josef Weichenberger Charakteristisch für Erdställe sind die Engstellen. Man muss sich durch diese Schlupfe zwängen, um in den nächsten Gangabschnitt zu kommen. | Quelle: Wikipedia © Josef Weichenberger Viel wahrscheinlicher ist die Annahme, dass die Erdställe eine Form von Kultstätte darstell(t)en. Nicht, dass dort irgendwelche Opfer gebracht wurden. Vielmehr machen viele Erdställe den Anschein eines Rückzuggebietes. Ähnlich wie bei den Hopi-Indianern, die sich in Höhlen zurückzogen, um Antworten von Erdgeistern oder Mutter Erde direkt zu bekommen. In die Tunnel gehauene Sitzbänke, die sich in vielen der größeren Erdställe finden, könnten diese Theorie stützen. Auffällig sind auch Parallelen mit den Siedlungsgebieten und Routen keltischer Wandermönche, die vom Norden her Europa missionierten. Unweit vieler Stellen, an denen bisher Erdställe gefunden wurden, befinden sich auch sogenannte Viereckschanzen der Kelten, die auch Keltenschanzen genannt werden. Auch deren Funktion ist bis heute Gegenstand von Forschungen. Der Foto-Beweis: Es sind doch Kobolde! | Quelle: http://www3.htl-hl.ac.at/homepage/bok/dt/1ahlein/koestr.htmWas die Forscher bei ihren Untersuchungen der Erdställe unabhängig von allen Theorien aber am meisten irritiert, ist jegliches Fehlen mittelalterlicher Quellen oder Aufzeichnungen, die den Bau von Erdställen belegen. Es scheint, als wurden die Erdställe zunächst totgeschwiegen und später – ab dem 12. – 14. Jahrhundert – sogar oftmals ohne erkenntlichen Grund zugeschüttet. Möglicherweise, weil man als verwegener Tunnelgräber im erzkatholischen Bayern ohne Umweg als Ketzer auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre? Oder aber, weil Wichtel eben doch Analphabeten sind? Wie auch immer, bis die Rätsel der „Schrazellöcher“ endgültig gelöst sind, darf jede Theorie in Erwägung gezogen werden. Wenn Du jetzt Feuer und Flamme für Wichtel und Erdgeister bist, dann empfehle ich Dir die Sonderausstellung „Erdställe – Rätselhafte unterirdische Gänge“ im RömerMuseum Kastell  Boiotro, die noch bis zum 15. November 2011 läuft.

Aus „Saw“ mach Spuk – „Insidious“ startet in den Kinos

Lange, lange hat´s gedauert, bis der neue Film der „Saw“-Macher einen deutschen Starttermin erhalten hat! Endlich dürfen die Zuschauer auch in heimischen Kinosälen kreischen, wie sonst nur beim Justin Bieber Konzert. Eine junge Bilderbuchfamilie ausInsidious Plakat 2 Frau, Mann und drei Kindern zieht in ihr neues Heim und hat zuerst das Glück allein. Doch es dauert gar nicht lange, da wird die Idylle der Familie von bedrohlichen Geräuschen und schockierenden Erscheinungen erheblich getrübt. Mal dringen ganz und gar unkindliche Laute aus dem Babyphon, mal bewegen sich Türen von selbst, was sie nun mal schlichtweg zu unterlassen haben (es sei denn, sie gehören zu einem Fahrstuhl). Als Sohnemann Dalton bei einer Klettertour auf dem Dachboden zuerst von der Leiter und dann ins Koma fällt, ist das Maß voll: Der Auszug aus dem Gruselschuppen ist unvermeidlich (weil der Antrag auf Mietminderung abgelehnt wurde). Doch auch in der neuen Bleibe setzen sich die unheimlichen Zwischenfälle fort. Die eilig herbei zitierte Geisterexpertin stellt nach eingehender Prüfung fest: „Nicht das Haus ist von Geistern besessen – sondern der Junge!“ Langschläfer Dalton hat nämlich die Fähigkeit, sich in eine dämonenverseuchte Zwischenwelt namens „Die Weite“ zu begeben, in der er nun durch seinen Unfall gefangen ist. Die gute Geisterfrau instruiert daraufhin den Familienvater, wie dieser in die Twilight Zone einchecken kann, um Junior aus den Fängen des Bösen zu befreien… astralkinderzimmerbesuch


Geister sägen an den Nerven

Die „Saw“-Macher James Wan (Regie) und Leigh Whannell (Drehbuch) legten mit ihrem Gruselschocker in Amerika den größten finanziellen Überraschungserfolg des jungen Filmjahres hin und begeisterten Kritiker und Publikum gleichermaßen. Manche mögen dem krassen Umschwenken von perversem Folterhorror zum klassischem Geistergrusel vielleicht skeptisch gegenüber stehen, doch die beiden haben schon mit dem (leider zu Unrecht untergegangenen) Handpuppen-Horror „Dead Silence“ bewiesen, dass sie auch ohne abgesägte Körperteile bestens unterhalten und erschrecken können. Die erste Hälfte von „Insidious“ (dt. hinterhältig) ist ein Glanzstück aus Spannung, vagen Andeutungen und heimtückischen Schockmomenten, die sogar alte Hasen erschrocken zusammenzucken lassen. Hut ab, vor soviel Mut, sich dem Mainstream-Horrorgetöse mit altmodischem Spuk á la „Poltergeist“ oder „Amityville Horror“ entgegenzusetzen. Leider bekommen die Filmemacher in der zweiten Hälfte dann aber Angst vor der eigenen Courage. Wenn sich Papa nämlich zu seinem Sohn in die Geisterwelt begibt, driftet der Film leider zusehends in ein knallbuntes Jahrmarktgetöse aus Dämonen, Special-Effects und Bodennebel ab, was nicht jedem gefallen wird. Äußerst schade, denn ohne diese übertriebene zweite Hälfte wäre „Insidious“ mühelos in den Olymp der gruseligsten Filme aller Zeiten aufgestiegen. Bis zum Abtauchen in Gespensterbahn-Gefilde ist der Film aber so gut, dass wir ihn Dir dennoch wärmstens ans Herz legen wollen. Geh rein… wenn Du Dich traust. „Insidious“ startet heute, 21. Juli, im Kino.

Fragen Sie Dr. Kürbis! – Teil 14: Wie kontaktiert man Geister?


Die Frage:

Lieber Dr. Kürbis! Ich bin sehr an Gesprächen mit Geistern interessiert, weiß aber gar nicht, welche Möglichkeiten es so gibt. Kannst Du mir da weiterhelfen? Vielen Dank, Dein Kai

Die Antwort:

Dr Kuerbis-4Lieber Kai, schon seit Anbeginn der Zeit strebt der Mensch danach, mit der Geisterwelt Kontakt aufzunehmen und mit Hilfe höherer Mächte Voraussagen für das eigene Dasein zu erlangen. Warum auch immer, ich kenne jedenfalls nicht viele Geister, die ich als Telefonjoker einsetzen würde. Früher benutzte man zur Anrufung gern bewusstseinserweiternde Substanzen oder übte sich in stundenlanger Meditation, in unserer bequemen und gesundheitsbewussten Gesellschaft greift man aber lieber auf einfachere Techniken zurück. Die verbreitetsten Methoden für die Standleitung ins Jenseits sind Gläserrücken, das Ouijabrett, Pendeln, die Transkommunikation und zuletzt das sogenannte „Mediale Schreiben“. Gläserrücken ist dabei die bekannteste und verbreitetste Methode der Kontaktaufnahme, denn sie ist schnell vorbereitet und benötigt kaum Vorkenntnisse. Du schreibst einfach kreisförmig alle Buchstaben des Alphabets auf einen Zettel, dazu die Zahlen 0-9 und die Antworten „Ja“ und „Nein“. Das Blatt Papier wird nun auf einen Tisch mit einer glatten Oberfläche gelegt und ein Glas mit der Öffnung nach unten darauf gestellt. Im leicht abgedunkelten Raum legen nun alle Teilnehmer ihre Fingerkuppen auf den Glasboden und wiederholen im Einklang die Worte „Wir rufen Dich, großer Geist“. Wenn der große Geist sich dann endlich ins Diesseits bequemt, beginnt das Glas über das Blatt zu rutschen und Du kannst Deine Fragen stellen. Die Antwort wird das beschworene Wesen dann übermitteln, indem es mit dem Glas immer kurz über den jeweiligen Buchstaben stoppt. Ein paar Regeln solltest Du dabei aber beachten: Eine weiße Kerze auf dem Tisch begünstigt das Beschwören eines guten Geists, außerdem ist Essen und Trinken während der Séance tabu. Du darfst keinen Tisch mit Metallkomponenten verwenden und den Geist niemals verärgern. Am Ende der Sitzung solltest Du Dich würdevoll von deinem Besucher verabschieden. Ein „Tschau, Hui-Buh, grüß Elvis von mir!“ ist da wirklich unangebracht. Ein ähnliches Prinzip verwendet auch das Ouijabrett oder Hexenbrett, das Du vielleicht aus dem Film „Paranormal Activity“ kennst. Es ist meist aus Holz gefertigt und neben Buchstaben und Zahlen noch zusätzlich mit kleinen Phrasen wie „Hallo“, „Danke“ oder „Ich gehe“ versehen. Statt eines Glases gibt es hier einen kleinen Zeiger, der über die jeweiligen Zeichen wandert. Auch hier ist es wichtig, nett zu dem Geist zu sein, sich nach dem Namen des Wesens zu erkundigen und sich zu versichern, dass es in guten Absichten vorbeischaut. Sollte dies nicht der Fall sein, brich Deine Sitzung umgehend ab, es sei denn, Du legst Wert auf vulgäre Beschimpfungen von der anderen Seite. Wichtig ist auch immer ein zeitlicher Rahmen, um den Geist nicht zu lange von seinem kuscheligen Jenseits zu trennen. Meistens verwendet man zur Zeitmessung ein Räucherstäbchen, das nach einer guten halben Stunde abgebrannt ist. Nimm am besten Weihrauch, das schützt auch gegen böse Geister. Ist das Stäbchen heruntergebrannt, solltest Du den Anruf möglichst bald beenden. glaswitchboard  

Am seidenen Faden

Beim Pendeln befestigst Du einen besonderen Gegenstand wie einen Edelstein oder einen Ring an einer Schnur oder einer Kette und lässt das Gebilde dann frei zwischen Zeigefinger und Daumen hängen. Als Rechtshänder solltest Du das Pendel in die rechte Hand nehmen, als Linkshänder in die linke. Wenn Du nun die Geister nach Antworten befragst, antworten sie Dir, indem das Pendel entweder in Längsrichtung schwingt (ja) oder in Querrichtung (nein). Du kannst Dir auch eine Pendeltafel basteln, indem Du ein Kreuz aufzeichnest, die jeweiligen Achsen mit „Ja“ und „Nein“ beschriftest und das Pendel darüber hältst. Das hilft dem Geist bei der Konzentration auf das Eigentliche, denn in der Astralwelt gibt’s nun mal einen Haufen Ablenkung. Wenn Dir jedoch ein einfaches „Jau“ und „Nö“ nicht genügt, kannst Du auch gern auf die ergiebigere Tonbandmethode zurückgreifen, auch als Transkommunikation bekannt. Obwohl, so einfach ist die 1959 entdeckte Kommunikationsart eigentlich gar nicht mehr. Sie setzt nämlich ein Radio mit manuellem Sendersuchlauf  und eine Kassette voraus, was ja heutzutage kaum noch aufzutreiben ist. Das Radio stellst Du zwischen zwei Sendern im Kurzwellenbereich ein und drückst die Aufnahmetaste. Während die Kassette läuft und sinnloses Gespratzel aufnimmt, denkst Du konzentriert an die Frage, dessen Antwort Du Dir erhoffst. Wenn Du nun die Aufnahme abhörst, wirst Du mit viel Glück eine Stimme zwischen dem nervtötenden Gedröhne hören, die Dir vielleicht Deine Frage beantwortet. Das sogenannte Electronic Voice Phenomenon wird auch in dem Film „White Noise – Schreie aus dem Jenseits“ thematisiert. planchBeim sogenannten Medialen Schreiben fungierst Du schließlich selbst als Aufnahmemedium. Du legst Deine Hand auf ein kleines Rollbrett, das sogenannte Planchette, welches mit einem Stift verbunden ist und konzentrierst Dich mit geschlossenen Augen auf ein gewünschtes Wesen. Nach einer Weile wird sich das Brett dann wie von Geisterhand bewegen (Haha, warum bemühe ich diesen Ausdruck denn erst jetzt?). Das dadurch entstehende Gekritzel soll dann nach einiger Zeit einen sinnvollen Text ergeben. Angeblich treten viele Leute so mit ihrem Schutzengel in Kontakt und noch angeblicher sind auf diese Art bereits unzählige Bücher und Musikstücke entstanden. Gar nicht so abwegig, manche Sommerhits kommen ja offensichtlich direkt aus der Hölle.
Nun, lieber Kai, ich hoffe, Du wirst eine der Methoden einmal ausprobieren. Entgegen meinem Naturell als Menschenfresser möchte ich an dieser Stelle aber noch zwei ernst gemeinte Hinweise geben: 1. Egal ob Du die Geisterbeschwörung ernst nimmst oder nur als launigen Partygag ansiehst, frag nie nach dem Zeitpunkt Deines Todes. Die Antwort wird Dich möglicherweise bis zu Deinem vermeintlichen Todestag extrem verunsichern. Und Du hast doch bestimmt schon genug andere Sorgen! 2. Ist man im Internet unterwegs, um die abscheulichsten Abscheulichkeiten aus aller Welt herauszusuchen, bemerkt man schnell, dass vor allem Jugendliche im Alter von 12 bis 13 Jahren sehr gern Gläserrücken spielen. Lasst es einfach sein, meine Kleinen. In Eurem Alter ist Euer Verstand noch viel zu unbedarft, zwischen Realität und Einbildung zu Unterscheiden. Im schlimmsten Fall löst eine Séance bei Euch Angstzustände und Psychosen aus. Ihr wärt nicht die Ersten, die nachts nicht mehr schlafen können, weil sie denken, ein Geist wäre in Ihrem Zimmer. Dabei ist da gar keiner. Nur ich unter dem Bett… Dein Dr. Kürbis

Du hast auch ein Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de


Mopaditis – Monster der Welt


Wie sieht ein Mopaditis aus?

Der Mopaditis ist bei Tageslicht unsichtbar, er kann nur bei Dunkelheit und selbst dann wegen seiner schwarzen Gestalt nur schwer gesehen werden – z.B. im Mondlicht, in dem die sonst schwarzen Umrisse seines Körpers geisterhaft weiß erscheinen. Obwohl die Umrisse seines Körpers erkennbar sind, ist der Mopaditis dennoch „substanzlos“. Mopaditis | Quelle: Faszinierende Welt der Phantasie (Buch) Sieht so ein Mopaditis aus? | Quelle: http://2.bp.blogspot.com/  

Heimat:

Der Mopaditis macht das nördliche Territorium von Australien unsicher. Besonders auf den zwei größten Tiwi-Inseln namens Melville und Bathurst (etwa 80 km nördlich von Darwin, der Hauptstadt des „Northern Territory“) geht er um. landkarte-Mopaditis

Hintergrundgeschichte:

Der Mopaditis gilt beim Tiwi-Stamm der Aborigines als substanzlos, aber dennoch körperliches Abbild der Toten, als Geist der Verstorbenen. Obwohl die Mopaditis meist in Gesellschaft „leben“, wandeln von Zeit zu Zeit einzelne Exemplare umher. Dies passiert, wenn jemand stirbt und der dazugehörige Mopaditis nach drei Tagen Trauer die Grabstätte des Verstorbenen verlässt, um dessen Geburtsort aufzusuchen. Dabei wird er der Legende nach von schwarzen, ständig wild schreienden Kakadus begleitet. Auf dem Weg zur Geburtsstätte ereignen sich von Zeit zu Zeit Begegnungen zwischen Mopaditis und Menschen.

Opfer:

Einsame Wanderer, vor allen Dingen Ureinwohner und Einheimische, die nichts ahnend einem Mopaditis über den Weg laufen, ihm zu Nahe kommen und zum Opfer fallen, indem der Mopaditis sie als Begleitung „auswählt“.

Taktik:

Der Mopaditis verfolgt eigentlich keine richtige Taktik – abgesehen davon, sich an die Fersen derjenigen zu heften, die (unverhofft) seinen Weg kreuzen. Kommt es zum Kontakt zwischen Mensch und Mopaditis, so stehen dem Menschen zumindest die Haare zu Berge, er bekommt Gänsehaut und/oder feuchte Hände. In schlimmeren Fällen verlässt allerdings die Seele den betroffenen Menschen (um den Mopaditis zu begleiten) und dieser verfällt in einen Lähmungszustand mit Schaum vor dem Mund. Diesen Zustand nennen die Tiwi „Mopaditis-Krankheit“ (mopaditi sickness). In seltenen Fällen gelingt es Tiwi-Medizinmännern, den Geist wieder in den menschlichen Körper zurückzubringen.

Abwehr:

Es gibt nur zwei überlieferte, mehr oder weniger verlässliche Abwehrmöglichkeiten. Eine besteht darin, bei Anwesenheit eines Mopaditis so laut als möglich zu singen oder zu schreien (ist ja bei manchen Menschen schon fast das Gleiche). Eine andere Variante sieht vor, eine Fackel anzuzünden und sich in den Rauch der lodernden Flamme zu hüllen. Das Wedeln mit der Fackel über dem Kopf gilt daher als besonders wirkungsvoll.

Sonstiges:

Mopaditis können über Wasser laufen. Wäre ja sonst auch recht schwierig für die Geister, zum Geburtsort zurückzukehren (der bei den Tiwi-Aborigines nun einmal auf den Tiwi-Inseln liegt). Gegen die „Mopaditis-Krankheit“ soll es helfen, Blätter des Niaulibaums zu bündeln, zu erhitzen und auf beiden Seiten des Kopfes auf die Ohren zu drücken.

Schrecklevel: 5 von 13

Die Vorstellung seelenlos, gelähmt und mit Schaum vor dem Mund irgendwo im australischen Outback zu liegen, ist sicherlich nicht schön. Aber aufgrund dessen, dass der Mopaditis in einem relativ kleinen Gebiet sein Unwesen treibt und eigentlich nur ein armer, einsamer, unverstandener Geist ist, fällt der Schrecklevel nicht ganz so hoch aus.

Spuk unterm Riesenrad

0
Autor: C.U. Wiesner Genre: Kinder-Hörspiel Beim Titel „Spuk unterm Riesenrad“ kriegen viele Mittdreißiger leuchtende Augen: In den 80ern ist die witzige Märchenserie der absolute Straßenfeger in der DDR. Jetzt gibt es die Original-Serie als Hörspiel, aufgepeppt mit dem gut aufgelegten Autor als Erzähler. Die drei Berliner Gören Tammi, Umbo und WiesnerRiesenrad_VS.inddKeks (Achtung, Klischeefalle: Das sind Spitznamen und nicht etwa typische Ostnamen!) verbringen die großen Ferien bei Oma und Opa, die eine Geisterbahn auf einem Rummelplatz betreiben. Weil die Großeltern beschäftigt sind und die Brüder ein paar beschädigte Gespensterbahnfiguren reparieren, muss die kleine Keks eines Abends das Essen allein zubereiten. Doch sie wagt sich ausgerechnet an Griesbrei, was natürlich mächtig in die Hose geht. Wie Brüder nun mal so sind, würgen sie die angebrannte Pampe nicht etwa höflich herunter, sondern beginnen damit lieber eine zünftige Essensschlacht – mitten in der Geisterbahn. Es kommt, wie es kommen muss: Das klebrige Zeug fliegt wild durch die Gegend und landet auf der Hexe, dem Rumpelstilzchen und dem Riesen, die als elektronische Figuren die Besucher erschrecken. Der Großvater ist über diesen Vandalismus natürlich eher mäßig begeistert und verlangt eine umgehende Reinigung seiner mechanischen Angestellten. Doch weil das viel zu lange dauert, schmeißen die kleinen Racker jede Figur einfach in die Spree. Der Kontakt mit dem Wasser hat aber einen ungeahnten Effekt auf die Pappkameraden, denn plötzlich erwachen sie zum Leben und schwimmen unter den Augen der überraschten Kinder fröhlich an die andere Uferseite. Was für ein Schock! Die Kinder informieren sofort den Großvater und die Polizei, so dass es schon bald zu einer wilden Verfolgungsjagd vom Berliner Alexanderplatz bis zur Burg Falkenstein kommt. Als die Ausreißer schließlich ihr Ziel im Harz erreichen, haben sie durch ihre Kenntnis der mittelalterlichen Festung einen fast unschlagbaren Vorteil. Nur ein uralter Bannspruch, der irgendwo in den Tiefen des Gemäuers verborgen ist, kann jetzt noch helfen…

Hex and the City

„Spuk unterm Riesenrad“ ist ein modernes Märchen, das ausgelassen mit dem Kampf der Kulturen spielt. Wenn sich der Riese, die Hexe und Rumpi (auch der Spitzname) plötzlich in der Jetztzeit zurecht finden müssen, kommt es immer wieder zu äußerst skurrilen Vorkommnissen. So erhält die Hexe im Kaufhaus nicht etwa einen Besen, um damit zu flüchten, sondern kriegt von der Verkäuferin einen neumodischen Staubsauger aufgeschwatzt. Weil der aber mit Strom angetrieben werden muss, steckt die Hexe den Stecker kurzerhand in die Nase des äußerst jähzornigen Rumpi (siehe Cover). Solche witzigen Ideen und die Einbindung realer Schauplätze (die Gespensterbahn unterm Riesenrad gab es zum Beispiel wirklich) machen die siebenteilige Serie in der DDR zum Hit. Aber auch heute noch sind die Spuk-Abenteuer äußerst witzig und unterhaltend, so dass sie ab Mitte der 90er völlig zu Unrecht in den Archiven zu verstauben begannen. Einige Zuschauer von damals konnten die Serie dennoch nie vergessen.
Eineinhalb Jahre lang kämpft kaiRegisseur Kai Lüftner darum, seine liebste Kinderserie endlich als Hörspiel realisieren zu dürfen. Als er schließlich vom Autor C.U. Wiesner persönlich die Hörspielrechte übertragen bekommt, gibt endlich ein Verlag grünes Licht für ein „Filmhörspiel“. Dafür hat man die Original-Tonspur der Serie verwendet, so dass es ein erfreuliches Wiederhören mit den bekannten Stimmen aus den Kindertagen gibt. Wer jetzt befürchtet, dass sich das nach muffeliger Kassettenaufnahme aus der Mottenkiste anhört, kann beruhigt sein: Das Hörspiel klingt frisch wie der junge Morgen. Das gilt übrigens auch für C.U. Wiesner, den der Regisseur als Dankeschön für die Unterstützung mit ins Boot holte. Der inzwischen 78jährige gibt den Erzähler mit einer Vitalität, die geradezu ansteckend ist und die eh schon schwungvolle Geschichte noch einmal zusätzlichen Elan verleiht. Ein echtes Hörvergnügen, nicht nur für Ostalgiker!
Text: S. Werner