Horrorfans reiben sich vor Freude die blassen Hände: Die Spieleentwickler haben die Untoten für sich entdeckt. Beinahe monatlich schlurft ein neues Spiel auf unsere Monitore, mal brutal blutig, mal brutal albern. Wie „Dead Block“, das mit seinem comichaften Look für gutgelaunte Toten-Kloppe sorgt.
Die Rockmusik ist der Untergang des Abendlandes, die Moralwächter haben es doch schon immer gewusst. Als in den 50er Jahren der Rock ’n‘ Roll die USA erobert, ahnt noch niemand, welche fatalen Auswirkungen das schreckliche Geschrammel auf die Bevölkerung hat. Die Musik stammt nämlich direkt aus der Hölle und verwandelt jede unschuldige Leiche in einen blutgierigen Zombie. Die letzten Überlebenden der Apokalypse flüchten in die umliegenden Gebäude und verschanzen sich dort gegen die sabbernden Biester. Du spielst entweder den schnurrbärtigen Bauarbeiter Jack Foster, die kesse Politesse Foxy Jones oder den schwabbeligen Pfadfinder Mike Bacon, die sich in jedem Level lange genug gegen immer wieder aufbrausende Wellen von wandelndem Gammelfleisch verteidigen müssen, bis sie schließlich alle Bauteile einer gewaltigen Gitarrenanlage gesammelt haben. Daraus kannst Du dann ein riesiges Soundsystem zusammenschustern und die ungebetenen Gäste direkt in die Hölle zurückschwofen lassen.Spielefans kennen das „Tower Defense“ genannte Spielprinzip, in dem man immer lange genug gegen eine Gegnerhorde durchhalten muss, vom modernen Klassiker „Plants vs. Zombies“. Bei „Dead Block“ steuert man allerdings selbst eine Figur durch das bedrohte Gebäude und kann den wandelnden Verblichenen direkt ein paar saftige Backpfeifen verpassen. Jeder Charakter verfügt dabei über individuelle Waffen und Fähigkeiten, wie dicke Wummen oder explodierende Hamburger. Um Fenster und Türen zu verrammeln, musst Du erst einmal entsprechende Ressourcen im Haus sammeln. Dafür zerlegst Du einfach sämtliche Möbel und kannst dann fröhlich den Zimmermann heraushängen lassen. Absolutes Highlight des Spiels sind aber die verschiedenen Fallen, die man in „Kevin allein zu Haus“-Manier in die Türrahmen basteln kann. Da knallen Toilletten auf die latschenden Leichen, Eisfallen machen Tiefkühlkost aus ihnen und umgebaute Mikrowellen lassen Barbecue-Feeling aufkommen (siehe Video). Durch den quietschbunten Comiclook ist das einfach verdammt spaßig anzusehen, was sogar zu einer erstaunlichen Altersempfehlung von 12 Jahren geführt hat. Da Du „Dead Block“ auch Co-op im Splitscreen spielen kannst, kannst Du also auch mit Deinen jüngeren Geschwistern oder gar Kindern beruhigt in die Schlacht ziehen. Man kann den Nachwuchs gar nicht früh genug auf den Kampf gegen das Böse vorbereiten.
„Dead Block“ erhältst Du als Download für die Xbox 360 (800 Punkte) und ab 21. Juli für die PS3 (9,99€). Auch eine Demo-Version findest Du in den entsprechenden Stores. Eine PC-Version ist in Arbeit.
Nein, der Horrorfilmfan hat es diesen Kinosommer wirklich nicht leicht. Mit „Insidious“ startet Ende Juli der einzige Gruselstreifen des Monats, danach dauert es wieder vier Wochen, bis dann endlich „Final Destination 5“ über die Leinwand flimmert. Zum Glück sieht es auf dem Heimkinomarkt nicht so mau aus: Heute haben gleich drei Werke Premiere. Ob die was taugen, liest Du hier.
Destination Death
Ein Haufen unsympathischer Jugendlicher (sorry, aber schau Dir doch nur mal das Bild an) macht Urlaub in Marokko. Obwohl wir im Zeitalter des Handys leben, will uns der Film weismachen, dass niemand von ihnen eine Kamera am Start hat. Nee, is klar! Im Hinterzimmer eines Basars entdecken sie dann aber eine preiswerte Sofortbildkamera aus den 60er Jahren. Gekauft – geknipst, der Urlaub kann beginnen. Dummerweise stellen die Jungs und Mädels zu spät fest, dass ein fieses kleines Geheimnis im Preis mit inbegriffen ist: Jeder, der von der Schnäppchen-Kamera fotografiert wird, stirbt kurz darauf einen grausamen Tod. Was ist da los? EHEC auf der Linse? Geht Karl Lagerfeld um und killt jeden, der vor der Kamera einfach nur scheiße aussieht? Die Kids müssen jetzt ganz schnell hinter das Geheimnis des Apparats kommen, sonst ist es für sie alle zu spät! *dramatische Musik*
„Destination Death“… Destination… hmmm, woran erinnert uns das nur? Es ist einfach herrlich, wie der deutsche Filmverleih uns hier für dumm verkaufen will, im Original heißt der italienische Horrorfilm einfach „Smile“. Das ist aber nicht die einzige Frechheit, die sich die DVD leistet. Das dicke FSK 18-Logo auf der Hülle bezieht sich nämlich nicht etwa auf den Film, nein, nur der Trailer von „I Spit On Your Grave“ auf der DVD ist ab 18, der Film selbst ist ab putzigen 16 Jahren. Und so kriegst Du nicht etwa den angekündigten Slasher im Stil von „Freitag, der 13.“ geboten, sondern einfach nur einen holprigen 08/15-Abzählreim des Todes, in dem die Morde nur im Ansatz gezeigt werden. Spannung ist Mangelware, originelle Todesarten nicht vorhanden und das einzig erschreckende am Film sind die Dialoge. Also leider zu Recht direkt auf DVD gelandet und damit nur extrem eingeschränkt von uns zu empfehlen.
Destination Death
Erhältlich ab 7. Juli 2011
DVD 13€, Blu-ray 17€
Eingemauert
Sam Walczak ist jung, weiblich und Abrissexpertin. Die wandelnde Männerfantasie kommt frisch vom College und kriegt von ihrem Vater gleich einen dicken Brocken vorgesetzt. Einen dicken Betonbrocken. Der riesige graue „Malestrazza“-Komplex im Nirgendwo soll endlich aus der Welt geschafft werden, deshalb fährt Sam allein in die Einöde und bedauert bald ihre Berufswahl. Der düstere Betonklotz ist ihr nämlich unheimlich, zudem sind die letzten Bewohner total gemein zu ihr. Nur der junge Jimmy ist nett, woran das wohl liegen mag? Der Hochhaus-Casanova erklärt ihr auch sofort die Hausregeln, nach denen sie niemals das Dach betreten darf und auch den achten Stock meiden soll. Ist ja auch gar kein Problem für eine Abrissmanagerin, mal ein ganzes Stockwerk nicht zu vermessen, dass wird später sicher von alleine zusammenfallen. *Augenroll* Sam wird daraufhin neugierig und erfährt im Internet, dass Architekt Malestrazza ein Wahnsinniger war, der Menschen lebendig eingemauert hat. Und zuletzt soll er selbst Opfer seines Betongrabes geworden sein. Wie auch immer das gehen soll. Als sich Sam auf Spurensuche im Gebäudekomplex begibt, landet sie plötzlich in einem Labyrinth hinter den Mauern. Doch der Rückweg ist versperrt. Und Sam macht eine Entdeckung, die sie erschüttert. *andere dramatische Musik*
Zugegeben, das karge, düstere Gebäude ist als Schauplatz wirklich außerordentlich gelungen. Die langen, leeren Gänge, die endlosen Treppen und das erdrückende Neonlicht drehen ordentlich an der Atmosphäre-Schraube. Vergleiche mit „Shining“ würden sich da anbieten, allerdings trennen beide Filme Universen, so dass wir jetzt doch keine „Shining“-Vergleiche ziehen. So! Nach einem vielversprechenden Start geht „Eingemauert“ nämlich ganz schnell die Puste aus. Die Story wirkt schnell beliebig und irgendwie bekannt, zudem kann sich das Drehbuch nicht zwischen rationaler und übernatürlicher Erklärung der Ereignisse entscheiden, was Dich am Ende ziemlich unbefriedigt zurücklassen wird. Und Apropos befriedigt: Warum Hauptdarstellerin Mischa Barton („O.C., California„) auf dem Cover unbedingt einen Bikini tragen musste, verstehen wir auch nicht. Spricht aber nicht unbedingt für den Glauben des Verleihs an den eigenen Film. Leider auch nur eine mäßige DVD-Premiere für extrem verregnete Sonntage.
Eingemauert
Erhältlich ab 7. Juli
DVD 10€, Blu-ray 15€
The Silent House
Die junge Laura soll gemeinsam mit ihrem Vater ein altes Haus entrümpeln, damit der Besitzer es später verkaufen kann. Als es Dunkel wird, müssen die beiden in dem verfallenen Gebäude übernachten. Da alle Fenster mit Brettern vernagelt sind, beginnt sich Laura schnell unwohl zu fühlen. Plötzlich hört die junge Frau seltsame Geräusche aus dem Obergeschoss, das man wegen des kaputten Fußbodens eigentlich gar nicht betreten kann. Als ihr Vater nach dem Rechten schaut, kehrt er nicht mehr zurück. Für Laura beginnt damit eine Nacht des Grauens, denn das alte Gemäuer birgt ein dunkles Geheimnis, das ihr bald nach dem Leben trachtet… *keine dramatische Musik, weil der Film toll ist*
Ja, alle guten Dinge sind manchmal wirklich drei: „The Silent House“ ist ein Nägelkauer der alten Schule, der sich hinter aktuellen Genre-Größen wie „Paranormal Activity“ nicht zu verstecken braucht. Der Geheimtipp aus dem fernen Uruguay baut eine Stimmung auf, die Dich schon nach wenigen Minuten völlig in ihren Bann zieht. Weil die Kamera das Geschehen in einem durchgängigen Take aufnimmt und dabei immer ganz nah an der Protagonistin klebt, erlebst Du den Terror im Haus am eigenen Leib. Hauptdarstellerin Florencia Colucci legt eine umwerfende One-Woman-Show aufs verfallene Parkett, die noch lange nachwirkt. Ihre Odyssee durch das leise Haus wird Dir mehr als einmal einen ordentlichen Schrecken einjagen. Wenn Du auf beklemmenden Psychogrusel stehst, solltest Du schleunigst einchecken. Unsere vollste Empfehlung!
The Silent House
Erhältlich ab 7. Juli
DVD 15€, Blu-ray 20€
Lieber Dr. Kürbis!
Ich hab mich schon oft gefragt: Warum ist das umgedrehte Pentagramm eigentlich ein Symbol des Teufels?
Viele Grüße, Jan
Die Antwort:
Lieber Jan, die Geschichte des Pentagramms ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Der fünfzackige Stern existiert schon viele hundert Jahre vor dem Christentum, also lange bevor mein Kumpel Satan überhaupt das Licht der Hölle erblickt. Archäologische Funde aus dem 4. Jahrhundert vor Christus zeigen bereits Trinkgefäße und Krüge mit eingravierten Pentakeln. Den Ursprung des Symbols findet man in der Bewegung des Planeten Venus: in Laufe von acht Jahren zeichnet seine Planetenbewegung erstaunlicherweise genau den Verlauf eines Pentagramms an den Nachthimmel, weshalb man manchmal auch vom Venus-Pentagramm spricht. Sein komplizierter Aufbau (könntest Du aus dem Stand so ein Teil malen?) und die faszinierende Tatsache, dass man beim Zeichnen letztendlich wieder zum Anfangspunkt gelangt, machen das Symbol in der Antike zu einem Sinnbild für den Kreislauf des Lebens. Auf Geschirr, Häusern und Münzen ist das Zeichen bald zu finden. Auch Mathematiker und Gelehrte wie Pythagoras oder Da Vinci sind von dem komplexen Gebilde äußerst fasziniert. Der aus dem Pentagramm abgeleitete Goldene Schnitt wird effektiv auf die Konstruktion von Gebäuden übertragen, weshalb die späteren Steinmetze das Symbol geradezu kultisch verehren, was ihnen bald jedoch zum Verhängnis wird. Doch dazu später mehr.
Im Laufe der Zeit wird dem Fünfstern zunehmend eine magische Wirkung zugeschrieben. Jeder der jeweiligen Zacken symbolisiert dabei ein Element, wobei die obere Spitze den Geist (oder Äther) repräsentiert. In Beschwörungsritualen setzen die Magier das Pentagramm ein, um Kräfte freizusetzen und Geister herbeizurufen. Ist die Spitze nach oben gerichtet, ruft man die Mächte von oben herbei, zeigt die Spitze nach unten, zwingt man die Geister auf den Boden. Zieht man noch einen Bannkreis um das Symbol, sitzt der Dämon in der Falle. Diese angebliche Bannfähigkeit machen das umgedrehte Pentagramm im Mittelalter ungeheuer populär. Über Türen und in Schwellen eingeritzt, schützt es vor nächtlichen Kobolden, den sogenannten Druden. Da das Symbol genau dem Fußabdruck eines dieser Plagegeister entsprechen soll, bezeichnet man es im Volksmund auch als Drudenfuß. Sogar in vielen Kirchen ist der hilfreiche Bannkreis zu finden. Zudem sehen die Gläubigen in dem Pentakel ein Symbol für die fünf Wunden Jesu Christi, die durch die drei Nägel, der Lanze und der Dornenkrone entstanden.
Unser Glauben soll sauber werden
Wenn sogar die Christen selbst das Symbol in all seinen Ausrichtungen verehren, wie konnte unser liebgewonnenes Pentagramm dann irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt werden? Eine gezielte Kampagne der katholischen Kirche ist daran Schuld. Im Zuge der spätmittelalterlichen Inquisition, die mit allen Mitteln für die Reinhaltung des Glaubens kämpft, wird ohne Rücksicht auf Verluste gegen alle mächtigen Piktogramme gehetzt, die dem Kreuz Konkurrenz machen können. Besonders der symbolträchtige Fünfstern ist den Demagogen ein Dorn im Auge, denn sein heidnisch-mathematischer Hintergrund lässt sich nicht vereinen mit dem Glauben an Gott. Wer das Zeichen jetzt noch verwendet, ist automatisch ein Teufelsanbeter. So werden aus den Steinmetzen ganz schnell Satanisten, denn sie verehren ja das böse Symbol. Traurig, aber wahr.
Endgültig in Verruf gerät der Drudenfuß dann Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1855 veröffentlicht der etwas durchgeknallte Schriftsteller Eliphas Lévi das Buch „Das Dogma und Ritual der hohen Magie“, in dem er behauptet, das umgedrehte Pentagramm wäre ein Zeichen des Dämonen Baphomet, wobei die einzelnen Zacken jeweils für die Hörner, die Ohren und den Bart des Wesens stehen. 90 Jahre später erfolgt schließlich der Gnadenstoß für Drudi (wie ich das Symbol liebevoll nenne). Endlich setzt sich jemand für seinen schlechten Ruf ein! Der Amerikaner Anton Szandor LaVey gründet am 30. April 1966 in San Francisco die Church of Satan und verwendet für seinen satanistischen Kult jenes Symbol, das Lévi zuvor bereits etabliert hat: Das invertierte Pentagramm mit dem Kopf Baphomets. Und deshalb, lieber Jan, ist das einstige Schutzsymbol heute böse böse. Schauen wir mal, wann irgendjemand gegen das Peace-Zeichen hetzt.
Dein Dr. Kürbis
Du hast auch ein Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de
Verschoben und verstümmelt, was für ein schreckliches Schicksal! Der Kürbiskönig verrät Dir, warum Almas neuester Auftritt trotzdem fetzt!
Der Weg zur Veröffentlichung war lang. Sehr lang. Und am Ende ist er auch noch steinig geworden. Ursprünglich sollte „F.E.A.R. 3“ oder „F.3.A.R.“ (wie sich findige Menschen ausgedacht haben), bereits Ende 2010 erhältlich sein. Man munkelt, dass paranormale Ereignisse bei Entwickler „Day 1“ eine Verschiebung unumgänglich machten. Genau genommen sogar drei oder vier Verschiebungen (das hängt davon ab, wie penibel man zählt). Drei oder vier? Vier oder drei? „F.3.A.R.“ oder „F.E.A.R. 3“? Ich entscheide mich für letztere Schreibweise…Tatatataaaa! Jetzt, wo „F.E.A.R. 3“ da ist, kann man sich die langwierige Geburt nochmal schön auf der klebrig-rauhen Zunge zergehen lassen: Zunächst wurde Ende 2010 als Zeitfenster ausgegeben, dann hieß es „irgendwann 2011“, daraus wurde der März 2011, diese Deadline wurde durch Mai 2011 ersetzt und letztlich sollte es also der 24. Juni 2011 sein. Wie gesagt, eine langwierige Geburt, welche auch durch den Zensur-Fetisch der USK bedingt war. Denn die obersten Moralapostel sind von Unmengen Blut, abgetrennten Körperteilen und zerplatzenden Körpern nicht ganz so begeistert wie der Kürbiskönig. Schade.
Glücklicherweise sind es gerade nicht solche Metzelorgien, die für ein gutes Horror-Feeling maßgeblich ausschlaggebend sind. Klar, mit nackten Füßen knöcheltief durch warmes Blut und weiche Eingeweide zu waten ist für den Kürbiskönig durchaus eine willkommene Entspannung. Aber virtuelles Gemetzel, das auf dem Bildschirm stattfindet, erzeugt selbst bei vielen Normalsterblichen nicht mehr als ein bisschen Ekel. Damit aber der Horror nicht zu kurz kommt, haben die Entwickler von Day 1 mit zwei, ja man kann sagen, Horror-Ikonen, zusammengearbeitet. Regisseur John Carpenter („Halloween“, „Das Ding aus einer anderen Welt“) wirkte bei der Inszenierung des Horrors z.B. in Zwischensequenzen mit, Comicautor Steve Niles („30 Days of Night“) half bei der Entwicklung und Gestaltung der Hintergrundgeschichte.
Kleine Sünden straft der liebe Gott sofort – große erst nach neun Monaten
Die Handlung von „F.E.A.R. 3“ spielt diesmal ziemlich genau neun Monate nach den beiden Vorgängern, die zur gleichen Zeit spielten. Neun Monate? Frauenärztinnen, Schwangerschaftsrückbildungsgymnasten und Dreivierteljahr-Fans werden hellhörig! Tatsächlich trägt Alma (die fleischgewordene Verkörperung des Bösen, die in den beiden ersten Teilen noch in Gestalt eines kleinen Mädchens den Horror verbreitete) etwas mit sich rum, auf das die Welt bestimmt gerne verzichten würde. Was genau das ist, darfst Du aber schön selbst herausfinden. Dazu schlüpfst Du in die Haut des „Point Man“ genannten Protagonisten, den Du schon im ersten Teil spielen konntest. Seine übermenschlichen Fähigkeiten hat der Point Man glücklicherweise behalten: seine Reflexe, welche die Reflexe eines normalen Menschen um das Fünffache und die eines durchschnittlichen Beamten um locker das Zehnfache übersteigen! Diese Fähigkeit stellt sich so dar, dass Du als Point Man das Geschehen um Dich herum in besonders heiklen Situationen verlangsamst, um den Angriffen Deiner Feinde einigermaßen entspannt auszuweichen und gleichzeitig gezielte Kopfschüsse zu verteilen.
Überhaupt erwartet Dich bei F.E.A.R. 3 sehr viel Action. Da trifft es sich eigentlich ganz gut, dass Du nicht allein unterwegs bist. Bevor jetzt aber das große Wehklagen beginnt, lass‘ Dir gesagt sein, dass es sich um eine vergleichsweise coole Begleitung handelt. Kein weinendes Mädchen, kein nerviger Psychopath, kein Abklatsch Deiner selbst. Obwohl, eigentlich doch ein bisschen, handelt es sich doch um Deinen Bruder. (SPOILER ANFANG!) Denn Paxton Fettel, der ein großes Faible für leckeres Menschenfleisch hat, ist ebenso ein Nachkomme von Alma, wie der Point Man selbst. Dass der Point Man dem Herrn Fettel einst mit voller Absicht bzw. mit Schusswaffe ein Loch in den Kopf gemacht hat – vergeben und vergessen. (SPOILER ENDE!) Paxton Fettel kann zwar nicht die Zeit verlangsamen, dafür kann er aber als Geisterwesen das er ist, von Feinden Besitz ergreifen. Reizvoll ist in diesem Zusammenhang, dass Du jeden abgeschlossenen Abschnitt nicht nur jederzeit wiederholen, sondern auch in der Rolle des kannibalisch veranlagten Geistwesens Paxton durchspielen kannst.
Zufalls-Schockmatismus
So schießt und meuchelst Du Dich als Teil dieser unheiligen Allianz durch die Level, die zwar nach wie vor schön unheimlich gestaltet sind, aber erfreulicherweise auch ein paar zusätzliche Farben zum sonst vorherrschenden Grau spendiert bekamen. Besondere Leistungen (10 Kills in Folge, 25 Headshots etc.) verbessern Deine Fähigkeiten, damit Du es mit den immer stärker werdenden Gegnern aufnehmen kannst: Mehr Lebensenergie, schnellere Regeneration und längere Slow Motion, um nur ein paar zu nennen. Die obligatorischen kleinen Schockmomente, etwa wenn Mama Alma aus dem Nichts auftaucht, dürfen natürlich nicht fehlen. Diese werden bei „F.E.A.R. 3“ erstmals zufällig generiert, damit solche Momente auch beim mehrmaligen Spielen eines Levels unvorhersehbar bleiben. Und mehrmaliges Spielen lohnt sich – nicht zuletzt dank der Paxton Fettel-Option – auf jeden Fall.
Obwohl die Story im Vergleich mit durchschnittlichen Ego-Shootern, deutlich umfangreicher, besser erzählt und daher packender ist, liegt der Fokus trotzdem nicht zu sehr auf dem Einzelspieler-Modus. So bietet „F.E.A.R. 3“ einen Zwei-Spieler-Koop-Modus, bei dem der Kürbiskönig zusammen mit einem Freund, z.B. dem Kiemenmenschen, zocken kann. Den hohen Stellenwert des Online-Multiplayer-Parts erkennt man schon an den verschiedenen Spielvarianten, die man sich bei Entwickler Day 1 hat einfallen lassen. Hier ein Überblick über die vier Modi, die sich allesamt erfreulich vom üblichen Einheitsbrei der Sorte „Deathmatch“ oder „Capture the Flag“ abheben.
Soul SurvivorDie Spieler müssen sich als F.E.A.R. Einheit mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten (Waffen) gemeinsam gegen Almas Monsterhorden zur Wehr setzen. Und als ob dieses Unterfangen dank knapper Munition und ständig attackierender Kreaturen nicht schon schwierig genug wäre, ergreift die gute böse Alma zu Beginn jeder Runde zu allem Überfluss auch noch Besitz von einem der Spieler und verwandelt ihn in ein sogenanntes Spektrum, einen Geist, der einzelne Überlebende Deines Teams nacheinander unterwandert, um sie zu töten. Im Prinzip so, wie Paxton Fettel das macht. Solltest Du der Geist sein, dann freue Dich auf die bevorstehende Menschenjagd!
Soul King
Diese Spielvariante lässt das kalte Herz des Kürbiskönigs nicht nur höher, sondern auch schneller schlagen! Du startest als Spektrum (Geist), nimmst Besitz über Gegner und versuchst, soviele Feinde wie möglich zu eliminieren, um deren Seelen aufzusaugen. Bist Du in Führung, wirst Du den anderen Spielern praktisch auf dem Silbertablett serviert indem Deine Position angezeigt wird. Wirst Du in Führung liegend getötet, verlierst Du die Hälfte Deiner gesammelten Seelen. Gemein…
Fucking RunDer explizite Name macht es deutlich: Stehenbleiben ist keine (gute) Option. Denn die „Wall of Death“ – eine tödliche Nebelwand marternder Seelen – verschluckt jeden, der nicht um sein Leben rennt. Nichts kann sie aufhalten, die einzige Rettung ist, die Abholposition lebend zu erreichen. Nun magst Du denken: „Ich bin gut zu Fuß, nach mir die Sintflut.“ Doch leider endet das Spiel für alle Mitglieder des Teams, sobald nur einer der Wand zum Opfer fällt. Und weil es viel zu laaangweilig wäre, einfach nur davonzulaufen, gibt es zur Beschäftigung Unmengen von unliebsamen Gegnern, die Euch – sinnbildlich – Knüppel zwischen die Beine werfen und förmlich um Eure Kugeln betteln.
Contractions
In diesem Modus musst Du Dich gemeinsam mit Deinem Team solange gegen ganze Scharen von Almas abartigen Ausgeburten behaupten, bis Ihr gerettet werdet. Klingt gar nicht mal so schwer. Leider bringt jede von Almas Wehen (!) einen undurchsichtigen Nebel mit sich, dem immer andere „Kinder“ entspringen. Das sorgt dafür, dass die richtige Bewaffnung überlebenswichtig ist. Ferner breitet sich der Nebel mit zunehmenden, stärkeren Wehen immer weiter aus und begrenzt so den Raum, auf dem Du Dich mit Deinem Team bewegen kannst. Und als ob das nicht genug wäre, mischt Alma höchst selbst auch noch mit! Klingt gar nicht mal so leicht.
Egal ob Single- oder Multiplayer, Du wirst bestimmt Deinen Spaß haben. Die Frage, die den Kürbiskönig jetzt noch beschäftigt: Sollte es sich bei „F.E.A.R. 3“ tatsächlich um den Abschluss der Trilogie handeln oder kommt vielleicht doch noch was nach? Falls ja, dann wünscht sich der Kürbiskönig noch mehr psychologischen Horror, denn die Sache mit den zufällig generierten Schockmomenten ist super. Und sollte jemals ein vierter Teil kommen, dann sollte er „F.E.4.R.“ tituliert werden! Ich hab beim Buchmacher meines Vertrauens für genau diesen Fall schon eine Wette am Laufen!
Abschließend habe ich aber auch noch eine Frage, die Dich, lieber Leser, beschäftigen sollte, denn anlässlich der kürzlich erfolgten Veröffentlichung von „F.E.A.R. 3“ in Deutschland verlose ich mit freundlicher Unterstützung von Warner Bros. jeweils zwei Exemplare von „F.E.A.R. 3“ für die Playstation 3 und die Xbox 360 unter allen richtigen Einsendungen:
Woran solltest Du bei der „Wall of Death“ denken?
a) Freaking Stay!
b) Fucking Run!
c) Berliner Mauer!
d) Merlin, der Bauer!
Teilnahme ab 18 Jahren! Schick uns bis zum 17. Juli 2011 Deine Lösung als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreib Dein Alter, Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!
Links:Die offizielle „F.E.A.R. 3“ WebseiteDie offizielle deutsche „F.E.A.R. 3“ Community-WebseiteF.E.A.R. 3: Launch Trailer German
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Sommerzeit, Reisezeit. Doch statt nach Palmen und malerischen Sandstränden dürstet es den Horrorfan gern mal nach Orten, die ihm eine Gänsehaut bescheren. Anregung könnte da ein kürzlich erschienenes Bildband geben, in dem Regionen abgebildet sind, die der Mensch in einen Schauplatz der Apokalypse verwandelt hat.Jörn Vanhöfen arbeitet seit 2001 als freier Fotograf und lichtet am Anfang seiner Karriere die schönen und weniger schönen Seiten der Elbe und der Küste Südafrikas ab. Bald jedoch reizt Vanhöfen die Schönheit der Erde überhaupt nicht mehr. Er beginnt sich für die Gegenden unserer Welt zu interessieren, die der Mensch durch rücksichtslose Ausbeutung der Natur in eine Kulisse für Endzeitfilme verwandelt hat. Auch die weltweite Finanzkrise und ihre Folgen interessieren ihn. Vanhöfen reist durch Afrika, Europa, Asien und Nordamerika und findet Orte, die stumme Zeugen der Konsequenzen von permanentem Wachstum und grenzenloser Profitgier sind: rostige, zerfetzte Schiffswracks an Küsten, verlassene Industriekomplexe in ehemaligen Wirtschaftshochburgen, Schrottplätze, die sich in die Landschaft fressen. Das beeindruckende Bildband „Aftermath“ (Nachwirkungen) zeigt wunderschöne Aufnahmen, die Dich gleichzeitig erschaudern lassen. Zeigen sie doch in erstaunlicher Klarheit, was die Spezies Mensch ihrem Heimatplaneten so antut, um den hohen Lebensstandart zwischen Flachbildschirm und Coffee-to-go zu sichern. Selten war etwas hässliches so schön. Ob Jörn Vanhöfen wohl auch mal eine Fotostrecke über den Kürbiskönig machen sollte?
Jörn Vanhöfen: Aftermath
erschienen bei: Hatje Cantz Verlag
Gebundene Ausgabe:148 Seiten
58,00 €
Der Kürbiskönig – bekannt als Liebhaber außergewöhnlicher Erlebnis-Gastronomie – kommt ja bereits seit einiger Zeit voll auf seine Kosten. Ob Krimi-Dinner oder Speisen in luftigen Höhen an schwebender Tafel – das Drumherum stellt den eigentlichen Gaumenschmaus oft in den Schatten. Apropos Schatten: Für Freunde der Nacht ganz besonders empfehlenswert sind beispielsweise Dunkelrestaurants (wie das Nocti Vagus, wir berichteten). Doch das ultimative Highlight für Horrorfans ist ganz gewiss das Gruseldinner.
Was aber erwartet den geneigten und hungrigen Gast eigentlich beim Gruseldinner? Reichlich Gekröse, abgetrennte Körperteile und eitrige Wunden? Möglich wäre es, aber solche Delikatessen fördern ja nicht unbedingt jedermanns Appetit. Deshalb beschreiten die Damen und Herren des Gruseldinners einen gemäßigteren Weg. Schaurig, aber dennoch komisch lautet die Devise. Und obwohl der Kürbiskönig bei dem Wort „komisch“ in Gedanken schon wieder bei seinen in Vollzeit folternden Folterknechten-Praktikanten und deren ausgefallenen Spielchen ist, ist für ihn Humor ja noch lange kein Fremdwort.
Und wenn es heißt, Dracula, Dr. Frankenstein und Jack the Ripper laden zum Dinner, dann kann der gute Kürbiskönig sowieso nicht nein sagen. Zumal es sich bei diesem Gruseldinner um einen sogenannten Walking-act handelt. Soll heißen, das Gruseldinner ist nicht an eine feste Örtlichkeit gebunden, sondern kann sogar in den feuchten Katakomben des Kürbiskönigs abgehalten werden. Zwar stehen bundesweit schon allerhand feste Termine auf dem Spielplan, allerdings erst wieder ab Oktober, wenn auch weite Teile des gemeinen Volks – bedingt durch Halloween – in Gruselstimmung sind. Ganz besonders atmosphärisch wird es natürlich, wenn das Gruseldinner in Burgen, Schlössern oder alten Gutshöfen gastiert. Wenn Du also – anders als der Kürbiskönig – keine Gruft Dein Eigen nennst, dann kannst Du ruhig schon mal einen Blick auf den Spielplan werfen.
Das Besondere am Gruseldinner – unabhängig von der jeweiligen Location – ist aber die Einbindung der Gäste. Ob als Theaterbesucher bei „Dracula“, als Anwesende bei einer Gerichtsverhandlung von „Jack the Ripper“ oder als Bewohner von Ingolstadt, die von Baron Frankenstein eingeladen werden in „Die Experimente des Dr. Frankenstein“: Du und das Publikum, ihr werdet während der Stücke immer wieder in die Handlung mit einbezogen. Zwar ist die aktive Beteiligung kein Muss, doch das Mitwirken der geladenen Gesellschaft ist durchaus gewünscht. Wer will, kann das Geschehen aber auch ausschließlich aus der Zuschauerperspektive verfolgen.
Zwischen den fünf Akten eines Schauspiels (pro Termin wird ein Stück aufgeführt) werden Dir satte vier Gänge serviert. So bleibt ausreichend Zeit, sich mit den Freunden, Kollegen und Tischnachbarn über das gerade Erlebte auszutauschen. Auf Wunsch wird man sogar vegetarisch verköstigt. Nicht, dass der Kürbiskönig das probiert hätte, aber es ist möglich. Denn schließlich gibt es nicht wenige Zeitgenossen, die den fleischlichen Genüssen abgeschworen haben.
Wenn Du also auf der Suche nach einem ganz außergewöhnlichen, kulinarischen Event bist, dann gib dem Gruseldinner ruhig die Chance, Dich zu fesseln. Die Truppe hinter dem Gruseldinner bietet neben Feiern für Firmen und Familien auch kleinere Auftritte an, etwa das Improvisationsprogramm mit dem klangvollen Namen „Hedwig und Heinrich“ oder die Unterhaltung durch Hexen, Frankensteins Monster oder andere Gestalten.
KONTAKT UND INFOSWebseite: www.gruseldinner.de
Telefon: (0611) 469 87 45
Email:info@mitternachtstraum.de
Lieber Dr. Kürbis!
Ich weiß, Sie hören das nicht so gern, aber ich möchte das Böse bekämpfen. Deshalb hier meine Frage: Wie wird man Exorzist?
Besten Gruß,
Alexander
Die Antwort:
Lieber Alexander,
bist Du zufällig katholischer Priester? Dann frag mal Deinen zuständigen Bischof um Erlaubnis und los geht‘s! Ganz im Ernst, mehr braucht es offiziell nicht, denn der Exorzismus ist ein Sakrament und nach wie vor Bestandteil der offiziellen Lehre und Liturgie der katholischen Kirche. Genau genommen gibt es sogar zwei Exorzismen – den großen und den kleinen. Den kleinen Exorzismus kann sogar ein Jeder von uns durchführen, sofern er von Freunden oder Verwandten als Taufpate auserkoren wird. Denn der Taufritus beinhaltet die Lossagung von der Erbsünde und deren Anstifter, dem Teufel. Da der Teufling, äh, Täufling bei dieser Sache meist eher schreit und krakeelt, wird diese heikle Aufgabe auf die Paten übertragen. Aber ich gehe mal ganz stark davon aus, dass Du eher den Großen Exorzismus im Sinn hast, der seine Wurzeln im Neuen Testament hat, dessen Ritus 1614 im Kapitel „De exorcismis et supplicationibus quibusdam“ (hier der Text auf englisch) des „Rituale Romanum“ festgeschrieben wurde und der ausschließlich von Priestern durchgeführt werden darf.
Und das ist nun eben auch der Knackpunkt: Um mit den Dämonen der Besessenen zu plaudern – so wie Du es wahrscheinlich aus „Der Exorzist„, „Der Exorzismus der Emily Rose„, „Requiem“ oder ganz neu „The Rite“ kennst – musst Du zuallererst streng gläubig sein, ein Priesteramt bekleiden und Dir eine offizielle Genehmigung Deines Vorgesetzten (dem Bischof) einholen. Dann musst Du natürlich auch noch eine von Dämonen oder dem Teufel höchstselbst besessene Person finden, die einerseits mit einem Exorzismus einverstanden ist und andererseits zuvor von unabhängigen Ärzten und Psychologen untersucht wurde. Schließlich soll eine schnöde Geisteskrankheit ausgeschlossen werden. Auf diese Änderung ist die Kirche schon im Jahre 1999 gekommen, nachdem zuvor die eine oder andere Austreibung etwas daneben gegangen war. Sind diese Hürden erstmal gemeistert, kannst Du theoretisch beginnen, musst aber strenge Regeln befolgen, die in dem oben genannten Rituale Romanum festgelegt sind. Dazu gehören eine Menge Gebete und Befehle an den Dämon, den armen Besessenen endlich in Ruhe zu lassen und sich zu verdünnisieren („Vade retro satanas„). Wenn dies nicht auf Anhieb klappt, soll man allerdings nicht unverdrossen aufgeben, sonst nistet sich die herausgeforderte Höllenbrut direktemang in Deine eigene Seele ein (vergleiche die Heilung des Mädchens bei „Der Exorzist“). Ein hartnäckiger Exorzismus kann sich daher auch mal über Monate hinweg ziehen. Es sei denn, man heißt Gabriele Amorth.
Gabriele Amorth wurde 1986 zum Exorzisten der Diözese Roms benannt, ist also Chef-Exorzist des Vatikans. 1992 gründete er die Internationale Vereinigung der Exorzisten. Im Januar 2010 behauptete dieser seltsame Mensch, der langsam auf die 90 zugeht, bisher etwa 70.000 Teufelsaustreibungen durchgeführt zu haben – an guten Tagen bis zu 16 Stück. Der Mann ist ein wenig hysterisch und sieht Dämonen an allen Ecken und Enden, die man sich offenbar leichter als einen Sommerschnupfen einfangen kann. In einem äußerst skurrilen Interview (hier) redet er komplett ironiefrei davon, dass Marilyn Manson, Hitler, Stalin und Marx vom Teufel besessen waren und Harry Potter die Menschen zur Magie verführt. (Auch SpOn hat Fratre Amorth bereits ein wenig Aufmerksamkeit gegönnt und hier gibt’s noch mehr – äußerst amüsant, das Ganze.) Als gelehrter Mensch halte ich das allerdings für ganz großen Blödsinn! Meine Dämonenfreunde haben mir jedenfalls glaubhaft versichert, nun wirklich nicht für jeden Quatsch verantwortlich gewesen zu sein, den Ihr Menschen so verzapft habt.
Wenn Du also auf Teufel komm raus in die Fußstapfen solch wunderlicher alter Männer treten willst, lieber Alexander, dann nur zu! Uns Benedikt XVI. hat vor nicht allzu langer Zeit verkündet, 3.000 neue Priester zu Exorzisten ausbilden zu wollen. Deine Chancen stehen also nicht so schlecht. Das wird mich allerdings auch nicht davon abhalten, meine Rolling Stones-Platten rückwärts anzuhören…
Viel Erfolg!
Dein Dr. Kürbis
Du hast auch ein Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de
Einsam schwimmt der Kiemenmensch im Amazonas seine Runden. Welche genetische oder amouröse Verwicklung hat wohl nur zu diesem Spottbild eines Menschen geführt? Aber trotz seines unvorteilhaften Äußeren hat der Amphibienmensch ein sehnsuchtsvolles Herz. Nichts wünscht er sich mehr, als ein Begleiterin mit der man Abends in der heimisch feuchten Grotte mal gemütlich eine Partie Mühle spielen kann und die einem im Seetang-Bett die Muscheln vom Rücken kratzt.
Leider führen seine Annäherungsversuche an die Damenwelt häufig zu Missverständnissen. Ist es sein individuelles Aussehen?
Die fehlende finanzielle Sicherheit? Dazu kommt eine große Schar mit Seemannshüten bemützter Nebenbuhler, die – mit Fackeln und Gewehren bewaffnet – dem jungen Glück zu Leibe rücken wollen.
Bei uns gibt es den einsamen Kiemenmenschen nun als Bastelbogen zum Nachbauen. Und wenn Du ihm seinen sehnlichen Wunsch erfüllen willst, drucke den Ergänzungsbastelbogen doch gleich mit aus. Klicke zum Herunterladen der Bastelbögen (DIN A4) einfach auf die Abbildungen. Der Kürbiskönig wünscht viel Spaß beim Schnippeln und Basteln!Eine ausführliche Anleitung gibt eshier.
Das Sennentuntschi (auch Hausäli oder Sennpoppa) ist eine weibliche Puppe aus Stroh und Lumpen, deren Kopf aus einem Stück Holz geschnitzt ist. Die Puppe ist menschengroß und trägt meist ein altes Kleid. Das Sennentuntschi kann nach seiner Erschaffung erst nur essen und sprechen, sonst sitzt es einfach reglos auf einem Stuhl. Später kann es sich jedoch selbstständig bewegen und sein Tun bewusst steuern.
Heimat:
Das Sennentuntschi ist im gesamten deutschsprachigen Alpenraum zu finden. Es treibt sein Unwesen in Liechtenstein, Vorarlberg, Tirol und Kärnten. Auch in den Berner Alpen, in der Steiermark und in Oberbayern hat es schon seine Opfer gefordert.
Hintergrundgeschichte:
In den Alpen ist es in den Sommermonaten seit Jahrhunderten üblich, dass eine Gruppe Viehhirten (Sennen) mit ihren Kühen hoch in die Berge zieht und dort mehrere Monate verbringt. In Erzählungen wird davon berichtet, dass die abgeschiedene Gruppe von Männern auf Dauer auch gewisse Bedürfnisse bekommt, so dass sie sich bald eine weibliche Puppe basteln. Sie sprechen mit ihr, füttern sie und nehmen sie -natürlich- auch abwechselnd mit ins Bett. Da sie ihrer Kreatur auch immer brav zu essen und zu trinken geben, wird ihre Puppe irgendwann zu einem lebendigen Dämonen (oder Tuntschi, wie es in den Alpen heißt). Erst sind die Sennen darüber sehr erschrocken, doch schon bald freuen sie sich über die weibliche Sklavin, die alle Arbeiten auf der Hütte erledigt und sich ihnen abends auch noch bereitwillig hingibt. Wenn im Herbst aber der Almabtrieb ansteht, ist es vorbei mit der Unterwürfigkeit: Das Sennentuntschi fordert seinen Tribut für die Sünden der Männer und wird zum Rachedämon.
Opfer:
Je nach Erzählung fordert ein Sennentuntschi entweder nur einen oder gleich mehrere Sennen als Opfer, bevor es wieder Ruhe findet und sich in eine leblose Puppe zurückverwandelt.
Taktik:
Das Sennentuntschi befiehlt den Männern, dass eine bestimmte Anzahl von ihnen zurückbleibt, während die anderen gehen dürfen und sich nicht mehr umdrehen sollen. Wer sich dennoch heimlich umschaut, den erwartet ein grausamer Anblick: Das Monster hockt auf der Hütte und nagelt die abgezogene Haut seiner Opfer auf dem Dach der Behausung fest.
Abwehr:
Da die Belebung von toten Gegenständen ein Frevel gegen Gott darstellt, hat man sich damit schon einmal ordentlich versündigt. Wenn man dann aber noch Unzucht mit dieser Kreatur treibt, ist der grausame Tod unausweichlich. Christliches Verhalten hilft somit am besten gegen das gehäutet werden.
Sonstiges:
In der Alpenregion steht der Ausdruck „Sennentuntschi“ für eine Frau, die nach dem Beziehungsende äußerst hysterisch reagiert. Außerdem bezeichnet es ein ungeliebtes Produkt, dass nur aus Verzweiflung entstanden ist. Zwei Verfilmungen über dieses Monster sorgen in der Schweiz für Aufsehen: Nach Ausstrahlung des Fernsehspiels „Sennentuntschi“ des Dramatikers Hansjörg Schneider erhält das Schweizer Fernsehen eine Anzeige wegen Gotteslästerung. Die Zuschauer protestieren dabei aber gar nicht gegen die sexuellen Inhalte oder dem grausamen Ende des Stücks, sondern gegen die „Beseelung einer Puppe“. Die anschließenden Schlachten in den Medien sorgen dafür, dass das Skandalstück bis heute regelmäßig auf den Programmplänen Schweizer Theaterbühnen steht. Ein zweiter Film zu diesem Thema wird 2003 geplant, braucht dann aber 7 Jahre bis zur Realisation. In dieser Zeit gehen reihenweise Filmfirmen am bis dato teuersten Schweizer Film pleite, der Staat pumpt Millionen von Steuergeldern in das Projekt, was wiederum zum Unmut in der Bevölkerung führt. Ein echtes Sennentuntschi, eben! (ungeliebtes Produkt, dass nur aus Verzweiflung entstanden ist)
Schrecklevel: 3 von 13
Zugegeben, diese Haut-Abzieh-Sache ist schon nicht ohne. Da sich das Biest aber sowieso nur an sündige Sennen vergreift, hat unsereins eigentlich nichts zu befürchten.
Und das nächste mal: Ein Todesgeist auf Partnersuche
Für den Horrorfan ist die schlimmste Jahreszeit zweifelsfrei der Sommer: Gleißender Sonnenschein, Schmetterlinge, die auf der Blumenwiese tanzen und überall fröhliche Menschen mit bunten Cocktails in der Hand. Da hilft nur die Flucht in kühle und vor allem dunkle Kinosäle. Damit Du nicht versehentlich in einem fröhlichen Film über cocktailtrinkende Schmetterlinge landest, gibt es hier mal eine kleine Übersicht der Horrorfilme bis September.
Und wir beginnen mit einer fetten Lücke. Achtung:
So, das reicht!
Ursprünglich sollte uns nämlich „Insidious“ am kommenden Donnerstag ordentlich Gänsehaut bescheren, aus unerfindlichen Gründen spukt er jetzt aber erst am 21. Juli durch die Multiplexe der Republik. Wahrscheinlich braucht man einfach noch Zeit, um die Filmvorführer abzuhärten, denn dem Streifen eilt ein Ruf als „gruseligster Film seit langem“ voraus. Hinter dem Werk stecken Leigh Whannell und James Wan, die Erfinder von dieser kleinen Filmreihe namens „Saw„. Und wenn Du jetzt sagst: „Hä, die können doch nur splattern und nicht gruseln“, müssen wir Dich aber ermahnen. Hast Du etwa nicht „Dead Silence“ gesehen, den die beiden schon vor vier Jahren zusammen gemacht haben? Macht nix, die anderen 6 Milliarden Erdenbürger leider auch nicht.
In „Insidious“ geht es um eine junge Familie, die in ihr neues Heim zieht und glücklich und zufrieden Schmetterlinge auf der Wiese beobachtet. (Nicht weiterscrollen, geht ja gleich los!) Nachts jedoch ist es vorbei mit der Idylle, denn seltsame Geräusche und bewegende Türen zerren ordentlich an den Nerven. Als Sohn Dalton schließlich sogar ins Wachkoma fällt, geht der Spuk erst richtig los. Das ist zu viel für die Eltern, der Auszug aus dem Gruselschuppen ist unvermeidlich (der Antrag auf Mietminderung wurde abgelehnt). Doch im neuen Haus müssen alle Beteiligten leider feststellen, dass nicht ihr ehemaliges Heim, sondern ihr Sohnemann mit den erschreckenden Aktivitäten zusammenhängt…
In Amerika legt der kleine, feine Film im April den größten finanziellen Überraschungserfolg des jungen Filmjahres hin und begeistert Kritiker und Publikum gleichermaßen. Wir können’s kaum erwarten!
Etwas weniger gruselig, dafür umso spektakulärer fällt der Monsterfilm „Super 8“ aus, der am 4. August über die Leinwand rumpelt. Geschrieben und inszeniert von „Lost“-Erfinder J.J. Abrams, produziert von Steven Spielberg, was soll man da noch hinzufügen? Im Stil von 80er Perlen wie „Monster Busters“ oder „The Goonies“ dreht sich der Film um eine Gruppe von Kindern, die von unfassbaren Ereignissen umgeben sind. Als die Kids nämlich an einem Bahnhof einen Super 8-Film drehen (daher der Name), entgleist zufällig ein vorbeifahrender Zug, was einer unbekannten Lebensform die Flucht aus einem versiegelten Waggon ermöglicht. Das rasch eintreffende Militär und das Monster legen die Heimatstadt der Bälger anschließend in Schutt und Asche. Das klingt nach einem weiteren Highlight für die VHS-Sammlung.
Horror-Fortsetzungen sind eigentlich immer doof, es sei denn, der Stoff gibt so viel her, dass jeder Teil wieder neue Schauwerte bereithält. Passiert nicht sehr oft, die „Final Destination“-Reihe ist aber ein gutes Beispiel dafür. Wir können jedenfalls gar nicht genug von den vergnüglich erschreckenden Todesarten bekommen, die sich der beleidigte Gevatter Tod immer wieder ausdenkt. Wie üblich geht es auch in „Final Destination 5“ (25. August) um eine Katastrophe, die durch die Vorsehung eines der Opfer verhindert wird, woraufhin die Überlebenden dann nach und nach durch perverse Unfälle den Abgang machen. Diesmal kracht eine Hängebrücke zusammen und reißt eine Menge Autofahrer und Bauarbeiter hinab in ihr erfrischendes Grab im Fluss. Oder auch nicht, wegen dem Visions-Ding, Du weißt schon. Nachdem er im 4. Teil nicht mal mehr stimmlich vertreten war, ist auch Tony „Candyman“ Todd endlich wieder mit von der Partie, was den Streifen auf jeden Fall schon mal ordentliche Vorschusslorbeeren von uns beschert. Los, Tod(d), los!
Und wo wir doch gerade bei Verschiebungen sind (moment, waren wir ja gar nicht mehr), ein Film glänzt schon seit vielen Monaten durch Abwesenheit – „The Ward“ von Regielegende John Carpenter („Halloween“, „The Fog“). Bereits für das letzte Jahr angekündigt, legt sich der Streifen über eine geisterhafte Klapsmühle nun wahrscheinlich endgültig auf den 29. September fest. Da ist zwar offiziell schon Herbst, aber die Sonne wird immer noch fies von oben scheinen, deshalb rutscht der Film hier einfach noch mit rein. Ehrlich gesagt sind wir wegen der großen Verschieberei etwas skeptisch, was die Qualität des Films anbelangt. Außerdem hat Carpenter mit „Vampire“ und vor allem „Ghosts of Mars“ bewiesen, dass er ganz schöne Gurken abliefern kann. Auch die Geschichte seines neuen Films ist nicht besonders originell: Eine junge Frau wird in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert, ohne zu wissen warum und ohne Erinnerung an ihr vorheriges Leben. In der Klinik spukt es aber gewaltig und eine Mitpatientin nach der anderen verschwindet spurlos. Die abgeranzte Nervenklinik und eine Geisterlady, die nicht nur reglos auf dem Flur steht, bringen hoffentlich etwas Aufregung ins Teeniehorror-Genre. Schließlich haben wir uns das nach diesem langen Sommer redlich verdient.
Beim Titel „Spuk unterm Riesenrad“ kriegen viele Mittdreißiger leuchtende Augen: In den 80ern ist die witzige Märchenserie der absolute Straßenfeger in der DDR. Jetzt gibt es die Original-Serie als Hörspiel, aufgepeppt mit dem gut aufgelegten Autor als Erzähler. Und weil sich das wirklich Hören lassen kann, spendiert der Kürbiskönig bestens gelaunt drei Exemplare der kultigen Spukerei.
Die drei Berliner Gören Tammi, Umbo und Keks (Achtung: Das sind Spitznamen und nicht etwa typische Ostnamen!) verbringen die großen Ferien bei Oma und Opa, die eine Geisterbahn auf einem Rummelplatz betreiben. Weil die Großeltern beschäftigt sind und die Brüder ein paar beschädigte Gespensterbahnfiguren reparieren, muss die kleine Keks eines Abends das Essen allein zubereiten. Doch sie wagt sich ausgerechnet an Griesbrei, was natürlich mächtig in die Hose geht. Wie Brüder nun mal so sind, würgen sie die angebrannte Pampe nicht etwa höflich herunter, sondern beginnen damit lieber eine zünftige Essensschlacht – mitten in der Geisterbahn. Es kommt, wie es kommen muss: Das klebrige Zeug fliegt wild durch die Gegend und landet auf der Hexe, dem Rumpelstilzchen und dem Riesen, die als elektronische Figuren die Besucher erschrecken. Der Großvater ist über diesen Vandalismus natürlich eher mäßig begeistert und verlangt eine umgehende Reinigung seiner mechanischen Angestellten. Doch weil das viel zu lange dauert, schmeißen die kleinen Racker jede Figur einfach in die Spree. Der Kontakt mit dem Wasser hat aber einen ungeahnten Effekt auf die Pappkameraden, denn plötzlich erwachen sie zum Leben und schwimmen unter den Augen der überraschten Kinder fröhlich an die andere Uferseite. Was für ein Schock! Die Kinder informieren sofort den Großvater und die Polizei, so dass es schon bald zu einer wilden Verfolgungsjagd vom Berliner Alexanderplatz bis zur Burg Falkenstein kommt. Als die Ausreißer schließlich ihr Ziel im Harz erreichen, haben sie durch ihre Kenntnis der mittelalterlichen Festung einen fast unschlagbaren Vorteil. Nur ein uralter Bannspruch, der irgendwo in den Tiefen des Gemäuers verborgen ist, kann jetzt noch helfen…
Hex in the City
„Spuk unterm Riesenrad“ ist ein modernes Märchen, das ausgelassen mit dem Kampf der Kulturen spielt. Wenn sich der Riese, die Hexe und Rumpi (auch der Spitzname) plötzlich in der Jetztzeit zurecht finden müssen, kommt es immer wieder zu äußerst skurrilen Vorkommnissen. So erhält die Hexe im Kaufhaus nicht etwa einen Besen, um damit zu flüchten, sondern kriegt von der Verkäuferin einen neumodischen Staubsauger aufgeschwatzt. Weil der aber mit Strom angetrieben werden muss, steckt sie den Stecker kurzerhand in die Nase des äußerst jähzornigen Rumpi (siehe Cover). Solche witzigen Ideen und die Einbindung realer Schauplätze (die Gespensterbahn unterm Riesenrad gab es zum Beispiel wirklich) machen die siebenteilige Serie in der DDR zum Hit. Aber auch heute noch sind die Spuk-Abenteuer äußerst witzig und unterhaltend, so dass sie ab Mitte der 90er völlig zu Unrecht in den Archiven zu verstauben begannen. Einige Zuschauer von damals konnten die Serie dennoch nie vergessen.
Eineinhalb Jahre lang kämpft Regisseur Kai Lüftner darum, seine liebste Kinderserie endlich als Hörspiel realisieren zu dürfen. Als er schließlich vom Autor C.U. Wiesner persönlich die Hörspielrechte übertragen bekommt, gibt endlich ein Verlag grünes Licht für ein „Filmhörspiel“. Dafür hat man die Original-Tonspur der Serie verwendet, so dass es ein erfreuliches Wiederhören mit den bekannten Stimmen aus den Kindertagen gibt. Wer jetzt befürchtet, dass sich das nach muffeliger Kassettenaufnahme aus der Mottenkiste anhört, kann beruhigt sein: Das Hörspiel klingt frisch wie der junge Morgen. Das gilt übrigens auch für C.U. Wiesner, den der Regisseur als Dankeschön für die Unterstützung mit ins Boot holte. Der inzwischen 78jährige gibt den Erzähler mit einer Vitalität, die geradezu ansteckend ist und die eh schon schwungvolle Geschichte noch einmal zusätzlichen Elan verleiht. Ein echtes Hörvergnügen, nicht nur für Ostalgiker!
Damit auch Du in den Genuss des frisch wiederbelebten Stoffes kommst, verlost der Kürbiskönig zusammen mit dem Audio-Verlag drei Exemplare von „Spuk unterm Riesenrad“.
Dafür musst Du nur folgende Frage richtig beantworten:
Aufgrund des großen Erfolgs schrieb C.U. Wiesner noch weitere „Spuk“-Serien. Welche gibt es davon NICHT?
a) Spuk am Mittag
b) Spuk im Hochhaus
c) Spuk von draußen
d) Spuk aus der Gruft
Schick uns bis zum 16. Juni 2011 Deine Lösung als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreib Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!
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Lieber Dr. Kürbis!
Im Volksmund heißt es ja immer: „Sport ist Mord“. Aber welche Sportart ist denn eigentlich die tödlichste?
Vielen Dank im Voraus sagt
Sandra
Die Antwort:
Liebe Sandra,
sei jetzt bitte nicht enttäuscht, aber so richtig eindeutig kann man diese Frage nicht beantworten. Wenn man sich einmal kopfüber in die Recherche stürzt (ohne Helm!), so erhält man je nach Quelle ein anderes Ergebnis. Allerdings kann ich Dich mit meiner Antwort möglicherweise trotzdem verblüffen, so dass Du genug Gesprächsstoff für die nächste langweilige Party oder Beerdigung hast. Unter den tödlichsten Sportarten bewegen sich nämlich mitnichten die üblichen Verdächtigen: kein Bergsteigen, kein Motorsport, kein Fallschirmspringen oder Sportschießen. Da diese Aktivitäten zweifellos sehr gefährlich sind, gelten für sie auch die höchsten Sicherheitsstandards, was schlimme Unfälle schon im Vorfeld verhindert. Die Formel 1 ist zum Beispiel seit 1994 todesfrei und auch beim Fallschirmsport erwischt es in Deutschland höchstens zehn Leute im Jahr (bei durchschnittlich 300.000 Sprüngen!). Wenn man von den Extremsportarten zu den Aktivitäten herüberschwenkt, die dem Durchschnittsbürger immer noch den Angstschweiß auf die Stirn treibt, so wird man auch dort nicht fündig. Mountainbiken, BMX-Fahren, Kampfsport oder Skifahren fordern zwar Jahr für Jahr einige Menschenopfer, die Mehrzahl bringt aber nach einem Unfall eher ein ansehnliches Gipsbein mit nach Hause und kann schon bald wieder quicklebendig einen zünftigen Square Dance aufs Parkett legen.
Ja, liebe Sandra, wie der gute alte Stephen King schon weiß, liegt der wahre Horror im Alltäglichen. Die tödlichsten Sportarten sind laut Statistik nämlich diejenigen, die wir täglich so eben nebenbei ausüben: Fußball, Golf, Laufsport, Kegeln und Angeln (ohne Witz). Der spaßige Feierabend-Kick und ein wenig Joggen tragen tatsächlich am effektivsten zur Ausrottung der Spezies Mensch bei und liegen ungeschlagen vorn. Grund dafür sind aber nicht etwa Stürze in offene Gullydeckel oder gefährliche Blutgrätschen, sondern die Anstrengung an sich. Alle Betroffenen leiden an unentdeckten Erkrankungen der Herzkranzgefässe oder Herzmuskelentzündungen, meist ausgelöst durch Grippe-Viren. Das aktivierte Immunsystem kann nämlich in seltenen Fällen versehentlich Bestandteile des Herzmuskels angreifen, die in ihrer Struktur den Viren ähneln. Leichte Fälle heilen in der Regel folgenlos aus, doch kommt eine körperliche Belastung zu früh, sagt die Pumpe beim Abschied leise „Servus“. Sogar einige Profilfußballer hat es auf diese Art schon erwischt, wie Miklós Fehér von Benfica Lissabon, der 2004 bei einem Meisterschaftsspiel verstirbt. Ich und einige andere hochdotierte Experten raten Dir deshalb vom Sport während einer Erkältung dringend ab. Du kannst Dich ja in der Zeit mit anderen Dingen beschäftigen, der Sensenmann hat auch so ausreichend Beschäftigung.
Golfer und Kegelbrüder halten ihn nämlich schon genug auf Trab, denn viele von ihnen brechen ihr Spiel frühzeitig ab und tot zusammen. Da es sich bei diesen Aktivitäten um ausgesprochene Rentnersportarten handelt, ist hier die Sterblichkeitsrate erstaunlich hoch. Todesursache ist auch in diesen Fällen meist Herzversagen, das allerdings nicht durch temporale Schwächung, sondern durch die altersbedingte Verkalkung der Gefäße verursacht wird. Beim Golf kommt aber noch der kleine harte Ball dazu, der schon mal mit guten 200 km/h durch die Luft segelt und am Kopf mehr als nur eine kleine Delle hinterlässt. Viel sicherer ist es da an einem kleinen Flüsschen mit seiner Rute und einem gut gefüllten Ködereimerchen – könnte man meinen. Dass ausgerechnet Angeln so einen tödlichen Effekt auf den Menschen ausübt, liegt am Wasser. Oft stürzen Angler von der steilen Uferböschung oder aus dem Boot und können sich nicht mehr aus eigener Kraft retten. Ein prominentes Opfer ist Edouard Michelin, Chef des französischen Reifenherstellers Michelin, der 2006 bei einem Angelausflug an der französischen Atlantikküste mit seinem Boot kentert und ertrinkt. Oft sind auch ordentliche Mengen Alkohol mit im Spiel, denn für Männer ist Angeln zuweilen einfach Saufen unter freiem Himmel. Auch das Risiko des Eisangelns sollte nicht unterschätzt werden. Regelmäßig brechen Angler durch das zu dünne Eis, werden von der Strömung erfasst und vom Loch weg getrieben. In Russland ist es auch gang und gäbe, mit dem Auto über den zugefrorenen See zur Angelstelle zu fahren, was 2001 dazu führt, dass gleich sechs Personen bei St. Petersburg mit ihrem Auto durchs Eis brechen und ertrinken.
Also, liebe Sandra, was lernen wir daraus? Lerne am besten noch heute Apnoetauchen oder Basejumping, dann wirst Du sehr sehr alt.
Du hast auch ein Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de
Als man vor gut 2000 Jahren durch Verkettung ungünstiger Umstände Gottes Sohn ans Kreuz nagelt und anschließend begräbt (Du hast eventuell davon gelesen), findet man das Grab von Jesus Christus am nächsten Tag erstaunlicherweise leer vor. Wie er seine Gruft einfach verlassen konnte, hat leider niemand beobachten können, zumal das Grab vorher noch mit einem dicken Felsbrocken verschlossen wurde. (David Copperfield ist heute noch neidisch). Die nächsten Wochen werden einigermaßen turbulent, denn Jesus erscheint seinen verblüfften Jüngern immer wieder körperlich und spricht mit ihnen ziemlich rege über das Himmelsreich. Am 40. Tag nach seiner Auferstehung wird Gottes Sohn vor den Augen überwältigter Zuschauer von einer Wolke aufgenommen und Richtung Himmel getragen. Das ist Jesus endgültiger Übergang in die göttliche Herrlichkeit und für ihn sicher heute noch ein Grund, um auf den Putz zu hauen.
Die Christen jedenfalls nehmen den 40. Tag nach Ostern schon seit Jahrhunderten zum Anlass, um „Christi Himmelfahrt“ zu zelebrieren. Bei der Umsetzung ist man schon im Mittelalter ziemlich kreativ: In der Kirche zieht man eine Christusfigur hinauf ins Gebälk und lässt es anschließend Blumen, Heiligenbildchen oder brennende (!) Stoffstücke regnen, die die Feuerzungen des heiligen Geists symbolisieren. In einer anderen Variante schmeißt man eine unschuldige Teufelsfigur aus dem Kirchengewölbe auf den Boden und lässt diese dann auch noch von der ganzen Gemeinde verprügeln. Dieser Höllensturz zeigt, dass die Herrschaft des Bösen beendet ist und Jesus verdienterweise ins Himmelsreich emporsteigen kann. Warum man aber unseren guten Freund und Gesellschafter Luzifer in diese Geschichte mit reinziehen muss, können wir von Halloween.de nicht verstehen.
Dass einer der wichtigsten Tage der Christen (schließlich fußt die ganze Religion auf die Auferstehung Jesu) zu einem deftigen Saufgelage verkommt, ist allerdings kein neumodischer Brauch gottloser Heiden. Die Trinkfreude entstand durch einen alten germanischen Brauch, der besagt, dass ein Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz abschreiten muss, um seinen Anspruch auf das Land aufrecht zu erhalten. In Verbindung mit dem christlichen Glauben werden daraus später sogenannte Bittprozessionen, bei denen der Besitzer in Begleitung eines Priesters um sein Land läuft, um es dadurch zu segnen. Traditionell finden diese Bittgänge immer am Himmelfahrtstag statt und sie laufen schon ab dem Mittelalter nicht mehr ganz so fromm ab, wie es ursprünglich einmal geplant war. Die Männer nutzen ihre Tagesausflüge nämlich bald für ausgedehnte Sauftouren in der Umgebung. Im 19. Jahrhundert geht dann sogar noch der ursprüngliche Zweck flöten, weil die Männer an Himmelfahrt nur noch auf sogenannte Schinkentouren oder Herrenpartien gehen, bei denen sie die Kneipen dann einfach direkt ansteuern.
Die Amerikanerin Sonora Smart Dodd, die ihrem Vater eine besondere Ehre erweisen will, ruft schließlich 1910 die „Bewegung zur Ehrung von Vätern“ ins Leben. Ihr Ziel ist es, ein männliches Pendant zum Muttertag zu finden. Vierzehn Jahre später gibt Präsident Calvin Coolidge „eine Empfehlung für die Einführung eines besonderen Feiertages“ an die Einzelstaaten der USA heraus. Von dort aus tritt der Vatertag seinen Siegeszug um die Welt an. Doch auf ein einheitliches Datum hat man sich nicht geeinigt. In vielen Ländern wird einfach ein willkürlicher Tag bestimmt, in manchen Staaten ist er wiederum mit einem kulturellen Ereignis verknüpft, wie beispielsweise dem Geburtstag des Kaisers in Thailand. Da Himmelfahrt von den Männern in Deutschland schon seit hunderten von Jahren als Gelegenheit zum Volltanken genutzt wird, hat man diesen Tag einfach als Vatertag übernommen.
Laut des statistischen Bundesamts gibt es am Vatertag übrigens erheblich mehr Schlägereien als an gewöhnlichen anderen Tagen und auch die Zahl der alkoholbedingten Verkehrsunfälle steigt auf das Dreifache des Durchschnitts an. Gib beim Feiern also auf Dich acht. Prost!
Ein Film über eine Familie, die von drei maskierten Männern in ihrem Haus überfallen und brutal misshandelt wird, ist eigentlich schon erschreckend genug. Doch wenn das Ganze mit einer derartigen Wucht erzählt wird, wie Du sie hier zu sehen bekommst, wird das Zuschauen fast zur Qual. Zum DVD-Release am 3. Juni verlost der Kürbiskönig zwei Exemplare des spanischen Geheimtipps.
Familienvater Jaime zieht mit seiner Frau Marta und seiner Teenagertochter Isa in eine riesige Villa am Rande der Stadt. Die letzten Möbelpacker haben soeben das Haus verlassen, das Abendbrot wird vorbereitet und die Familie diskutiert darüber, ob Isa an ihrem ersten gemeinsamen Abend im neuen Haus schon ausgehen sollte, oder nicht. Da brechen drei maskierte Männer mit einem Vorschlaghammer durchs Schlafzimmerfenster, schlagen Jaime nieder und schleppen die Familie gewaltsam ins Wohnzimmer. Der Anführer der Bande zwingt seine Gefangenen zur Herausgabe sämtlicher Bankkarten und Geheimnummern und klappert anschließend mit dem Familienoberhaupt die Bankautomaten der Umgebung ab. Da die anderen beiden Kidnapper mit Mutter und Tochter im Haus verbleiben, hat Jaime gar keine andere Wahl, als zu kooperieren. Doch die Situation im Haus beginnt aus dem Ruder zu laufen, als plötzlich ein Freund von Isa vor der Tür steht. Die beiden Gangster verlieren zunehmend die Nerven und setzen damit eine Spirale der Gewalt in Gang, die in einer Katastrophe endet…
Heftige Filmkunst
Es gibt Filme, bei denen spürst Du von Anfang an, dass sie besonders sind. Auch „Kidnapped“ ist so eine Art von Film, denn er übt mit seiner erstklassigen Kameraarbeit sofort eine regelrecht hypnotische Wirkung auf Dich aus. In der zehnminüten Anfangssequenz verfolgt die Kamera ohne Unterbrechung Jaimes Autofahrt vom Beifahrersitz aus, schwebt dann ins Haus, beobachtet Mutter und Tochter, folgt einem Möbelpacker zurück zum Vater, verfolgt wieder einen Möbelpacker zurück ins Wohnzimmer und so weiter und so fort. Dabei wackelt das Bild nicht etwa unkontrolliert durchs Haus, ganz im Gegenteil, jede Bewegung ist absolut auf dem Punkt, als würde man ein vollendetes Ballettstück von der Bühne aus betrachten (wenn man so was wollte, versteht sich). Der Gipfel des Ganzen ist, dass die Villa voller Spiegel und Fensterscheiben hängt, in denen sich die Darsteller ständig spiegeln, aber erstaunlicherweise nie die Filmcrew. Insgesamt zwölf solcher durchkomponierter Sequenzen ohne Schnitt bilden den gesamten Film, der später sogar noch im Splitscreen wilde Verfolgungsjagden durch mehrere Zimmer und Autounfälle vom Rücksitz aus zeigt. Wie viele Monate Autor und Regisseur Miguel Ángel Vivas an diesen Bewegungsabläufen gearbeitet haben muss, will man gar nicht wissen. Ein Geniestreich!
Diese besondere Kameraarbeit ist natürlich nicht nur optische Spielerei, sie dient vor allem einem perfiden Zweck: Während durch mehrere Kameraeinstellungen und Schnitten normalerweise die Distanz zu den Figuren gewahrt bleibt, bist Du bei „Kidnapped“ wie in einer Dokumentation mittendrin. Vor Dir liegt die Mutter wimmernd auf dem Boden, hinter Dir hörst Du die Tochter schreien, doch Du bist zur Untätigkeit verdammt, wirfst nur einen fast schon voyeuristischen Blick auf das Geschehen. Dieser dokumentarische Umgang mit dem Thema Gewalt hebt den Film sehr weit aus der Masse von „Folter-Pornos“ à la „Saw“ oder „Hostel“ heraus. Hier wird Gewalt nicht zur Belustigung von uns Zuschauern gezeigt. Hier wird gezeigt, wie dreckig und niederträchtig Gewalt ist. Das kommt aber nicht etwa mit erhobenem Zeigefinger daher, sondern ist durch seine kühle Inszenierung und den Darstellern, die sich den Teufel aus dem Leib spielen, ein ungewohnt drastisches Werk, das Dich fassungslos zurücklässt. Nicht umsonst gewann der Film letztes Jahr den Hauptpreis in den Katogieren „Bester Film“ und „Beste Regie“ beim Austin Fantastic Fest, Amerikas größtes Filmfest für Genre-Filme.
Damit Du Dich selbst von der Besonderheit dieses Thrillers überzeugen kannst, verlost der Kürbiskönig zum DVD-Start am 3. Juni zwei Exemplare fürs Heimkino!
Dafür musst Du nur folgende Frage richtig beantworten:
1997 erscheint ein ähnlich schockierender Film aus Österreich, in dem zwei Jugendliche zum Spaß eine Familie quälen. Wie hieß dieses wichtige Werk?
a) Komm, süßer Tod
b) Das weiße Rauschen
c) Böse Zellen
d) Funny Games
Schick uns bis zum 7. Juni 2011 Deine Lösung als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreib Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!
Filmtrailer
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Ein Autoreifen, der von allein durch die Wüste rollt und alles und jeden umbringt, das klingt wie ein trashiges Vergnügen im Stil von „Angriff der Killertomaten„. Doch der Macher dieses Films verfolgt eine ganz andere Absicht. Das Ergebnis ist vorsichtig gesagt „sehr speziell“.
Der bemerkenswerte Streifen beginnt mit einem Auto, das in der Wüste steht. In aller Seelenruhe steigt ein Sheriff aus dem Kofferraum, lässt sich vom Fahrer ein Glas Wasser reichen und hält dann einen Monolog über die grundlosen Ereignisse in Filmen: Warum ist E.T. braun? Warum waschen sie die Protagonisten aus „Texas Chainsaw Massacre“ nie die Hände? Für all diese Sachen gibt es keinen wirklichen Grund, denn auch im wahren Leben geschehen Millionen sinnloser Sachen. Nach dieser kleinen Ansprache steigt der Sheriff wieder in seinen Kofferraum zurück und die Kamera schwenkt auf eine Gruppe von Menschen, die sich alle den Vortrag angehört haben und nun auf die Handlung dieses Films gespannt sind. Von einem Betreuer erhalten die Anwesenden ein Fernglas, durch das sie verfolgen können, wie sich ein Autoreifen minutenlang aus dem Wüstensand kämpft und sogleich eine hübsche Autofahrerin verfolgt. Dabei lässt der Gummikamerad fröhlich alle Tiere und Menschen per Telekinese platzen, die sich in seinen Weg stellen. Der ermittelnde Polizist der Gegend identifiziert den Autoreifen schnell als Täter und bittet den Betreuer der beobachtenden Menschengruppe, diese doch jetzt aus dem Weg zu räumen, damit der sinnlose Quatsch aufhört und der Film enden kann. Doch ein Zuschauer überlebt diese Säuberungsaktion und so muss die Handlung von „Rubber“ leider weiterlaufen…
Rad ab?
Was sich schon reichlich seltsam liest, ist in seiner filmischen Umsetzung noch viel absonderlicher. Der Film spielt mit seiner Sinnlosigkeit, zeigt manchmal detailgenau ein Ereignis, das gar keins ist, quält uns mit minutenlangen Einstellungen ohne Vorkommnisse, verschachtelt reale und irreale Ereignisse bis zur Unkenntlichkeit miteinander und knallt uns mit wummernden Technobeats zu. Letztere hat Autor und Regisseur Quentin Dupieux selbst geschrieben, denn er ist eigentlich Musiker und hat in den Neunzigern als Mr. Oizo mit „Flat Beat“ den vielleicht schrägsten Hit dieses Jahrzehnts hingelegt (Du weißt schon, das Ding mit dieser gelben Handpuppe). Wer den minimalistischen Song noch im Ohr hat, kann sich in etwa vorstellen, wie ein Spielfilm dieses Mannes aussieht. Die groteske Machart von „Rubber“ mit seiner fast nicht vorhandenen Handlung und dem zwanghaften Drang, alles herkömmliche im Film um jeden Preis ad absurdum zu führen, trifft ganz sicher nicht jedermanns Geschmack. Aber darauf zielt der Film bewusst ab. Einige Kritiker klagen über Kopfschmerzen und Übelkeit, andere dagegen halten diesen Film für wahnsinnig komisch und unterhaltsam. Wenn Du einigermaßen schmerzfrei bist und an durchgeknallten Experimentalfilmen Deinen Spaß hast, kannst Du den Reifen des Todes ab Freitag, dem 27. Mai durchs Wohnzimmer rollen lassen. Aber sag nicht, wir hätten Dich nicht gewarnt…
Rubber
Erscheinungstermin: 27. Mai 2011
Preis: DVD – 17€, Blu-ray – 20€Trailer
Lieber Dr. Kürbis!
„Halloween“, „The Wolfman“, „Nightmare on Elm Street“ etc… Wieso werden wir Horrorfans eigentlich nur noch mit Fortsetzungen oder Aufgüssen alter Filme abgefrühstückt? Ist das Reservoir des Schreckens wirklich schon ausgeschöpft? Haben die Regisseure keine neuen Ideen mehr und wir müssen uns jetzt alle fünf Jahre eine Neuverfilmung von immer dem gleichen Scheiß anschauen?
Auf bald,
Holger
Die Antwort:
Lieber Holger,
da stichst Du mit Deinem Finger in eine ganz besonders eitrige Wunde. Nun will ich Dir aber auch dabei helfen, schön tief zu bohren.
Vorneweg möchte ich Dich ein bisschen trösten: Das Fehlen neuer Ideen geht über das von Dir und mir so geliebte Genre des Horrorfilms hinaus! Ok, das ist ein schwacher Trost, aber egal. Wenn man sich die Kino-Veröffentlichungen der letzten Jahre ansieht, scheinen der gesamten Filmindustrie die Ideen fast vollständig ausgegangen zu sein. Da kam auf 1000 Filme höchstens eine Handvoll, die man so noch nicht gesehen hat. Bei dem Rest handelt es sich um Fortsetzungen, Remakes, Reboots, Reimaginations und Re-was-weiß-ichs.
Daran sind aber weniger die Regisseure mit ihren psychoaktiven Rauschmitteln Schuld, als vielmehr die geldgeilen Produzenten. Denn den Produzenten geht es in erster Linie darum, dass ein Film ordentlich Asche abwirft. Deshalb entscheiden sich viele Produzenten lieber für die Neuauflage oder die Fortsetzung eines bekannten Titels, anstatt etwas völlig Neues zu probieren. Wozu ein Risiko eingehen, wenn man die Kohle auch ohne solches und zudem ohne große Anstrengung verdienen kann? Selbst wenn die Remakes von Klassikern wie „Halloween“ oder „Nightmare on Elm Street“ von einigen Fans skeptisch betrachtet und von Kritikern verrissen werden, so wird sich doch ein Teil der Fanbase die Filme anschauen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor und somit gewissermaßen leicht verdientes Geld. Denn selbst wenn der Film unter aller Kanone ist, wird an den Kinokassen und durch Lizenzen bzw. Merchandise noch ausreichend Schotter gemacht. Glücklicherweise gibt es ab und zu aber doch einen Hauch Kreativität auf der Leinwand. Nämlich dann, wenn bewährte Stilmittel so gekonnt verwoben werden, dass gute Filme entstehen. Da fallen mir spontan „Triangle“ (Zeitsprünge) und „Heartless“ (Pakt mit dem Teufel) ein.
Immerhin etwas kreativer als Remakes sind Fortsetzungen, schließlich muss man sich dafür zumindest ein bisschen was Neues ausdenken, auch wenn man sich praktisch ins gemachte Nest setzt. Und es ist ja auch nicht jede Fortsetzung automatisch schlecht. Insbesondere im Rahmen von Serien funktionieren Fortsetzungen sehr gut, ein blendendes Beispiel dafür ist z.B. die Serie „The Walking Dead“, die bekanntermaßen auf einer Comicreihe beruht. Hier zeigt sich auch, dass Ideen, die in Comics zum Leben erweckt werden, ein riesiges Potenzial haben, denn es zahlt sich aus, dass die Autoren ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Leider sind viele Filme und deren Fortsetzungen, die auf Comics beruhen, nur halbherzig inszeniert. Anstatt sich an einem bereits vorhandenen Strang entlang zu entwickeln, wird die originelle Geschichte gekürzt oder umgeschrieben – nur um die Kuh, bzw. Kinogänger ohne großen Aufwand zu melken. Gibt es also tatsächlich keine wirklich kreativen Ideen mehr?
Doch! Es gibt zarte Nachtschattengewächse, welche abseits der großen Hollywood-Produktionen, im Schatten des Mainstream wachsen. Es handelt sich dabei um solche Werke, die gerne als Trash, als B-Movies oder C-Movies bezeichnet werden. Gerade diese Streifen mit ihren geringen Budgets und ihren abstrusen Handlungen sind es, die uns zeigen, dass es noch Kreativität gibt. Selbst wenn es dabei „nur“ um extrem intelligente, blutdürstige Kraken geht, die eine futuristische Unterwasserstadt im Indischen Ozean bewohnen, den Kürbiskönig anbeten und von Zeit zu Zeit Menschen – am liebsten knapp bekleidete Jungfrauen – von den Stränden Indonesiens entführen, um sie als Sklaven zu halten. Oft kommen gerade die kreativen Ableger aus anderen Kulturkreisen. Ein Beispiel dafür sind die seinerzeit außergewöhnlichen Horrorfilme aus Japan und Korea (wie „Ringu“), die als Vorlage für amerikanische Remakes dienten. Ob uns das mit dem Film „Der große Japaner“ („Dainipponjin“) auch droht, bleibt abzuwarten – ansehen solltest Du ihn Dir auf jeden Fall, wenn Du Kreativität suchst.
Leider treffen derlei „ungewöhnliche“ Filme nicht Jedermanns Geschmack. Deswegen sieht man sie auch nicht in großen Multiplex-3D-Lichtspielhäusern, sondern eher in kleinen Independent-Kintopps oder direkt auf DVD. Auf jeden Fall solltest Du, lieber Holger, Dir ab und an solche Trash-Granaten zu Gemüte führen. Und auch Veranstaltungen wie das Fantasy Filmfest oder Festivals, in deren Rahmen Filme aufgeführt werden, sind eine wahre Fundgrube wunderbar abgefahrener, kreativer und origineller Kunstwerke, die ich Dir hiermit wärmstens ans Herz legen möchte.
Aber natürlich kannst Du Dir auch selber was einfallen lassen und ein Drehbuch niederschreiben. Solltest Du dann noch einen potenten Produzenten finden, der Deinen geistigen Auswurf finanziert: Herzlichen Glückwunsch! Ansonsten wirst Du wohl – wie wir alle – in Zukunft noch mehr wehleiden und klagen, wenn auf den Kinoplakaten steht: „Michael Myers as a Wolfman who has a Nightmare on Elm Street“.
Dein Dr. Kürbis
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2010 | Amnesia – The Dark Descent | PC, Mac | USK ab 18
Obwohl sich Horrorfans zum Glück nicht über Spielemangel beklagen können, haben Blockbuster wie „Dead Space“ oder „Left for Dead“ meist einen entscheidenden Nachteil: Sie sind blutig und brutal, mit psychologischem Grusel haben sie jedoch wenig gemein. In diese Bresche springt der Schocker „Amnesia“, der Dich mit seinem Psychoterror ganz schnell vom gestandenen Horrorfan in ein wimmerndes Kleinkind verwandelt. Ein atmosphärisches Meisterwerk, das Du unbedingt gespielt haben musst.
Protagonist Daniel erwacht auf dem kalten Steinfußboden eines alten Schlosses und hat keine Ahnung, wie er dort hingelangt ist. Der Gute kann sich lediglich an seinen Namen erinnern und fühlt unterschwellig, dass ihm irgendetwas Schreckliches auf den Fersen ist. Als er benommen seine Umgebung erkundet, findet er einen Zettel, den er sich selbst geschrieben hat: Daniel hat sein Gedächtnis absichtlich mit einem Trank ausgelöscht und fordert sich nun auf, einen Gewissen Alexander von Brennenburg zu finden und zu töten. Warum Du diesen drastischen Schritt gehen sollst und warum es der Held vorgezogen hat, sich lieber die Festplatte im Schädel zu formatieren, erfährst Du im Laufe des Spiels über hervorragend vertonte Rückblenden.
In Ego-Perspektive steuerst Du die Hauptfigur durch das alte Gemäuer und dringst immer tiefer hinab in eine bedrohliche Welt aus Angst und Terror, die auch Dir bald einiges abverlangen wird. Schon von Beginn an wird klar, dass die Macher ganz viel Wert auf ein eindringliches und ungewöhnliches Spielerlebnis legen. Daniels seelischer Zustand ist nämlich nicht der Beste, was auch Dich als Spieler in Mitleidenschaft zieht. Bewegt sich der Held nämlich zu lange in der Dunkelheit oder fühlt er die bedrohliche Aura eines Gegners, überträgt sich das eindrucksvoll auf die Umgebung. Daniel fängt an, zitternd zu atmen, was sofort Unbehagen und eine innere Unruhe hervorruft. Dazu kommt, dass auch seine Sicht zunehmend verschwimmt und die Steuerung immer schwammiger wird. Irgendwann kannst Du das einfach nicht mehr ignorieren und musst Daniel mit einer Dosis Laternen- oder Kerzenlicht auf Normalzustand bringen. Eine eindrucksvoller Kniff, der Dich schnell mit der Hauptfigur mitleiden lässt.
Horror zum Anfassen
Auch die Steuerung trägt enorm zur Atmosphäre bei. Um Schubladen zu öffnen oder Gegenstände zu bewegen, klickst Du nicht einfach nur darauf, sondern führst vielmehr die Bewegung mit der Maus aus. Um eine Tür zu öffnen, klickst Du sie beispielsweise an und ziehst die Maus dann zu Dir heran. Es ist, als hättest Du die olle Pforte tatsächlich in der Hand und kannst sie nun nach Herzenslust hin und her bewegen. Das fühlt sich nicht nur fantastisch an, es macht vor allem unheimlich Sinn. So kannst Du eine Tür nämlich später gaaaanz langsam öffnen, um vorsichtig in den nächsten Raum zu spicken. Das damit verbundene Herzklopfen hast Du so noch nicht erlebt, versprochen! Schließlich schafft es das Spiel relativ schnell, Dich mit seiner bedrückenden Stimmung regelrecht zu zermürben. Fahles Mondlicht, eine düstere Musikuntermalung und ein Haufen undefinierbarer Geräusche zerren gehörig an Deinem Nervenkostüm. Zudem gibt es immer wieder gut platzierte Schockeffekte, die Dich zusammenzucken lassen, wie Türen, die der Wind schlagartig aufstößt oder kleine Erschütterungen, die plötzlich einen Schrank umfallen lassen. Noch bevor das erste Monster überhaupt auftaucht, bist Du schon fix und fertig.
Diese Biester sorgen dann regelmäßig für regelrechte Panikattacken, denn sie sind viel zu stark, um sie irgendwie anzugreifen. Daniel bleibt nur die Möglichkeit, sich zu verstecken und das Beste zu hoffen. Und besonders diese Szenen, in denen Du irgendwo in einer schmierigen Vorratskammer hinter verschimmelten Schweinehälften hockst und hilflos mit ansehen musst, wie ein schauriger Zombie durch die Tür bricht, werden Dich mit aufgestellten Nackenhaaren in Deine Tastatur krallen lassen. Hier kann sich das Spiel tatsächlich rühmen, sämtliche Gruselstreifen der Filmgeschichte mühelos in die Tasche zu stecken. Manchmal musst Du wirklich eine Pause einlegen, weil Dich die permanente Bedrohung einfach an Deine Grenzen treibt. Ein unvergessliches Erlebnis!
Rätselhafte Ereignisse
Der unheimliche Abstieg in die schrecklichen Tiefen von Schloss Brennenburg wird von kleinen Rätseln aufgelockert, die meist aus dem Sammeln von Gegenständen oder dem Bedienen von Maschinen bestehen. Hier hat sich der schwedischen Entwickler „Frictional Games“ große Mühe gegeben, den Spieler zu unterhalten, statt ihn zu frustrieren. Überkomplexe Apparaturen wie im Rätselklassiker „Myst“ gibt es zum Glück keine, so dass die Geschichte stets im Fluss bleibt. Auch setzt das Spiel durchgehend selbständig seine Speicherpunkte – und zwar so fair, dass an keiner Stelle Unmut aufkommt. Hier merkt man, wie erfahren das kleine Studio inzwischen ist, das schon mit der „Penumbra„-Reihe ein paar Jahre zuvor einen echten Grusel-Geheimtipp abgeliefert hat.
Einen Wermutstropfen hat das Spiel allerdings: Es ist zur Zeit nur per Download verfügbar, die Disc-Version lässt leider noch auf sich warten. Der geringe Preis von 15 Euro für dieses vollwertige Spiel entschädigt aber schnell für die kleine Unannehmlichkeit. Sofern Du kein 56k-Modem besitzt, solltest Du Dir „Amnesia“ auf der Stelle hier saugen. Eine kleine feine Demo findest Du dort auch.
Eine typische Paniksituation in Bildern
Text: S. Werner
Wir wissen, Du weißt und vor allen Dingen weiß es unser geschätzter Dr. Kürbis natürlich auch: Es gibt nichts, was er nicht weiß. Als eine Art „Genius universalis“ des Ab- und Jenseitigen, der schrecklichen und ungewöhnlichen Dinge, der Mystik und des Makabren weiß er sich seit undenkbaren Zeiten zu profilieren. Du hast eine Frage? Dr. Kürbis wird sie beantworten. Sei sie unglaublich albern oder sei sie tödlicher Ernst – wenn Dir etwas im Kopf herumspukt, dann lass es raus!
In regelmäßigen Abständen hat sich unser Kürbiskönig bereits seinen Doktorhut aufgesetzt und Deine Fragen – hoffentlich zufriedenstellend – beantwortet. Du wolltest wissen, ob es Todesfälle in Disneyworld gab und wie ein Kürbiskopf überhaupt funktioniert, warum es überhaupt Menschenopfer gab oder ob Kinokiller wie Michael Myers Nachahmer in der Realität hatten. Das konnte Dr. Kürbis ebenso schlagfertig beantworten, wie die Fragen nach dem allerersten Horrorfilm und den Verantwortlichen für kaputtgeschnittene Filme. Sei es Biologie („Was passiert, wenn Zombies nichts zu essen bekommen?„) oder Psychoanalyse („Woher kommt die Faszination an schrecklichen und gruseligen Dingen?„) – das kürbisköpfige Genie ist in allen Disziplinen zuhause. Zuletzt hat er sich mit dem Thema auseinandergesetzt, ob schon einmal ein Zuschauer vor Angst im Kino gestorben ist.
Doch nun verlangt er nach mehr! Dr. Kürbis braucht neues Futter, neue Herausforderungen für seine grauen Zellen – und da kommst Du ins Spiel:
Schicke uns neue Fragen!
Deine Wißbegier wird garantiert gestillt. Schicke uns Deine Frage einfach an frage@halloween.de, schreibe sie hier in die Kommentare oder poste sie bei Facebook. Kommenden Dienstag ist es wieder soweit…
Der Jersey Devil unterscheidet sich je nach Quelle – gemeinhin wird er jedoch als zweibeiniges Wesen mit Hufen, kurzen Armen und Flügeln beschrieben. Die älteste Legende kennt ihn mit einem hundeartigem Kopf, langem Hals und Widderhörnern. Manchmal besitzt er Pferdebeine, in anderen Geschichten erscheint er auch affen- oder hundeähnlich. Hin und wieder erinnert seine Beschreibung auch an ein hässliches Känguru, nur eben mit Schwingen.
Heimat:
Der Jersey Devil lebt in den Pine Barrens (zu deutsch: Kiefernödnis), einem etwa 4.500 km² großem, stark bewaldetem Gebiet im US-Bundesstaat New Jersey. Es erstreckt sich von der Mitte bis in den Süden des Bundesstaates entlang der Atlantikküste.
Hintergrundgeschichte des Jersey Devil
Wie es mit den Legenden halt so ist, gibt es auch beim Jersey Devil diverse Varianten. Immerhin ist der Ursprung relativ klar umrissen: Um das Jahr 1734 lebte in diesen Pine Barrens eine gewisse Mrs. Leeds (wahlweise eine Hexe oder eine Hure), die bereits 12 Kinder hatte. Solcher Nachkommenschaft etwas überdrüssig äußerte sie angeblich während der Schwangerschaft mit ihrem 13. Kind den Spruch „I am tired of children! Let it be a devil!“ Also gebar sie eine Ausgeburt der Hölle, die dann kurzerhand durch den Kamin entfleuchte. Eine andere Variante erzählt von einem menschlichen Kind, das die Mutter – da ungewollt – in den Keller sperrte, um es sterben zu lassen. Es wuchsen ihm jedoch Flügel und ein Pelz und konnte entkommen. Eine etwas größere Abweichung stellt die Geschichte eines jungen Mädchens dar, die sich während der Amerikanischen Revolution in einen britischen Soldaten verliebte und ein Kind von ihm erwartete. Die Bewohner ihres Ortes verfluchten die junge Frau und heraus kam… ein Teufel. Wie der Jersey Devil nun auch auf die Welt gekommen sein mag, er floh anschließend in die riesigen Wälder, die bis heute noch einige weiße Flecken auf der Landkarte aufweisen. In den kommenden Jahrzehnte wurde das Teufelchen immer wieder mal beobachtet, auch von respektablen Persönlichkeiten. Die stärkste Häufung gab es vom 16. bis 23. Januar 1909, wo das Wesen angeblich von bis zu 2.000 Personen in mehreren Orten New Jerseys gesehen wurde. Der letzte dokumentierte Fall war der eines aggressiven, angeleinten Schäferhunds, der 1987 zerfetzt und angenagt in der Stadt Vineland aufgefunden wurde.
Opfer:
Neben dem oben genannten Schäferhund gibt es in der Regel eigentlich nur mysteriöse Tieropfer zu vermelden. So wurden in den 1840er Jahren bei New York zahlreiche gerissene Tiere einem unbekannten Wesen zugeordnet. Da der Jersey Devil offenbar Menschen meidet, muss man sich um seine Gesundheit also keine allzu großen Sorgen machen.
Taktik:
Das Wesen aus Jersey lungert in den Wäldern, stößt markante Schreie aus und fällt des nachts andere Tiere an. Es wurde aber auch schon beim Durchstöbern von Mülleimern, beim Trinken aus einer Pferdetränke und beim Knabbern von Maiskolben auf dem Feld gesichtet. Keine wirkliche Taktik auszumachen hier. Immerhin hat es der Devil in der Vergangenheit geschafft, dass Fabriken und Schulen aus Angst vor dem Viech geschlossen werden mussten.
Abwehr:
Im Grunde reicht als Abwehr der Zustand, Mensch zu sein, da der Jersey Devil gemeinhin Menschen meidet. Zur Not kann man ja auch Schulen und Fabriken schließen (s.o.) dann passiert auch nichts. Eine örtliche Feuerwehr von New Jersey hat es angeblich einmal geschafft, das Ding mit einem Wasserstrahl vom Dach zu pusten. Die Chancen stehen also gut. Allerdings scheinen ihm Gewehrkugeln und sogar Kanonenschüsse nichts anhaben zu können. Anfang des 19. Jahrhunderts testete ein gewisser Commodore Stephen Decatur in der Gegend neu geschmiedete Kanonen, als er den Devil am Himmel erblickte. Ohne zu zögern ballerte er mit dem Geschoss auf das Wesen, traf es sogar, doch es flog einfach weiter.
Sonstiges:
Trotz – oder gerade – weil es so viele unterschiedliche und widersprüchliche Aussagen über den Jersey Devil gibt, erfreut er sich über die Jahrhunderte großer Beliebtheit. Selbst Joseph Bonaparte, ältester Bruder Napoleons und zeitweise König von Spanien, erblickte ihn nach eigenen Angaben um 1820 beim Jagen in der Nähe seines Anwesens in Bordentown, New Jersey. Die NHL-Hockeymannschaft nennt sich die New Jersey Devils. Bruce Springsteen veröffentlichte 2008 den Track „A Night With The Jersey Devil“. Und das mysteriöse Wesen ist selbstverständlich auch Bestandteil und Inhalt mehrerer Medien. Darunter das Spiel „Jersey Devil“ (PlayStation, 1998), „Der Teufel von Jersey“ (Episode von „Akte X“, 1993) sowie die Filme „The Last Broadcast“ (1998), „13th Child“ (2002) und „Carny“ (2009).
Schrecklevel: 4 von 13
Nicht sonderlich hoch, bedenkt man, dass es keine menschlichen Opfer zu beklagen gibt. Allerdings möchte man dem Vieh trotzdem nicht allein im dunklen Wald begegnen…
Die Zombies sind gnadenlos. Nachdem sie sich bereits auf „Stolz und Vorurteil“ und auf die unschuldige „Heidi“ gestürzt haben, machen sie jetzt nicht mal mehr vor den großen deutschen Literaturklassikern halt. Die blutige Neuinterpretation von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ schlachtet genüsslich die heilige Kuh aller Deutschlehrer und wird wohl nie Einzug in die Sekundarstufe finden. Zum Trost spendiert der Kürbiskönig drei Freiexemplare!
Der Jura-Student Werther ist genervt: Gerade lief das Leben in Weimar mit seinen täglichen Trinkgelagen und den unzähligen Frauengeschichten ausgesprochen angenehm, da versetzt ihn sein Onkel ins Schnarchkaff Walheim, weil er seinem Neffen nicht mehr diesen ausschweifenden Lebensstil finanzieren will. Werther muss zähneknirschend kuschen, doch er schreibt sich den Frust in launigen Briefen an seinen Freund Wilhelm von der Seele. Er berichtet von seinem miesen Job mit einem unerträglichen Chef, den fehlenden Zerstreuungen auf dem Land und beklagt sich über die rückständige Bevölkerung, die doch tatsächlich noch ganz abergläubisch an Untote glaubt. Der Ärger ist jedoch schnell vergessen, als Werther auf Lotte trifft, eine junge Frau, die ihm durch ihre blassgraue Haut und der Einsilbigkeit als unheimlich Vornehm erscheint. Alle Annäherungsversuche werden lediglich mit einem Grunzen von ihr abgetan, was den jungen Mann aber nur noch mehr anspornt und schon bald blind werden lässt vor Verlangen. Bald vergisst er alles um sich herum, ignoriert die hohe Zahl ungewöhnlicher Todesfälle in Walheim und denkt nur noch daran, wie er sich seiner Angebeteten am besten nähern kann. Als er schließlich Erfolg hat, muss er leider feststellen, dass zu viel Nähe manchmal gar nicht so gesund ist…
Frisches Blut im alten Schinken
Autorin Susanne Picard lebt in Bonn und arbeitet schon seit Jahren als Lektorin und Übersetzerin im Fantasybereich. Mit Goethes legendärem Briefroman hat sie sich eine wirklich clevere Vorlage zur „Zombiefizierung“ gewählt, schließlich kennt fast jeder das Original aus dem Unterricht. Mit viel Sinn für Sprache kopiert sie den schwülstigen Stil der Urfassung und mischt so die Invasion der Untoten vollkommen glaubhaft unter die bekannte Handlung. Als Leser musst Du Dich schon ein wenig auf diesen getragenen Stil einlassen, wirst aber zum Glück inhaltlich nicht mit dem staubtrockenen Gejammere des verweichlichten Ur-Werthers belästigt. Picards Held ist um einiges deftiger: Er säuft, er betrügt die Bauern beim Glücksspiel und er geht gern mal ins örtliche Freudenhaus. Schnell zeigen sich auch die ersten Anzeichen der Zombieplage, was zu teilweise irrwitzigen Szenen führt. So bekommt eine infizierte Adlige aus Werthers Bekanntenkreis bei einem Vortrag einen Anfall, als der Sprecher das weibliche und das männliche Gehirn als gleichwertig betrachtet. Ihre anschließenden „Gehirn! Gehirn!“-Schreie interpretiert der Protagonist nämlich nur als Zustimmung seiner Meinung, dass der Typ da vorn ja wohl gerade den größten Schwachsinn der Welt von sich gibt. Alsbald mischen sich dann auch die ersten Metzelorgien in Werthers beschauliches Landleben, was für makabere Unterhaltung sorgt. Comicfans freuen sich zudem über die zahlreichen Illustrationen, die die Comiclegende Jürgen „Geier“ Speh extra für das Buch angefertigt hat. So macht deutsches Kulturgut wieder Spaß!
Und damit auch Du wieder Spaß an heimatlicher Literatur findest, verlost der Kürbiskönig drei Exemplare dieses witzigen Mash-ups. Dafür musst Du nur folgende Frage richtig beantworten:
Mitte der 70er Jahre erscheint schon einmal eine erfolgreiche Neuinterpretation des Stoffes als Roman. Wie heißt das Buch?
a) Der Werther-Effekt
b) Die neuen Leiden des jungen W.
c) Angst essen Werther auf!
d) Weimarer Kaskaden
Schick uns bis zum 24. Mai 2011 Deine Lösung als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreib Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!
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